Non-Hodgkin-Lymphome

Formen indolenter Non Hodgkin Lymphome

 

Non-Hodgkin-Lymphome: Aggressive Erkrankung mit rasch progredientem Verlauf

Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) sind eine klinisch, biologisch und pathologisch heterogene Gruppe von klonalen Tumorerkrankungen, die allesamt von einer einzelnen Zelle des lymphatischen Systems abstammen. In über 90% der Fälle ist diese Ursprungszelle ein B-Lymphozyt (man spricht dann von B-Zell-Lymphomen). Mit etwa zehn Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr sind NHL im Vergleich zu vielen soliden Tumoren eher selten. Allerdings zeigte ihre Inzidenz in den vergangenen 30 Jahren aus unbekannten Gründen einen ziemlich raschen Anstieg, der nicht allein durch die Veränderung der Altersstruktur der Bevölkerung erklärt werden kann. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen.

Maligne Lymphome: Symptome und Diagnose
Die ersten Symptome maligner Lymphome sind fast immer vergrößerte Lymphknoten; relativ selten finden sich bei NHL daneben bereits zu Beginn Allgemeinsymptome wie Gewichtsverlust, Fieber und Nachtschweiß. Zur Diagnose ist in jedem Fall die Entnahme und feingewebliche Untersuchung eines verdächtigen Lymphknotens erforderlich. Bei der klinischen Untersuchung ist insbesondere auch auf Zeichen für einen Befall außerhalb von Lymphknoten zu achten. Zu Beginn und im Verlauf zur Beurteilung des Therapieerfolgs sind Röntgen sowie computer- bzw. kernspintomographische Untersuchungen obligat. Zunehmend häufiger wird heute auch die Positronenemissions-Tomographie angewendet, mit der sich hervorragend vitales von nicht mehr vitalem Tumorgewebe unterscheiden lässt. Die standardisierte Stadieneinteilung maligner Lymphome (Stadium I-IV) berücksichtigt Zahl und Lokalisation befallener Lymphknotenregionen und extranodaler Herde und ist für die Prognose der Erkrankung von großer Bedeutung.

Indolente Lymphome: Therapie
Derzeitiger Therapiestandard für Patienten mit diesen indolenten NHL ist das so genannte CHOP-R-Schema, eine Polychemotherapie bestehend aus Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednison (CHOP) plus Rituximab (R). Bekannterweise ist dieses Therapieschema mit einer hohen Toxizität behaftet. Der historische Vergleich aus zwei Phase-II-Studien, die die Kombination Bendamustin plus Rituximab (B-R) bei rezidivierten oder refraktären indolenten und Mantelzell-Lymphomen untersucht hatten, ergab, dass das B-R Schema vergleichbare Aktivität wie CHOP-R besitzt, bei deutlich besserem Toxizitätsprofil.

Indolente Lymphome und Mantelzell-Lymphome: First-line-Therapie
B-R hat das Potential, neuer Therapiestandard in der First-line-Therapie von indolenten und Mantelzell-Lymphomen zu werden – dies zeigen die finalen Ergebnisse einer Phase-III-Studie der Studiengruppe indolente Lymphome (StiL), die auf der Jahrestagung 2009 der amerikanischen Gesellschaft für Hämatologie (ASH) vorgestellt wurden.. B-R war signifikant wirksamer als CHOP-R bei Patienten mit follikulären, indolenten und Mantelzell-Lymphomen, bei bekannt besserer Verträglichkeit von B-R. (mundipharma 02/2010)

Quelle
Symposium:
“Bendamustin – Paradigmenwechsel in der Behandlung hämatologischer Neoplasien“
Veranstalter:
Mundipharma Vertriebsgesellschaft mbH & Co KG, Limburg/Lahn
29. Deutschen Krebskongresses 2010
27.02.2010 Berlin

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