Nobelpreisträger Blobel zu Gast am Beutenberg Campus in Jena

Günter Blobel, geb. 1936 in Schlesien, studierte in Frankfurt am Main, München, Kiel und Tübingen Medizin und ging anschließend in die USA, wo er 1967 an der University of Wisconsin, Madison, zum Ph.D. promoviert wurde. Er wechselte danach an die Rockefeller University, New York und arbeitete dort mit dem späteren Nobelpreisträger George Emil Palade zusammen. 1976 wurde er ordentlicher Professor an der Rockefeller University. Seit 1986 ist er Investigator des Howard Hughes Medical Institute an der Rockefeller University.

Für seine Entdeckung von Signalsequenzen, die den Transport und die Lokalisierung von Proteinen in der Zelle steuern, erhielt er 1999 den Nobelpreis für Medizin. Er ist Träger zahlreicher weiterer Aus­zeichnungen und Ehrungen und erhielt u. a. die Warburg-Medaille (1992), den Albert Lasker Award for Basic Medical Research (1993), den König-Faisal-Preis (1996) sowie den deutschen Pour le mérite für Wissenschaften und Künste (2001).

Das Schicksal seiner Familie im Zweiten Weltkrieg, insbesondere der Tod seiner Schwester Ruth und die Zerstörung Dresdens, das er wenige Tage zuvor noch durchquert hatte, prägen Blobels gesamtes Leben. Er spendete 1,6 Millionen DM seines Nobelpreisgeldes für den Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden und 100.000 DM für den Wiederaufbau der von den Nazis zerstörten Dresdner Synagoge. Außerdem enga­giert er sich sehr für den Erhalt der Dresdner Elbwiesen und für den Wiederaufbau der 1968 gesprengten Leipziger Universitätskirche St. Pauli.

Seit dem Jahr 2000 ist Blobel Ehrensenator der Technischen Universität Dresden und Ehrenbürger der Stadt Freiberg, in der er seine Kindheit und Schulzeit verbrachte. 2001 erhielt er die Ehrendoktorwürde an der Techni­schen Universität Bergakademie Freiberg.

Prof. Blobel wird in seinem Vortrag am Beutenberg über makro­molekulare Trans­portsysteme sprechen, die sich in der Evolution entwickelt haben, und zu deren Verständnis die Arbeiten seines Teams beigetragen haben. Er wird dabei insbesondere auf den gezielten Proteintransport durch Kanäle verschiedener zellulärer Membranen, das programmierte Einweben von Proteinketten in zelluläre Membranen und den Transport von Makromolekülen durch Kernporen eingehen.

Zu den „Noblen Gesprächen“ wird die Öffentlichkeit ganz herzlich am 25. Oktober 2012 um 17:00 Uhr (Einlass ab 16:30 Uhr) in den Hörsaal des Abbe-Zentrums am Beutenberg, Hans-Knöll-Straße 1, eingeladen. Der Vortrag wird auf Deutsch gehalten, der Eintritt ist frei. Kostenlose Parkplätze stehen unterhalb des Abbe-Zentrums zur Verfügung.

Diese Veranstaltung wird aus Mitteln des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur unter dem Förderkenn­zeichen B 514 100 57 gefördert.

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