Neues Gesicht in der Leopoldina

Es ist sicher kein Spaziergang, den man gemacht haben muss, um in die Leopoldina aufgenommen zu werden: Herausragende wissenschaftliche Leistungen und wissenschaftspolitisches Engagement werden vorausgesetzt. Christian Hertweck ist diesen Weg der Forschung gegangen, der ihn letztlich nach Jena geführt hat. Er studierte Chemie in Bonn und wurde am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena promoviert. Es folgt ein Auslandsaufenthalt in Seattle und darauf die Tätigkeit am HKI, erst als Nachwuchsgruppenleiter, später dann Abteilungsleiter und stellvertretender Direktor.
„Ich empfinde es als große Ehre, das Erbe so wichtiger Wissenschaftler teilen zu dürfen und nun dieser traditionsreichen Vereinigung anzugehören. Besonders die Möglichkeit, Gesellschaft und Politik bei verschiedenen Themen zu beraten, reizt mich sehr“, sagt Christian Hertweck. Er hat sich in Jena vor allem um die Stärkung der Naturstoff-Forschung verdient gemacht. In kleinen, komplexen Molekülen suchen er und sein rund 30-köpfiges Team nach neuen Wirkstoffen für Antibiotika und Krebsmedikamenten. Dabei steht nicht nur der therapeutische Nutzen im Zentrum, sondern auch der allumfassende Einblick in ökologische Zusammenhänge. International gehört sein Team mit dieser Forschungsausrichtung zur Spitze. Damit kein Mangel an Nachwuchs aufkommt, bildet er auch Studenten der FSU Jena aus, unter anderem in dem von ihm mitbegründeten Studiengang Chemische Biologie.
Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina ist – mit der Gründung 1652 in Schweinfurt – die älteste naturwissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft in Deutschland. Die Leopoldina fördert unter anderem die Zusammenarbeit von Forschern und berät Politik und Behörden in wissenschaftlichen Fragen. Die Akademie zählt heute rund 1.500 Mitglieder aus aller Welt. Insgesamt 20 Wissenschaftler aus Jena gehören der Leopoldina aktuell an.

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