Neues Zentrum für Evolutionsforschung in Kiel: Internationales Symposium zur Gründung

Daneben sollen unter dem Schlüsselbegriff „translationale Evolutionsforschung“ gezielt Brücken zwischen Grundlagenforschung und Anwendung geschlagen werden. Neben der Förderung der Wissenschaft stehen ausdrücklich auch Lehre und Öffentlichkeitsarbeit im Fokus des „Kiel Evolution Center“.

Daran beteiligt sind neben der CAU auch Forschende vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, dem Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön (MPI EB) und dem Forschungszentrum Borstel (FZB), Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften. CAU-Vizepräsidentin Professorin Karin Schwarz begrüßt die neue Initiative: „Der Wissenschaftsstandort Kiel entwickelt sich seit einigen Jahren zu einem bundesweit einzigartigen Schwerpunkt in der Evolutionsforschung. Davon zeugen zahlreiche drittmittelstarke Verbundforschungsprojekte auf diesem Gebiet. Mit dem Kiel Evolution Center können wir diese Vorreiterrolle festigen – und so einen weiteren wichtigen Stützpfeiler der Spitzenforschung in Schleswig-Holstein verankern.“

Das Gründungssymposium spiegelt den thematischen Bogen des KEC-Forschungsprogramms wider: Es geht vorwiegend um den Einfluss der Evolution auf Medizin, Landwirtschaft und Naturschutz. Hervorzuheben ist der Eröffnungsvortrag von Professor Michael Hochberg von der Universität Montpellier, der sich mit den evolutionären Ursachen moderner Krebserkrankungen auseinandersetzt. Hierüber lassen sich neue Therapiestrategien ableiten, bei denen die schnelle Veränderung des Tumorgewebes berücksichtigt wird. Professor Hinrich Schulenburg vom Zoologischen Institut der CAU hat mit Kolleginnen und Kollegen aus den beteiligten Institutionen die Gründung des Zentrums vorangetrieben: „Unser Anliegen ist es nicht nur, die Evolutionsbiologie als Kerngebiet der Lebenswissenschaften in den Fokus zu rücken. Ebenso wichtig ist der disziplinübergreifende Austausch mit Forschenden angrenzender Gebiete. So wird es uns künftig gelingen, Antworten auf die großen Herausforderungen in Medizin, Landwirtschaft und Naturschutz zu finden“.

Ein wichtiger Forschungsgegenstand der Evolutionsforschenden ist zum Beispiel die Auseinandersetzung von Organismus und Krankheiten: Die erfolgreiche Bekämpfung verschiedener Krankheitserreger wird künftig auf der Berücksichtigung der zugrundeliegenden evolutionären Prozesse beruhen. Diese sogenannte „Evolutionsmedizin“ zielt unter anderem auf Strategien gegen antibiotikaresistente Krankheitserreger oder die Bekämpfung von bisher kaum behandelbaren Krebserkrankungen ab. Ähnliche Prozesse spielen eine Rolle bei der Bekämpfung von Schadinsekten in der Landwirtschaft oder dem Erhalt der Artenvielfalt in der Natur. Eva Stukenbrock, Professorin für Umwelt-Genomik an der CAU: „Die Probleme in Medizin, Landwirtschaft und Artenschutz beruhen auf vergleichbaren evolutionären Prinzipien, werden bisher aber meist getrennt betrachtet. Das wollen wir ändern.“ Mit diesen und weiteren Themen wird das neue Zentrum eine wichtige Rolle im lebenswissenschaftlichen Forschungsschwerpunkt „Kiel Life Science“ (KLS) an der Universität Kiel übernehmen.

Bilder stehen zum Download bereit:

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Prof. Hinrich Schulenburg, Sprecher des „Kiel Evolution Center“, begrüßt die internationalen Forschenden zum KEC-Gründungssymposium.
Foto: Christian Urban, Universität Kiel

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Über die evolutionären Ursachen moderner Krebserkrankungen spricht Prof. Michael Hochberg von der Universität Montpellier in seinem Auftaktvortrag.
Foto: Christian Urban, Universität Kiel

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Prof. Thomas Bosch spricht für den Forschungsschwerpunkt „Kiel Life Science“, dessen Teil das neue Zentrum für Evolutionsforschung ist.
Foto: Christian Urban, Universität Kiel

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Rund 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nehmen am KEC-Gründungssymposium im Zoologischen Museum Kiel teil.
Foto: Christian Urban, Universität Kiel

Kontakt:
Prof. Hinrich Schulenburg
Sprecher „Kiel Evolution Center“ (KEC), CAU Kiel
Tel.: 0431-880-4141
E-Mail: hschulenburg@zoologie.uni-kiel.de

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
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