Neues Themenheft der ZEFQ: Publikationsbias – Verzerrung durch Pharmasponsoring

Wer die Musik bezahlt, bestimmt was gespielt wird – gerade bei Forschung zum Wohle von Patienten sollte dies nicht gelten dürfen. Dass dennoch häufig das Gegenteil der Fall ist, zeigen zahlreiche Untersuchungen zum so genannten Publikationsbias. Damit sind das systematische Zurückhalten und das selektive Berichten von Studienergebnissen gemeint, die dem Finanzier der Studie nicht ins Geschäftskonzept passen. "Selektive Berichterstattung ist aus ethischer Sicht vollkommen unakzeptabel", sagen die Herausgeber des ZEFQ-Heftes Gerd Antes, Monika Lelgemann und Beate Wiesler.

Dabei werden Ursachen und Auswirkungen des Publikationsbias in den Beiträgen des Themenheftes nicht nur analysiert. Es wird auch aufgezeigt, wie mit statistischen Methoden und systematischer Recherche Publikationsbias identifiziert werden kann. Das Konzept eines verpflichtenden Ergebnisregisters für klinische Studien wird als wichtiger Schritt in Richtung sauberes Wissen vorgestellt.

Um eine Therapieentscheidung, die immer auch eine Risikoentscheidung ist, angemessen treffen zu können, ist der einzelne Arzt auf verlässliche Daten angewiesen. "Vor dem Hintergrund des potenziellen Schadens, welcher durch selektive Berichterstattung verursacht wird, wundert die Gelassenheit, mit welcher viele Beteiligte des Gesundheitswesens dem Phänomen gegenüberstehen", so die Herausgeber. Das Themenheft trägt dazu bei, die Gelassenen im Sinne des Patientenwohls wachzurütteln.
(idw, 05/2010)

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