Neues Lernkonzept steigert Attraktivität medizinischer und pflegerischer Ausbildung

Das Projekt „Bildungscluster Greifswald – gemeinsames Lernen von Medizin und Pflege“ wurde Ende 2013 gestartet. Pflegestudierende von der Hochschule Neubrandenburg und Medizinstudierende der Universitätsmedizin Greifswald haben seither vier Ausbildungsabschnitte gemeinsam absolviert. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft förderte das Vorhaben mit 250.000 Euro.

Hintergrund ist der demografische Wandel in Mecklenburg-Vorpommern, der die Sicherstellung der künftigen medizinisch-pflegerischen Versorgung der Bevölkerung vor große Herausforderungen stellt. Für die stärkere interprofessionelle Zusammenarbeit der Gesundheitsfachberufe ist darum ein innovatives Konzept erforderlich. Eine erfolgreiche interprofessionelle Kooperation setzt den Erwerb von entsprechenden Kompetenzen voraus, die im Rahmen der Ausbildung erworben und geübt werden müssen. Das interprofessionelle Lernen (IPL) stellt somit künftig einen wichtigen Lernansatz dar. Deutschlandweit existieren bisher nur vereinzelt Erfahrungen mit dieser Form des Lernens. Derzeit erfolgt in insgesamt acht Studien die wissenschaftliche Untersuchung.

Die Bildungsclusterstudie Greifswald/Neubrandenburg untersucht das IPL von Medizin- und Pflegestudierenden. Vier interprofessionelle Lehrveranstaltungen (Vorlesung, Seminar, Simulati-onspatiententraining und gemeinsames Arbeiten auf der Palliativausbildungsstation der Universitätsmedizin Greifswald) wurden entwickelt und im Zeitraum von Oktober 2013 bis März 2015 erprobt und begleitend evaluiert. Die Ergebnisse werden am 11. September 2015 auf dem Abschlusssymposium in Greifswald präsentiert und mit nationalen und internationalen Experten diskutiert.

Gleichzeitig erfolgt die offizielle Veröffentlichung des Strategiepapiers zum IPL von Medizin und Pflege in Mecklenburg-Vorpommern. Dieses Papier beschreibt Voraussetzungen für eine nachhaltige Implementierung des IPLs und zeigt auf, wie dieses innovative Lernkonzept die Attraktivität der medizinischen und pflegerischen Ausbildungen steigern kann. Dadurch kann diese Lernform einen Beitrag leisten, die Absolventen im Land zu halten. Die Strategie beruht auf den
Ergebnissen und Erfahrungen der Bildungsclusterstudie und wurde gemeinsam mit dem Kern-konsortium (Fachbereich Gesundheit, Pflege, Management der Hochschule Neubrandenburg, Landkreis Vorpommern-Greifswald, Diakonisches Werk Mecklenburg-Vorpommern e.V.) und den Akteuren aus dem Land Mecklenburg-Vorpommern (u.a. Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales M-V, Krankenhausgesellschaft M-V e.V., bpa Landesgruppe M-V) entwickelt.

Pressegespräch
11. September 2015, 09.30 Uhr
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Domstraße 11, 17489 Greifswald
Konzilsaal (Eingang 3)

Abschlusssymposium
11. September 2015, 10.00 Uhr
Aula im Universitätshauptgebäude

Kontakt
Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, MPH
Dr. Adina Dreier, M.Sc.
Institut für Community Medicine, Abt. Versorgungsepidemiologie und Community Health
Universitätsmedizin Greifswald
Ellernholzstr. 1.2, 17489 Greifswald
Telefon 03834 86-7741
wolfgang.hoffmann@uni-greifswald.de
adina.dreier@uni-greifswald.de

Jan Meßerschmidt
Leiter Presse- und Informationsstelle
Domstraße 11, 17489 Greifswald
Telefon 03834 86-1150
Mobil 0170 5669683
pressestelle@uni-greifswald.de
www.uni-greifswald.de

Programm

10.00 Begrüßung
· Dr. Sibylle Scriba, Abteilungsleiterin Gesundheit und Arbeitsschutz, Ministerium für Arbeit, Soziales und Gleichstellung M-V
· Prof. Dr. Max P. Baur, Dekan Universitätsmedizin Greifswald
· Peter Hingst, Pflegevorstand Universitätsmedizin Greifswald
· Dirk Scheer, Dezernatsleitung Soziales, Jugend, Gesundheit, Sicherheit und Ordnung, Landkreis Vorpommern-Greifswald

10.30 Initialvortrag: Künftige verstärkte Zusammenarbeit im Gesundheitswesen: gemeinsames
Lernen als Voraussetzung
· Prof. Dr. Doris Schaeffer, Bielefeld

11.05 Gemeinsames Lernen von Medizin- und Pflegestudierenden – die Bildungscluster-Studie
Greifswald/ Neubrandenburg
· Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, Greifswald

11.25 Motivationale Aspekte des gemeinsamen Lernens aus Sicht der Medizin- und Pflegestu-dierenden
· Prof. Dr. Roman F. Oppermann, Neubrandenburg

11.45 Gemeinsames Lernen von Medizinstudierenden und Pflegeauszubildenden: Erfahrungen in der Anästhesie der UMG
· Prof. Dr. Konrad Meissner, Greifswald

12.05 – 13.00 Uhr Mittagspause

13.00 Interprofessionelle Versorgung im Bereich Demenz – Die KOMPIDEM-Studie
· Prof. Dr. Sascha Köpke, Lübeck

13.20 Neue Anforderungen an professionelles Handeln und Kooperation in Medizin und Pflege – Die proKo-Studie an der Charité Berlin
· Dr. Susanne Dettmer, Berlin

13.40 Interprofessionelle Zusammenarbeit zur Optimierung von Arbeitsabläufen im Krankenhaus – ein Beispiel aus Rheinland-Pfalz
· Prof. Dr. Renate Stemmer, Mainz

14.00 Gemeinsames Arbeiten erlernen: Das Beispiel der Ausbildungsstation im Karolinska-Universitätskrankenhaus Stockholm
· Prof. Dr. Uffe Hylin, Stockholm

14.20 Was kann die Ausbildung zur Verbesserung der interprofessionellen Zusammenarbeit leisten? Das Beispiel Careum Campus Zürich
· Prof. Dr. Monika Schäfer, Zürich

14.40 – 15.15 Uhr Kaffeepause

15.15 Veränderungen in der Versorgungspraxis: das Erfordernis einer verstärkten interprofessi-onellen Kooperation in der Zukunft
· Prof. Dr. Britta Wulfhorst, Hamburg

15.35 Rechtliche Aspekte der nachhaltigen Implementation von interprofessionellem Lernen
Prof. Dr. Gerhard Igl, Kiel

15.55 Interprofessionelles Arbeiten in der Pflegepraxis – Chancen und Notwendigkeiten für
Mecklenburg-Vorpommern
· Helmut Schapper, Schwerin

16.15 Gemeinsames Lernen aus Sicht der Akteure – Vorstellung des Strategiepapiers der
Bildungscluster-Studie
· Dr. Adina Dreier, Greifswald

16.35 Zusammenfassung und Ausblick
· Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, Greifswald

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