Nierenkrebs: UKJ-Experte Prof. Grimm leitet Studie zu Kombinationstherapie mit Antikörpern

Wie kann die Therapie für Patienten mit Nierenkrebs weiter verbessert werden? Die Frage steht im Zentrum einer neuen Studie an 31 Krebszentren in acht europäischen Ländern, die heute startet. Koordiniert wird diese Studie in Thüringen: Die Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Jena (UKJ) ist Studienzentrum, Direktor Prof. Dr. Marc-Oliver Grimm Studienleiter.

„Die Immuntherapie mit Antikörpern ist derzeit stark im Kommen“, so Prof. Grimm. Vereinfacht dargestellt könne man sagen, dass einige Tumorzellen sich mit bestimmten Proteinen gegen Angriffe des Immunsystems schützen. Eine bereits zugelassene Substanz ist in der Lage, diese Hemmung des Immunsystems aufzuheben und die Tumorzellen für die körpereigene Abwehr wieder angreifbar zu machen. „Wir behandeln also nicht den Tumor, sondern das Immunsystem der Patienten“, so Prof. Grimm. Per Infusion bekommen diese den Antikörper verabreicht.

„Erste Ergebnisse sind sehr vielversprechend, aber noch verbesserungsfähig“, so Prof. Grimm. Hier setzt daher die neue Studie an: Patienten, bei denen die Therapie mit diesem ersten Antikörper nicht anspricht oder nur zur Stabilisierung führt, erhalten einen zweiten Antikörper, der die körpereigenen Immunzellen aktiviert. Mit diesem abgestuften Behandlungskonzept wollen die Mediziner einerseits die Wirksamkeit der Immuntherapie erhöhen, andererseits die Nebenwirkungen minimieren. „Neben einer Verbesserung der bisherigen Therapie wollen wir verstehen, welche Patienten von der Kombinationstherapie profitieren können“, fasst der Urologe die Studienziele zusammen.

Insgesamt sollen 200 Patienten mit metastasiertem Nierenkrebs an der Studie beteiligt werden. Die Studie wird durch die AIO-Studien gGmbH – eine gemeinnützige Organisation der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. – als Sponsor organisiert. Alle Daten laufen im Zentrum für klinische Studien (ZKS) am UKJ zusammen, wo auch die Auswertung stattfindet.

In den letzten Monaten gab es zahlreiche Erfolgsmeldungen für die Immuntherapie. Der Jenaer Urologe betont jedoch: „Es ist wichtig, dass es weitere verlässliche Studien zu diesen Therapieansätzen – insbesondere zur Kombinationstherapie – gibt. Auch wenn es bislang sehr positive Hinweise gibt: Solche Verfahren müssen sehr gründlich wissenschaftlich untersucht werden. Ich freue mich, dass die Thüringer Universitätsmedizin hier einen wichtigen Beitrag leisten kann.“ Die Jenaer Klinik für Urologie kann dabei auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen: Sie war bereits bei mehreren Studien mit Antikörpern zur Stimulation des Immunsystems bei Nieren-, Blasen- und Prostatakrebs beteiligt.

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