Niedersächsisches Institut für Berufsdermatologie eröffnet

Die niedersächsische Wissenschaftsministerin Prof. Wanka sagte in ihrem Grußwort in der Aula des Osnabrücker Schlosses: »Die Gründung des neuen Instituts bietet ideale Voraussetzungen für eine bessere Gesundheitsforschung. Wissenschaftler aus Osnabrück und Göttingen bündeln ihre Kompetenzen im Kampf gegen Hautkrankheiten. Forschungsergebnisse aus Niedersachsen werden weltweit helfen, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern.«

Das NIB beschäftigt sich mit medizinischen und versorgungsepidemiologischen, aber auch mit gesundheitsökonomischen und sozialmedizinischen Aspekten berufsbedingter Krankheiten und Belastungen der Haut. Betroffene Berufsgruppen sind zum Beispiel Friseure, Gesundheitsberufe, Metallarbeiter, Maler, Lackierer, Köche und Raumpfleger. Das NIB ist die weltweit größte derartige Institution zur Erforschung der Prävention beruflicher Hauterkrankungen.
An der Universität Osnabrück wird dies Thema seit vielen Jahren auf verschiedenen Ebenen entwickelt. Das Ergebnis ist ein von der Gesetzlichen Unfallversicherung mittlerweile bundesweit erfolgreich umgesetztes Verfahren zur Senkung von Hauterkrankungen in Risikoberufen. »Mit der Eröffnung des Niedersächsischen Instituts für Berufsdermatologie als gemeinsamer wissenschaftlicher Einrichtung der Universität Osnabrück und der medizinischen Fakultät der Universität Göttingen wird die sehr erfolgreiche Präventionsforschung der Universität Osnabrück nun sehr prominent und langfristig etabliert«, freut sich Universitätspräsident Prof. Dr.-Ing. Claus Rollinger. »Ich bin sehr dankbar, dass das Land Niedersachsen das erste größere Forschungsvorhaben dieses Instituts, das Projekt OCCUDERM, mit zwei Millionen Euro fördert.«

Das Forschungsvorhaben OCCUDERM, das von Osnabrücker und Göttinger Dermatologen gemeinsam durchgeführt wird, untersucht einer Vielzahl von Einflussfaktoren auf Hauterkrankungen am Arbeitsplatz. »Die Erkenntnisse werden wesentlich dazu beitragen, langfristig persönliches Leid der betroffenen Beschäftigten und damit aber auch Arbeitsausfall in den Unternehmen durch Hauterkrankungen und Allergien zu senken«, so apl. Prof. Dr. Swen Malte John, Direktor des neuen Instituts und gleichzeitig Leiter des Fachgebietes Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück. Das Projekt zielt darauf ab, die Versorgung der Betroffenen und die Beratung von Berufsanfängern zu verbessern.

Berufsbedingte Hautkrankheiten haben hohe volkswirtschaftlicher Bedeutung. Es entstehen nicht nur Kosten für akute Behandlungen, sondern durch Arbeitsunfähigkeit auch immense Folgekosten in den Betrieben, sowie durch Umschulungen und Rentenleistungen. Die jährlichen volkswirtschaftlichen Kosten werden allein in Deutschland auf 1,5 Milliarden Euro geschätzt. »Gerade das deutsche Sozialsystem bietet die Chance, ganzheitliche Konzepte zum Arbeitsplatzerhalt für Betroffene umzusetzen«, so John. Er verweist auf die hohe Bereitschaft der Sozialpartner aber auch der beruflichen Schulen, an den Untersuchungen mitzuwirken. »Letztlich senken die aus Erkrankungen entstehenden Kosten und Folgekosten die Wettbewerbsfähigkeit gerade von Klein- und Mittelunternehmen.«

»Eine derart sozialpolitisch drängende und wissenschaftlich aktuelle Thematik zu erforschen, ist nur durch den Zusammenschluss mehrerer hochspezialisierter Institutionen möglich«, unterstrich auch Hautarzt Prof. Dr. Michael Schön, Direktor der Hautklinik, stellvertretender Dekan der Universitätsmedizin Göttingen und stellvertretender Direktor des NIB in seinem Grußwort. Es gehe hier um die Frage, ob auch bei Menschen mit besonderer Hautempfindlichkeit durch eine spezifische Gesundheitsförderung das Entstehen von beruflichen Hauterkrankungen und Allergien vollständig vermieden werden könne. Ziel sei ein optimaler Haut- und Arbeitsschutz. »Dazu wird das Niedersächsische Institut für Berufsdermatologie künftig einen wichtigen Beitrag leisten.«

Schon jetzt gehen von den im NIB zusammengefassten Forschergruppen wesentliche Impulse für wegweisende Forschungsvorhaben auch in anderen Ländern aus, ferner auch nationale und europäische Kampagnen wie »Healthy Skin@work«, die sich an die Öffentlichkeit richten und breite politische Unterstützung gefunden haben. Institutsdirektor John: »In der vergangenen Woche gaben wir den Startschuss für die diesjährige bundesweite Aktionswoche „Haut & Job“ zusammen mit dem Bundesarbeitsministerium.« Das Europäische Parlament, die Europäische Kommission, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die internationale Arbeitsorganisation (ILO) schenken diesen niedersächsischen Initiativen große Beachtung. Vertreter europäischer Institutionen, der deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und der WHO nahmen auch an der Eröffnungsveranstaltung teil.

Weitere Informationen:
Apl. Prof. Dr. med. Swen M. John, Universität Osnabrück
Fachgebiet Dermatologie, Umweltmedizin, Gesundheitstheorie
iDerm (Institut für interdisziplinäre dermatologische Prävention und Rehabilitation an der Universität Osnabrück)
Sedanstraße 115, 49069 Osnabrück
Tel. +49 541 969 2357, Fax +49 541 969 2445
E-Mail: johnderm@uni-osnabrueck.de

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