Neues Graduiertenkolleg: 3,5 Millionen Euro für Forschung gegen Antibiotika-Resistenzen

Prof. Dr. Peter Westhoff, Prorektor für Forschung und Transfer, erklärte: „Über die Bewilligung freue ich mich sehr. Das Forschungs-thema des Graduiertenkollegs wird ganz wesentlich zur weiteren Profilschärfung der HHU beitragen. Dies umso mehr, da es auf der langjährigen engen Zusammenarbeit der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen mit der Medizinischen Fakultät aufbaut.“
Immer mehr Mikroorganismen und auch Krebszellen weisen mittlerweile Resistenzen auf. Diese (Antibiotika)-Resistenzen machen z.B. die Behandlung von Tuberkulose oder Toxoplasmose immer schwieriger. Ähnliches gilt auch bei Krebszellen; diese entwickeln manchmal sogar innerhalb von Monaten Resistenzen gegen Zytostatika und können dann nicht mehr mit einer Chemotherapie bekämpft werden. „Bestimmte Formen des Tumors sind dann nicht mehr therapierbar“, erklärt Prof. Dr. Peter Proksch.
Er möchte innerhalb des Graduiertenkollegs neue Antibiotika finden und dabei auch die Erkenntnisse über die Resistenzen bei Mikroorganismen auf die Tumoren übertragen.
Hoffnung auf neue Substanzen liegt für Proksch in den Naturstoffen, die als Ideengeber dienen werden: „Rund zwei Drittel aller derzeit bekannten Antibiotika gehen auf Naturstoffe zurück, es ist also vielversprechend, in dieser Richtung weiter zu forschen.“ Proksch kann dabei auf umfangreiche Vorarbeiten zurückgreifen, er beschäftigt sich seit Jahren intensiv vor allem mit Naturstoffen aus dem Meer, speziell aus dem Indopazifik. Mit Forschern von der Peking University, V.R. China, verbindet ihn seit langem eine enge Zusammenarbeit. Ein chinesischer Kollege ist als Mercator Fellow in das Graduiertenkolleg eingebunden.
Das Graduiertenkolleg läuft über einen Zeitraum von viereinhalb Jahren, Wissenschaftler aus der Pharmazie und der Biochemie sind be-teiligt. Zudem besteht eine enge Kooperation mit der Medizinischen Fakultät, stellvertretende Sprecher des Kollegs sind Prorektor Prof. Dr. Klaus Pfeffer (Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene) sowie Prof. Dr. Sebastian Wesselborg (Institut für Molekulare Medizin I).

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