Neues Labor für Gesundheit und Sensorik an der FH JOANNEUM eröffnet

Das neue Health Perception Lab ist ein interdisziplinäres Projekt des Instituts „Diätologie“ der FH JOANNEUM und soll in Zusammenarbeit mit weiteren 7 Studiengängen, „Biomedizinische Analytik“, „Hebammen“, „Gesundheitsmanagement im Tourismus“, „Ergotherapie“, „Nachhaltiges Lebensmittelmanagement“, „Communication, Media and Interaction Design“ sowie „Informationsmanagement“, einen Beitrag zur nachhaltigen Adipositasprävention und -therapie leisten. Hier wird gesundheitsorientierte Sensorik mit Methoden der Wahrnehmungs- und Konsumentenforschung wie beispielsweise Eyetracking verbunden. „Der Fokus des Labors liegt in der Entwicklung und Validierung von methodischen Ansätzen zur Durchführung sensorischer Untersuchungen, die vor allem in der Adipositasprävention und -therapie Anwendung finden sollen. Das Zusammenführen von gesundheitswissenschaftlichem und technischem Know-how spielt hierbei eine entscheidende Rolle“, erklären die Projektleiterinnen Bianca Neuhold und Susanne Maunz.

Kristina Edlinger-Ploder, steirische Landesrätin für Wissenschaft & Forschung, Gesundheit und Pflegemanagement: „Mit einer Forschungsquote von 4,7 Prozent ist die Steiermark nicht nur in Österreich, sondern auch in Europa führend. Projekte wie das Health Perception Lab sind ein gutes Beispiel für den Weg, der mit der steirischen Forschungsstrategie eingeschlagen wurde. Die übergreifende Zusammenarbeit im Rahmen solcher Projekte wird vor allem in der Zukunft ein maßgeblicher Faktor dafür sein, dass die Steiermark diese Spitzenstellung halten kann.“
Angewandte Forschung auf hohem Niveau

Rektor Karl Peter Pfeiffer bei der Eröffnung des Health Percpetion Lab an der FH JOANNEUM: „Prävention und Gesundheitsförderung sind große Herausforderungen im 21. Jahrhundert und hier können wir mit diesem Projekt einen wichtigen Beitrag leisten. Es zeigt aber auch, dass sich in den Gesundheitsberufen, für die es erst seit einigen Jahren eine hochschulische Ausbildung gibt, die angewandte Forschung auf hohem Niveau etabliert hat. Besonders freut mich auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Studiengängen aus Gesundheit, Wirtschaft, Design und Technik.“

Geschäftsführer Günter Riegler erklärt den finanziellen Hintergrund des Health Perception Lab: „Insgesamt wurden rund 228.000 Euro in das Labor investiert – davon entfällt die Hälfte auf Spezialgeräte und EDV. Eines dieser Spezialgeräte ist der so genannte ‚Pea Pod‘, also das Messgerät für Säuglinge. Die FFG hat den Löwenanteil übernommen (135.000 Euro), Land Steiermark und FH JOANNEUM haben aus unseren Budgets jeweils rund 45.000 Euro beigetragen. Ab 2016 wollen und müssen wir von Externen akquirieren – wir sind bereits in zahlreichen Gesprächen mit Vertretern der Lebensmittelindustrie, die großes Interesse an unserem Labor und an unseren Forschungsthemen haben. Daher sind wir davon überzeugt, dass uns die Ausfinanzierung ab 2016 gelingen wird.“

Geschmacksprägung im Mutterleib
Im Rahmen des Projektes startete Anfang Jänner 2014 eine klinische Studie mit 100 Schwangeren. „Diese befasst sich mit der Geschmacksprägung und Entwicklung bei Schwangeren, Stillenden und deren Säuglingen. Dafür werden sensorische, klinische wie auch anthropometrische Daten gesammelt und interpretiert“, so Susanne Maunz.
Da Säuglinge im Gegensatz zu erwachsenen ProbandInnen keine standardisierte Selbsteinschätzung abgeben können, ist es wesentlich, eine einheitliche Form der Beobachtung anzuwenden. Hier soll der Babytracker, eine neuartige Methode zur Beurteilung von Geschmackspräferenzen bei Säuglingen, zum Einsatz kommen. Dieser zeichnet mittels Kamera und entsprechender Software sowohl gestische, mimische als auch akustische Reaktionen auf Ernährungsstimuli auf.

Süß, aber gesund
Ein zweiter Forschungsschwerpunkt widmet sich der Entwicklung von Produktkonzepten, die vor allem auf die speziellen diätologischen Anforderungen für Kinder und Kleinkinder eingehen.

„Wir versuchen festzustellen, wie süß beispielsweise Joghurt sein muss, um von Kindern angenommen zu werden, aber trotzdem gesund zu sein“, erklärt Elisabeth Pail, Vorsitzende des Departments für Gesundheitsstudien und Leiterin des Instituts für „Diätologie“ an der FH JOANNEUM.
Die aus diesen Konzepten gewonnenen Erkenntnisse sollen in einem dritten Schritt verschiedenen Berufsgruppen wie Diätologinnen und Diätologen, Hebammen oder MultiplikatorInnen im Gesundheitsbereich zur Verfügung gestellt werden. Mittels Trainingskonzepten zur Geschmackssensibilisierung sollen Methoden entwickelt werden, die langfristig im präventiven und therapeutischen Bereich Anwendung finden.

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