Neues Studierendenhaus offiziell eröffnet – Raum zum selbständigen Lernen und Üben ärztlicher Fähigkeiten

Im KISS lernen Studierende den direkten Umgang mit dem Patienten und damit verbundene technische Fähigkeiten (Skills) – zum Beispiel Reanimation, Blutentnahme und chirurgisches Nähen. Das neue Skillslab bietet Patientenzimmer zum Üben einzelner Fertigkeiten in realistischer Umgebung. Hierfür sind die Übungsstationen originalgetreu ausgestattet. Zwischen den einzelnen Räumen befinden sich Besprechungszimmer, die über Spiegelscheiben Einblick in die Übungsräume geben. Über Kameras und Mikrophone können außerdem einzelne Übungen aufgezeichnet werden, um so den Lernprozess nach neusten wissenschaftlichen Gesichtspunkten zu fördern.

Desweiteren bietet das neue Haus Trainingsmöglichkeiten an verschiedenen Übungsmodellen (Puppen). Zum Erlernen der Anamnese und der Gesprächsführung zwischen Patient und Arzt stehen speziell geschulte Schauspieler zur Verfügung, die Patienten mimen. Eine weitere Besonderheit stellt der Notfalltrakt dar. Von der Krankenwagenanfahrt bis zur hin zur Narkose-Einleitung und dem Transport in den Operationssaal, kann die gesamte Rettungskette nachempfunden werden. Um eine weitgehend realitätsnahe Simulation zu ermöglichen, besitzt das KISS modernste Simulationsmodelle und aktuelles technisches Equipment.

Auf der Pressekonferenz zur Eröffnung des neuen Gebäudes betonte Prof. Axel Freimuth, Rektor der Universität zu Köln, wie wichtig eine gute Ausbildung im Fach Medizin sei und dass dafür exzellente Bedingungen notwendig seien. Außerdem ging er auf die Verwendung von Studiengebühren für den Bau des Gebäudes ein: „Das Studierendenhaus ist ein gutes Beispiel, wie die Beiträge für die Studierenden verwendet werden können.“

Als „Offensive für die akademische Lehre“ beschrieb Prof. Joachim Klosterkötter, Dekan der Medizinischen Fakultät, die Einführung des Kölner Modellstudiengangs Humanmedizin 2003 und die gleichzeitige Einrichtung des Kölner interprofessionellen Skillslab und Simulationszentrums (KISS). Mit dem Umzug in das neue Studierendenhaus werde dieses Angebot des praktischen Lernens aufgewertet und gehöre so zu den etablierten Lehrangeboten der Medizinischen Fakultät. „Das Studierendenhaus schafft neuen Raum zum selbständigen Erlernen und Üben praktischer und medizinischer Fähig- und Fertigkeiten an verschiedenen Modellen und bietet der Fachschaft Medizin sowie allen Studierenden zugleich ein Zentrum für Kommunikation, Identifikation und die selbstbewusste, reformerische Mitgestaltung des Medizinstudiums in Köln“, so der Dekan.

Prof. Edgar Schömig, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor der Uniklinik Köln, betonte die Bedeutung der medizinischen Ausbildung für die Uniklinik Köln: „Wir als Uniklinik Köln haben ein strategisches Interesse daran, eine gute medizinische Ausbildung zu bieten. So schaffen wir uns quasi eine Ressource für die Zukunft. Die Studierenden von heute sind die Assistenzärzte von morgen und die Oberärzte von übermorgen.“

Das neue Studierendenhaus ist in kürzester Zeit entstanden. Von den ersten Planungen bis zum Einzug der ersten Nutzer vergingen nur 18 Monate. Für die Bauplanung, die Ausführung sowie die Finanzierung war die medfacilities, ein Tochterunternehmen der Uniklinik Köln, verantwortlich.

Dr. Peter Heinen, Geschäftsführer medfacilities, betonte die Vorteile der Baulösung aus einer Hand: „Durch die Bauträger- und Investorenrolle der medfacilities ist neben der kompetenten Ausführung des Gebäudes auch ein erheblicher Zeitvorteil entstanden. Die medfacilities verfügt über die Möglichkeiten, ein Bauvorhaben über seinen gesamten Lebenszyklus aus einer Hand zu betreuen: von der Planung bis zum Betrieb.“

Simon Oeckenpöhler ist der ehemalige Vorsitzende der Fachschaft Medizin, welcher in seiner Amtszeit entscheidend dazu beigetragen hat, den Bau des Studierendenhauses voranzutreiben: "Die Verwendung von Studienbeiträgen war und ist immer noch ein großes Streitthema. In diesem Bau haben wir dennoch eine wirklich gute Möglichkeit gefunden, mit der alle zufrieden sein können." Außerdem betonte er die wichtige Rolle der Lehre in der Medizinerausbildung: "Mit diesem Bau im Zentrum der Medizinischen Fakultät rückt die Lehre optisch an eine neue Position. Wir – als Fachschaft – werden uns weiter dafür einsetzen, die Lehre auch in den Köpfen der Professoren und Dozenten mehr und mehr in den Mittelpunkt zu rücken."

Ergänzt werden die Seminar- und Übungsräume im neuen Haus durch ein Studierenden-Café. Es schafft einen Ort für Austausch, Lernen, Entspannen und Kaffeetrinken. Direkt an das Café angeschlossen hat die Fachschaft Medizin einen Raum. Sie vertritt die Interessen der Medizinstudierenden in diversen Kommissionen und Gremien. Außerdem ist die Fachschaft verantwortlich für die Realisation von studentischen Projekten wie beispielsweise dem „Teddybär-Krankenhaus“ oder dem Aufklärungsprojekt „Mit Sicherheit verliebt“.

Durch das neue Studierendenhaus mit den neuen Räumen für das Skillslab, den erweiterten Seminarräumen, den unterschiedlichsten Trainingsmöglichkeiten sowie dem Studierenden-Café hat die Lehr- und Lernatmosphäre an der Medizinischen Fakultät eine ganz neue Qualität bekommen.

Bei Rückfragen:

Christoph Wanko
Pressesprecher Uniklinik Köln
Stabsabteilung Kommunikation
Telefon: 0221 478 5548
E-Mail: pressestelle@uk-koeln.de
(idw, 06/2010)

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