Noch sicher unterwegs?

(djd). Der Weg zum Arzt, der Großeinkauf oder der Besuch bei den Enkeln: Die meisten Senioren möchten das Auto im Alltag nicht missen. Angehörige fragen sich jedoch oft, ob die Eltern oder Großeltern noch sicher unterwegs sind. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR). Danach machen sich 41 Prozent aller Familienmitglieder Sorgen: Können Vater oder Mutter noch Auto fahren? Beeinträchtigen körperliche Einschränkungen oder Erkrankungen wie Diabetes die Fahrtüchtigkeit?

Zum Gesundheits-Check ermutigen

„Bis zu welchem Alter man ohne Leistungseinbußen Auto fahren kann, ist individuell sehr unterschiedlich“, erklärt DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf. „Das Alter allein sagt nichts über die Fahrtüchtigkeit aus. Neben Faktoren wie Fahrerfahrung und Routine ist die Gesundheit ein wichtiger Faktor. Deshalb sollte man sie regelmäßig beim Arzt überprüfen lassen.“ Familienangehörige und Freunde sollten die Betroffenen dazu ermutigen. Oft können ältere Autofahrer weiter sicher unterwegs sein, wenn sie gesundheitliche Probleme behandeln lassen – wie einen erhöhten Blutzuckerspiegel oder den grauen Star. Ein vollständiger Fahrverzicht ist nur sehr selten notwendig, etwa bei Demenz.

Einfühlungsvermögen ist gefragt

Nicht immer ist es einfach, das Thema „Fahrtüchtigkeit“ gemeinsam zu diskutieren. Der Umfrage zufolge reagierten 61 Prozent der älteren Autofahrer, die von ihren Angehörigen angesprochen wurden, abwehrend oder fanden deren Sorgen übertrieben. „Sensibilität und Sachlichkeit sind bei einem solchen Gespräch besonders gefragt“, sagt der Nürnberger Verkehrspsychologe Professor Dr. Heinz-Jürgen Kaiser. „Es ist sehr wichtig, deutlich zu machen, dass man hinter dem Betroffenen steht und ihn dabei unterstützt, so lange wie möglich sicher mobil zu sein.“

Die Aktion Schulterblick des DVR informiert über freiwillige Gesundheits-Checks für Autofahrer. Mehr dazu unter http://www.dvr.de/schulterblick. Dort stehen auch die Broschüre „Fit und Auto-mobil“ sowie ein Leitfaden für besorgte Angehörige zum Download bereit.

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