Neuer Vorstand für das MATHEON

Zum 1. Juni 2016 hat Prof. Martin Skutella (TU Berlin) sein Amt als neuer Sprecher des Forschungszentrums MATHEON angetreten. Sein Stellvertreter ist Prof. Christof Schütte (Zuse Institut Berlin (ZIB), FU Berlin). Die Mitgliederversammlung des MATHEON hat den Vorstand und seine Sprecher für eine Amtszeit von vier Jahren neu gewählt.
Dem Vorstand wird auch der scheidende Sprecher, Prof. Volker Mehrmann (TU Berlin) angehören, sowie Prof. Michael Hintermüller (Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik (WIAS), HU Berlin), Prof. Konrad Polthier (FU Berlin) und Prof. Caren Tischendorf (HU Berlin). Mitarbeitervertreter ist Dr. Dirk Peschka (WIAS). Als ständige Gäste wurden Prof. Jürg Kramer (HU Berlin), Prof. Wolfgang König (TU Berlin, WIAS) und Prof. Alexander Mielke (HU Berlin, WIAS) gewählt.

„In dieser Besetzung repräsentiert der Vorstand auch weiterhin die fünf Berliner Einrichtungen, die das MATHEON institutionell tragen, sowie die fachlich Breite, die uns auszeichnet“, sagt Skutella. „Ich persönlich bedanke mich für das Vertrauen, das mir durch die Wahl ausgesprochen wurde, und freue mich auf die neue Aufgabe, die Zukunft dieser einzigartigen Forschungseinrichtung entscheidend mitzugestalten.“
Seit seiner Gründung 2002 als DFG-Forschungszentrum hat das MATHEON einen festen Platz in der Weltspitze der anwendungsorientierten Mathematikforschung. Mit seinem einmaligen Zusammenschluss über Hochschul- und Institutsgrenzen hinweg bündelt es die exzellente Berliner Forschung in der Mathematik für Schlüsseltechnologien und hat sich als wichtiger Partner für die interdisziplinäre Forschung wie auch für die Industrie etabliert.

Auf der Agenda der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler steht die Entwicklung neuer mathematischer Methoden zur Modellierung, Simulation und Optimierung realer Prozesse für aktuelle Anwendungsgebiete von gesellschaftlicher Relevanz. Dazu gehören die Lebens- und Gesundheitswissenschaften, Fragen nachhaltiger Energieversorgung, Herausforderungen städtischer Infrastrukturen und Entwicklungen im Bereich optischer Technologien. Seit 2014 wird das MATHEON im Rahmen des Einstein Zentrums für Mathematik (ECMath) durch die Berliner Einstein-Stiftung gefördert. Ende Mai 2016 wurde dort der Antrag für die zweite Förderperiode 2017-2019 eingereicht.
Perspektive Exzellenzinitiative.

Mit der Verjüngung an der Spitze setzt das Forschungszentrum MATHEON auch ein Zeichen für die kommende Runde der Exzellenzinitiative. „Uns hier als Berliner Mathematik mit all unseren Stärken zu positionieren, wird eine der vorrangigen Aufgaben der kommenden Monate und Jahre sein“, sagt Prof. Skutella zu seinem Amtsantritt. „Ein Schlüssel zum Erfolg ist dabei die von Vertrauen und gegenseitigem Respekt geprägte fruchtbare Kooperation der gesamten Berliner Mathematik und der Leitungsgremien der beteiligten Trägerinstitutionen.“

Der scheidende Sprecher Prof. Volker Mehrmann blickt auf eine sehr erfolgreiche und bewegte achtjährige Amtszeit zurück: „Nach zwölf überaus produktiven Jahren als DFG-Forschungszentrum gelang es dem MATHEON 2014, die Finanzierung der exzellenten anwendungsorientierten Berliner Mathematik aus Mitteln der Einstein-Stiftung zu sichern. Damit konnten wir unsere fruchtbare wissenschaftliche Arbeit erfolgreich fortsetzen, aber auch zumindest einen Teil der Aufgaben, die uns in Richtung Bildung und Öffentlichkeit wichtig waren, wie den MATHEON-Adventskalender für Schüler“, sagt Mehrmann. „Diese Erfolge waren nur durch die intensive Zusammenarbeit über Institutionsgrenzen hinweg möglich. Ich wünsche dem MATHEON und seinem neuen Leitungsteam viel Schwung und Inspiration für die kommenden Herausforderungen, und dass dieser Teamgeist erhalten bleibt.“

Prof. Martin Skutella, Jahrgang 1969, hat im Laufe seiner Karriere an zahlreichen Universitäten und international renommierten Forschungseinrichtungen im In- und Ausland geforscht. Seit 2007 ist er Professor für Kombinatorische Optimierung und Graphenalgorithmen an der TU Berlin – seit 2015 gefördert als Einstein-Professor.
Seine Forschungsinteressen liegen an der Schnittstelle von Diskreter Mathematik und Theoretischer Informatik, wo er sich unter anderem mit der Komplexität und algorithmischen Lösung mathematischer Optimierungsprobleme beschäftigt. Ein Schwerpunkt seiner Forschung ist die Netzwerkoptimierung mit zahlreichen Anwendungen in den Bereichen Verkehr, Logistik und Evakuierungsplanung.

Prof. Christof Schütte, Jahrgang 1966, ist seit 2000 Professor für Numerische Mathematik und Scientific Computing an der FU Berlin und seit 2015 Präsident des Zuse Instituts Berlin (ZIB). Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt in der Modellierung, Simulation und Optimierung von komplexen Systemen und begleitenden Datenanalyseproblemen mit Anwendungen vor allem aus den Lebenswissenschaften. Er ist Koordinator des Forschungscampus MODAL, einem öffentlich-privaten Partnerschaftsprojekt mit zahlreichen Industriepartnern, in dem die wirtschaftliche Verwertung einiger im MATHEON entstandener mathematischer Forschungsschwerpunkte langfristig vorangetrieben wird.

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