Nobelpreisträgertreffen in Lindau: Jenaer PostDoc mit dabei

Jena/Lindau. Jedes Jahr im Sommer kommen in Lindau am Bodensee Nobelpreisträger mit ausgezeichneten Nachwuchswissenschaftlern aus aller Welt zusammen, um den Austausch zwischen Wissenschaftlern unterschiedlicher Generationen, Kulturen und Disziplinen zu fördern. Die diesjährige 68. Lindauer Nobelpreisträgertagung zum Schwerpunktthema Physiologie und Medizin fand vergangene Woche vom 24. bis 29. Juni mit 39 Nobelpreisträgern und 600 hervorragenden Studierenden, Promovierenden und PostDocs unter 35 Jahren statt.

Die Teilnehmer der Nobelpreisträgertagung wurden in einem mehrstufigen Bewerbungsverfahren ausgewählt und kamen dieses Jahr aus 84 Ländern. Einer von ihnen war Dr. Danny Schnerwitzki, PostDoc in der Forschungsgruppe Englert am Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut in Jena. Er forscht an Entwicklungsgenen, die bei Regenerations- und Alternsprozessen beteiligt sind. „Ich habe mich riesig über die Zusage zur Teilnahme an der Lindauer Nobelpreisträgertagung gefreut“, berichtet Dr. Schnerwitzki. „Es war ein unglaublich tolles Gefühl, in Lindau auf so viele beeindruckende Persönlichkeiten der Wissenschaft zu treffen, die mit ihren Ideen und Visionen in der heutigen Wissenschaft so manches bewegt oder gar erst ermöglicht haben“, so Schnerwitzki weiter. „Denn die Möglichkeit, mit Hilfe der Wissenschaft gesellschaftlich relevante Fragen zu lösen, ist das, was mich bei meiner Arbeit tagtäglich motiviert“.

Auf der Tagung wurden Themen wie die „innere Uhr“, personalisierte Medizin, Gentechnik, die Rolle der Wissenschaft in einem postfaktischen Zeitalter sowie Aspekte der wissenschaftlichen Publikationspraxis diskutiert. „Ich habe nicht nur viele Wissenschaftler unterschiedlicher Nationen kennengelernt und Kontakte geknüpft, sondern konnte mich mit einigen der Nobelpreisträger fast privat austauschen“, berichtet Schnerwitzki von seinen Eindrücken. So hatte er während eines Dinners die Möglichkeit, sich mit Martin Chalfie, einem US-amerikanischen Biologen, intensiv auszutauschen, der neben Osamu Shimomura und Roger Tsien 2008 den Nobelpreis für Chemie für die Entdeckung und Weiterentwicklung des grün fluoreszierenden Proteins GFP bekam. Ein Protein, das für die Aufklärung zellbiologischer Vorgänge eine unschätzbare Bedeutung hat. Darüber hinaus traf er Sir John E. Walker, ein britischer Molekularbiologe, der 1997 gemeinsam mit Paul Delos Boyer und Jens Christian Skou für seine Arbeiten am Adenosintriphosphat (ATP), der Energieeinheit des Lebens, mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde.

Dr. Danny Schnerwitzki wurde vom FLI bzw. von der Leibniz-Gemeinschaft zur Teilnahme an der Nobelpreisträgertagung vorgeschlagen. „Bereits während seiner Diplom- wie auch Doktorarbeit stellte Danny seine Kreativität, Beharrlichkeit und sein großes technisches Können bei der wissenschaftlichen Arbeit unter Beweis“, lobt Prof. Christoph Englert seinen Mitarbeiter. „Die Teilnahme an der Nobelpreisträgertagung war eine Auszeichnung und ist gleichzeitig eine Anregung, weiter in der Forschung tätig zu sein, um neue Herausforderungen zu suchen und zu meistern“.

Lindauer Nobelpreisträgertagung

Die seit 1951 jährlich stattfindende Tagung widmet sich im jährlichen Wechsel den Nobelpreisdisziplinen Physik, Chemie und Physiologie / Medizin sowie seit 2004 auch den Wirtschaftswissenschaften. Sie soll den wissenschaftlichen Austausch zwischen unterschiedlichen Generationen, Kulturen und Disziplinen fördern. Das wissenschaftliche Programm der Lindauer Tagung basiert auf dem Prinzip des Dialogs. Die verschiedenen Veranstaltungen – Vorträge, Diskussionen, Master Classes und Podiumsdiskussionen – dienen dazu, den Austausch von Wissen, Ideen und Erfahrungen zwischen Laureaten und Nachwuchswissenschaftlern zu beleben.

Kontakt

Dr. Kerstin Wagner
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 03641-656378, E-Mail: presse@leibniz-fli.de

————————————–

Hintergrundinformation

Das Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena widmet sich seit 2004 der biomedizinischen Alternsforschung. Über 330 Mitarbeiter aus 30 Nationen forschen zu molekularen Mechanismen von Alternsprozessen und alternsbedingten Krankheiten. Näheres unter .

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 93 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen – u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 19.100 Personen, darunter 9.900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,9 Milliarden Euro ().

Scroll to Top