Norddeutschland plant Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz in der Medizin

Das Projekt und den entsprechenden Förderantrag haben die Universitäten Hamburg, Lübeck, Kiel und Bremen sowie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) mit Unterstützung der jeweiligen Landesregierungen heute in Kiel vorgestellt. Es geht um ein Fördervolumen von rund 10 Millionen Euro für eine Laufzeit von drei Jahren. An dem Konsortium sind vier Hochschulen, zwei Forschungseinrichtungen, 12 Unternehmen und zwei Kliniken aus Norddeutschland beteiligt.

Das Konzept „KI-Space für intelligente Gesundheitssysteme“ (KI-SIGS) will dem mit der Digitalisierung einhergehenden Strukturwandel von Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft Rechnung tragen: Die zunehmende Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft, Medizin und Medizintechnik lässt die Anzahl an heterogenen und komplexen Datensätzen in allen Bereichen der Lebenswissenschaften rasant ansteigen. Diese Daten bergen großes Potenzial für intelligente Gesundheitssysteme und adaptive selbstlernende KI-Technologien. Es geht um ein Fördervolumen von rund 10 Millionen Euro für eine Laufzeit von drei Jahren. An dem Konsortium sind vier Hochschulen, zwei Forschungseinrichtungen, 12 Unternehmen und zwei Kliniken aus Norddeutschland beteiligt.

Die Universität Hamburg trägt im Projekt Verantwortung für die Erforschung und Entwicklung von medizinischen Informationssystemen. „Die Universität Hamburg ist wesentlicher Partner in dem norddeutschen Konsortium und mit dem Fachbereich Informatik sowie dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) in mehreren Arbeitsbereichen vertreten. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hamburg werden insbesondere im Bereich der intelligenten Assistenzsysteme für die Gesundheitsbranche forschen und entwickeln. Es sollen zum Beispiel neue Arten von intelligenten Robotern und virtuellen Agenten für die Rehabilitation realisiert und gemeinsam mit Therapeuten und Patienten erprobt werden. Darüber hinaus werden die Themen Datenschutz, Datensicherheit und Privatsphäre bearbeitet, die gerade für die sensitiven medizinischen Daten von besonderer Bedeutung sind“, erläutert Prof. Frank Steinicke, verantwortlich für die Forschung zur Mensch-Computer-Interaktion am Fachbereich Informatik der Universität Hamburg.

Der Forschungsbereich Künstliche Intelligenz (KI) und Kognitive Systeme hat eine lange Tradition am Wissenschaftsstandort Hamburg: Am Fachbereich Informatik der Universität Hamburg, der auch in dem Forschungsverbund vertreten ist, wurde 1987 eines der ersten Labore für Künstliche Intelligenz (LKI) Deutschlands gegründet. An der Universität wie auch der Technischen Hochschule Hamburg (TUHH) und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) sind KI und Kognitive Systeme wichtige Forschungsfelder: Es gibt vielfältige, interdisziplinär angelegte wissenschaftliche Schwerpunkte und Kooperationen, wie beispielsweise das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte internationale Projekt “Crossmodal Learning“ zum maschinellen Lernen, an dem UHH, UKE und vier chinesische Forschungsinstitute beteiligt sind. Mit Blick auf das enorme Potential des Forschungsbereichs spielen KI und Kognitive Systeme auch bei den strategischen Überlegungen zum Ausbau und der Weiterentwicklung des Wissenschaftsstandorts Hamburg eine wichtige Rolle.

Dr. Eva Gümbel, Staatsrätin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung der Freien und Hansestadt Hamburg: „Wir wollen tragfähige Antworten auf die Frage finden, wie Künstliche Intelligenz die Gesundheitstechnologie verbessern kann. Gemeinsam mit unseren norddeutschen Partnerbundesländern gehen wir nun den nächsten Schritt – mit dem Ziel, ein Kompetenzzentrum aufzubauen, das als zukunftsweisende Schnittstelle zwischen Forschung und Wirtschaft im Bereich KI fungiert. Ich danke allen beteiligten Institutionen und den Verantwortlichen der Partnerländer herzlich für ihr Engagement!“

Christian Pfromm, Chief Digital Officer der Freien und Hansestadt Hamburg: „Künstliche Intelligenz wird bei der Digitalisierung unterschiedlicher Lebensbereiche eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Dabei haben wir immer gesellschaftlich verantwortbare Anwendungen, die den Bürgerinnen und Bürgern zu Gute kommen, im Blick. Mit KI-SIGS kann es uns gelingen, im starken Verbund mit den Kooperationspartnern aus Wissenschaft und Gesundheitswirtschaft ein Kompetenzzentrum von nationaler Bedeutung zu entwickeln, das auch für weitere Anwendungsbereiche vorbildgebend sein kann.“

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Universität Hamburg
Referatsleiterin Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
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Senatskanzlei, Amt für IT und Digitalisierung
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