Nobelpreisträger referieren bei Molekularbiologie-Konferenz an der Jacobs University

Die genetische Information ist in der Basensequenz der DNA verankert. 3 Milliarden Basenpaare umfasst allein die DNA im Kern einer einzelnen menschlichen Zelle. Alle Entwicklungen der Molekularen Biologie der letzten drei Jahrzehnte beruhen auf der Möglichkeit, DNA gezielt in Stücke zu schneiden und später wieder zusammenzusetzen. Auf diese Weise lassen sich zum einen grundlegende molekularbiologische Prozesse in der Zelle nachvollziehen, zum anderen können so gezielt genetische Varianten geschaffen werden, die beispielsweise in der Biotechnologie genutzt werden können. Das gezielte Schneiden spezifischer DNA-Stücke gelingt mit Hilfe einer bestimmten Gruppe von Enyzmen, den so genannten Restriktionsendonukleasen. Beim 6. New England Biolabs Meeting an der Jacobs University stehen genau diese Enzyme im Mittelpunkt. Weitere Schwerpunkte der Konferenz liegen auf der Methylierung von DNA, welche eine wichtige Rolle in der Regulation des Ablesens von Genen spielt. Außerdem werden hochspezifische Enzyme untersucht, welche genomische DNA an nur einer einzigen Stelle schneiden und eine wichtige Rolle in der biotechnologischen Generierung von genetisch veränderten Organismen spielen.

Werner Arber, der 1978 den Nobelpreis für „Physiologie oder Medizin“ für die Entdeckung von Restriktionsendonukleasen erhielt, eröffnet die Konferenz am 1. August mit einem Vortrag über Meilensteine in der Molekularbiologie. Den Abschlussvortrag hält Richard J. Roberts, der 1993 den gleichen Nobelpreis für seine Entdeckung von sogenannten Introns in eukariotischer DNA und dem Mechanismus des „RNA-Splicings“ erhielt. Er ist Vorstandsmitglied von New England Biolabs, einem weltweit führenden Biotechunternehmen, das auf die Herstellung und den Vertrieb von Restriktionsendonukleasen und anderen DNA-Enzymen spezialisiert ist. „Es freut mich sehr, dass wir diese hochkarätigen Wissenschaftler mit ihren Beiträgen für unsere Tagung gewinnen konnten. Die Konferenz bietet den 160 teilnehmenden Forschern ein optimales Forum, um sich über den aktuellen Forschungsstand auszutauschen und neue Konzepte zu erarbeiten“, so Jacobs-Professor Albert Jeltsch, der die internationale Tagung zusammen mit den beiden Biochemikern Prof. Dr. Alfred Pingoud und Dr. Wolfgang Wende von der Universität Gießen organisierte.

Fragen zur Konferenz beantwortet:

Prof. Dr. Albert Jeltsch
Professor of Biochemistry
Jacobs University Bremen
Tel.: 421 200-3247 | E-Mail: a.jeltsch@jacobs-university.de
(idw, 07/2010)

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