Neuromedizin am Bergmannsheil erfolgreich bei BMBF-Förderinitiative

Im Rahmen einer Förderinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zur Entwicklung von Industrie-in-Klinik-Plattformen setzte sich das Konsortium NeuroTechGate am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil mit seiner Neurologischen Klinik durch: Das Projekt der Bochumer Gruppe ist eines von bundesweit fünf Projekten, das in den nächsten Jahren durch das BMBF gefördert wird. In den folgenden zweieinhalb Jahren wird die Gruppe ihre neurowissenschaftlichen Modellvorhaben mit einer finanziellen Unterstützung von voraussichtlich ca. 2,2 Mio. Euro am Bergmannsheil realisieren können.

Klinisch-industrielle Entwicklungsplattformen

Leistungsstarke Kliniken und innovative Medizintechnikfirmen zusammen bringen, um bedarfsgerechte Produkte für den Patienten zu entwickeln: Das ist der leitende Gedanke der neuartigen Förderinitiative des BMBF. Durch das enge Zusammenwirken von Medizinern und Entwicklern sollen innovative Produktideen frühzeitig hinsichtlich ihres konkreten Nutzens für den Patienten geprüft und bewertet werden. Neue Produkte sollen weiterhin leichter und schneller in die klinische Anwendung übertragen werden. Dazu entsteht jetzt am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil eine klinisch-industrielle Entwicklungsplattform. Unter dem Titel „Mensch-Maschine-Interaktion in der Neuromedizin (NeuroTechGate)“ wird sie sich primär neuen Technologien widmen, die für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Nervensystems eingesetzt werden. Federführend bei diesem Projekt ist die Wi-Med Bergmannsheil Dienstleistung GmbH in Kooperation mit dem Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil; weiterhin beteiligt ist die MedEcon Ruhr GmbH.

Enormes Potenzial der Neuromedizin

„Die Neuromedizin-Forschung in Bochum hat dank der Vernetzung zwischen Ruhr-Universität, Kliniken und weiteren starken Partnern ein enormes Potenzial“, sagt Johannes Schmitz, Geschäftsführer der Wi-Med. „Die neue Plattform schafft den geeigneten Rahmen, um technikbasierte Innovationen schneller zur Marktreife zu bringen.“ Prof. Dr. Martin Tegenthoff, Direktor der Neurologischen Universitätsklinik am Bergmannsheil, erklärt: „Die Förderzusage gibt uns den Spielraum, innovative Projektthemen zu realisieren und zugleich neue Wege der klinisch-industriellen Entwicklungszusammenarbeit zu erproben. Zugleich stärken wir den neuromedizinischen Schwerpunkt unserer Klinik und der Medizinischen Fakultät.“

Innovatives Neuroimaging, elektrische Neurostimulation und Big-Data-Gangbildscreening

NeuroTechGate plant die Umsetzung von zunächst drei Modellvorhaben: Das erste Projekt, das in Kooperation mit der Firma Philips umgesetzt wird, dient der Verbesserung der bildgebenden Diagnostik in der Kernspintomographie, um traumatische Hirnschäden bei Unfallpatienten detaillierter erfassen zu können. Hierbei sollen neuartige MRT-Sequenzen entwickelt werden, die eine mehr auf die klinische Bedeutung ausgerichtete Bildgebung ermöglichen. Im zweiten Modellprojekt geht es um die Entwicklung eines Therapiesystems, um altersbedingte bzw. neurologisch bedingte Gangstörungen mittels elektrischer Stimulation behandeln zu können. Partner ist hierbei die Firma Bosana, mit der bereits ein Therapiesystem für die obere Extremität entwickelt wurde, welches mit elektrischer Stimulation arbeitet. Dieses ist bereits erfolgreich etabliert worden und wird zum Beispiel bei Schlaganfall- oder Schmerzpatienten eingesetzt.

Im Fokus des dritten Vorhabens – in Kooperation mit der Firma Molibso – steht die Entwicklung innovativer Screeninginstrumente für Gangstörungen, die neurologisch oder anderweitig bedingt sind: Auf der Basis umfangreicher Datenerfassungen (Big Data) von Gang- und Bewegungsparametern bei gesunden Menschen soll ein Algorithmus entwickelt werden, der als Basis eines neuartigen Screening-Instrumentes dient: Damit soll das Gangbild analysiert werden, um bei möglichen Abweichungen von der Norm pathologische Auffälligkeiten zu identifizieren. Ein solches Screening-Instrument könnte im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen frühzeitige und wichtige Hinweise für eine weitere medizinische Abklärung liefern.

Über das Bergmannsheil

Das Berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil repräsentiert den Strukturwandel im Ruhrgebiet wie kein anderes Krankenhaus: 1890 als erste Unfallklinik der Welt zur Versorgung von verunglückten Bergleuten gegründet, zählt es heute zu den modernsten und leistungsfähigsten Akutkliniken der Maximalversorgung und gehört zum Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum (UK RUB). In 23 Kliniken und Fachabteilungen mit insgesamt 652 Betten werden jährlich rund 21.000 Patienten stationär und 67.000 Patienten ambulant behandelt.

Das Berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil gehört zur Unternehmensgruppe der BG Kliniken. In ihr sind neun berufsgenossenschaftliche Akutkliniken, zwei Kliniken für Berufskrankheiten und zwei Unfallbehandlungsstellen verbunden. Mit 12.000 Mitarbeitern und jährlich über 500.000 Patienten ist die Gruppe einer der größten Klinikverbünde Deutschlands. Weitere Informationen: www.bergmannsheil.de, www.bg-kliniken.de

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Martin Tegenthoff
Direktor der Neurologischen Universitätsklinik und Poliklinik
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil gGmbH
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel.: 0234 / 302-3255
E-Mail: martin.tegenthoff@bergmannsheil.de

Dietmar Schmuck
Prokurist
Wi-Med Bergmannsheil Dienstleistung GmbH
Bürkle-de-la-Camp-Platz 2
44789 Bochum
Tel.: 0234 / 97656-11
E-Mail: dietmar.schmuck@bergmannsheil.de

Pressekontakt:

Robin Jopp
Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil gGmbH
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel.: 0234 / 302-6125
E-Mail: robin.jopp@bergmannsheil.de

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