Öffentlichkeitstag informiert über Liebe und Sexualität autistischer Patienten

Im Anschluss haben Besucher der kostenlosen Veranstaltung die Möglichkeit, sich an Informationsständen mit Fachleuten auszutauschen. Um die Kontaktaufnahme für Jugendliche mit Autismus zu erleichtern, werden zudem noch Teilnehmer für ein aktuelles Forschungsprojekt gesucht. In einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Studie soll untersucht werden, ob der körpereigene Stoff Oxytocin die soziale Interaktion autistischer Menschen fördert.

„Patienten mit Erkrankungen des autistischen Spektrums haben oft Probleme bei der aktiven Kontaktaufnahme. Dennoch wünschen sich Betroffene Beziehungen, Partnerschaften und sexuelles Erleben“, weiß Dr. Katja Albertowski, Oberärztin der Autismusambulanz an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. Im Rahmen des Öffentlichkeitstages 2016 möchten die Referenten deshalb Interessierte, Angehörige und Freunde auf die besonderen Aspekte und Bedürfnisse der Patienten aufmerksam machen. Sie benötigen in ihrem Alltag vor allem Planbarkeit. Zufälle oder Spontanität bereiten den Betroffenen große Anstrengungen“, erklärt Dr. Albertowski. „Das Wissen um diese Bedürfnisse ist für funktionierende Partner- und Freundschaften essentiell.“ Gemeinsam mit dem Regionalverband „autismus Dresden e.V.“, in dem sich seit 25 Jahren Eltern autistischer Kinder engagieren und der als Mitveranstalter am Öffentlichkeitstag beteiligt ist, möchte die Autismusambulanz für das Thema sensibilisieren am

Mittwoch, den 6. April, von 15 bis 18 Uhr in Hörsaal I und II des Medizinisch-Theoretischen-Zentrums (MTZ) des Uniklinikums Dresden, Fiedlerstraße 42, 01307 Dresden.

Informationsstände des „autismus Dresden e.V., des christlichen Sozialwerks, der Selbsthilfegruppe „Dresdner Autisten“, der Sexualberatungsstelle der Volkssolidarität, des Zentrums für Berührungskunst „Sinnesart“, sowie der Autismusambulanz geben einen tieferen Einblick in die Thematik und ermöglichen individuelle Fragen an die Experten. Im Rahmen des Vortragsprogramms wird es auch um die Frage gehen, wie Betroffenen eine Kontaktaufnahme freundschaftlicher oder partnerschaftlicher Art erleichtert werden kann.

Zu diesem Zweck untersucht eine Forschungsgruppe am Uniklinikum unter der Leitung von Prof. Veit Rößner, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, in einer Studie die Wirkung des Hormons Oxytocin, das unter anderem beim Geburtsvorgang, beim Stillen und bei sexuellem Erleben im Körper ausgeschüttet wird. Erste Studien haben gezeigt, dass der Wirkstoff, der als Kuschelhormon bekannt ist, die soziale Interaktion fördert. Das mithilfe eines Nasensprays verabreichte Hormon wird im Rahmen der Studie erstmals während einem sozialen Gruppentraining eingesetzt, um zu überprüfen, ob die vermittelten Inhalte mit hormoneller Unterstützung besser und nachhaltiger umgesetzt werden. Für die Studie werden noch männliche Teilnehmer ohne verminderte Intelligenz im Alter von 12 bis 18 Jahren gesucht, die von einer Autismus-Spektrums-Störung betroffen sind. Die Studie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und neben Dresden auch an den Hochschulstandorten Marburg und Mannheim durchgeführt.

Anmeldung zur Veranstaltung
Um einen Sitzplatz zu garantieren, wird darum gebeten, sich zur Veranstaltung vorab anzumelden unter www.autismusambulanz-fortbildungen.de. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Kontakt für Studienteilnehmer
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Autismusambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
Tel.: 0351/458-7168
E-Mail: KJPForschung@uniklinikum-dresden.de

Kontakt für Journalisten
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Autismusambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie
Leiterin: Dr. Katja Albertowski
Tel.: 0351 / 458 7124
E-Mail: katja.albertowski@uniklinikum-dresden.de

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