Neurowissenschaften erfolgreich: DFG bewilligt Sonderforschungsbereich 936

Jemandem zuhören, etwas fühlen, sich an etwas erinnern – für kognitive Prozesse wie diese werden hochgradig ausdifferenzierte Netzwerke im Gehirn aktiviert, die sich über mehrere Gehirnregionen erstrecken. Der neue Sonderforschungsbereich hat das Ziel die neuronalen Interaktionen im Gehirn zu untersuchen und dabei auch Aufschluss zu erhalten über die Entstehung neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen. Der neue SFB 936 wird unter Federführung der UKE-Wissenschaftler Prof. Dr. Andreas K. Engel und Prof. Dr. Christian Gerloff am UKE angesiedelt sein. Beteiligt sind 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem UKE sowie zwei Kollegen von der Universität Hamburg sowie Kollegen von den Universitäten Lübeck und Osnabrück.

Prof. Dr. Andreas K. Engel, Leiter des Instituts für Neurophysiologie und Pathophysiologie des UKE: „Die dynamische Kommunikation in neuronalen Netzwerken des Gehirns gehört zu den derzeit wichtigsten und spannendsten Forschungsthemen in den Neurowissenschaften. Die Bewilligung dieses SFBs dokumentiert, dass Hamburg – und hier insbesondere das UKE – in diesem Bereich zu den führenden Standorten in Deutschland zählt“. Prof. Dr. Christian Gerloff, Leiter des Kopf-Neurozentrums des UKE: „Die Bewilligung dieses Sonderforschungsbereiches ist ein Meilenstein für die Erforschung der Mechanismen, die neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall und Parkinson zugrunde liegen. Das Besondere am SFB 936 ist, dass die Netzwerkeigenschaften des Gehirns und ihre Veränderungen durch Krankheiten des Gehirns untersucht werden.“

Prof. Dr. Jörg F. Debatin, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender: „Der SFB 936 ist ein großer Erfolg für unsere Spitzenforscher und das UKE insgesamt. Er ist aber auch ein Erfolg der bisherigen Wissenschaftsförderung, z. B. über die Hamburger Wissenschaftsstiftung deren Etat von jährlich € 15 Mio dem Rotstift des Senats zum Opfer gefallen ist. Der SFB-Antrag, der für die nächsten fünf Jahre über 10 Millionen Euro für neue Wissenschaftlerstellen nach Hamburg bringen wird zeigt, dass sich Investitionen in die Wissenschaft für die Stadt lohnen. Das gilt auch in wirtschaftlicher Hinsicht, denn schließlich zahlen die über den SFB finanzierten Wissenschaftler in Hamburg auch Steuern..“ Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus, Dekan der Medizinischen Fakultät: „Dass es gelungen ist, nach dem Leber-SFB nun den zweiten Sonderforschungsbereich im UKE einzuwerben, zeigt, dass das UKE durch gezielte Schwerpunktsetzung ein hervorragendes Forschungsumfeld geschaffen hat, in dem sich Spitzenforschung entfalten kann. Ich gratuliere den beiden Sprechern des SFB, Prof. Engel und Prof. Gerloff, und freue mich sehr darüber, dass die ausgezeichnete Kooperation zwischen dem Grundlagenforscher und dem klinische Tätigen von Erfolg gekrönt wurde.“

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