Neuer Studiengang Pflege passt zu Reform der Pflegeberufe-Ausbildung

Die Reform sieht vor, dass ab 2019 die Ausbildung in allen Pflegeschulen mit einer zweijährigen generalistischen Pflegeausbildung beginnen soll. Nach zwei Jahren entscheiden die Auszubildenden dann, ob sie im dritten Jahr die allgemeine Ausbildung mit einem bestimmten Schwerpunkt fortsetzen oder im Bereich der Kinderkranken- oder der Altenpflege den klassischen Abschluss wählen. Fachkräfte mit der generalistischen Ausbildung, die dann einen Schwerpunkt in der Kranken-, Alten- oder Kinderkrankenpflege haben, sollen künftig in allen drei Berufsfeldern einsetzbar sein.

„Das vorgesehene Gesetz definiert außerdem erstmals Tätigkeiten, die Pflegefachkräften vorbehalten sind“, erklärt Thomas Kutschke, Geschäftsführer der kbs Akademie für Gesundheitsberufe in Mönchengladbach. Kutschke hat zusammen mit Prof. Dr. Benno Neukirch, Dekan des Fachbereichs Gesundheitswesen, den neuen Studiengang Pflege entwickelt. „Das wird die Qualität der Pflege deutlich verbessern, weil festgelegt wird, dass die Feststellung des Pflegebedarfs, die Planung und die Auswertung der Pflege nur noch von Pflegefachkräften durchgeführt werden dürfen“, sagt Kutschke.

Die inhaltliche Aufwertung der pflegerischen Leistung spiegelt sich in dem neuen Studiengang wieder, der zum Wintersemester 2017/18 startet. Die Studierenden lernen dort, mehr Verantwortung als bisher für die Patienten zu übernehmen. Ergänzend zur Fachschulausbildung in der Pflege werden sie darauf vorbereitet, anwendungsbezogene Inhalte und Methoden aus den Bereichen evidenzbasierter Pflege, Pflege- und Gesundheitswissenschaften anzuwenden und weiterzuentwickeln. Sie sollen lernen, pflegerische Gutachten zu verfassen, in denen etwa aufgeführt wird, welche schmerzlindernden Maßnahmen ergriffen werden sollen.

„Wer Pflege studiert hat, kann Hausärzte in der ambulanten oder stationären Pflege entlasten“, sagt Dekan Prof. Dr. med. Benno Neukirch. Absolventen sollen in der Lage sein, hochkomplexe und wissenschaftsorientierte Aufgaben zu übernehmen. Damit wird nicht nur die Attraktivität des pflegerischen Berufs gesteigert, was vor dem Hintergrund des dramatisch ansteigenden Fachkräftebedarfs Gebot der Stunde ist; es ist auch ein Schritt in Richtung europäische Normalität. „In der EU ist das Pflegestudium eine völlig normale Qualifikation. Den Absolventen wird damit auch der europäische Markt offenstehen. Bachelor- und Masterabschluss sind europaweit anerkannt“, sagt Neukirch.

Die Hochschule Niederrhein bietet zum Wintersemester ein duales Studium Pflege in Kooperation mit acht regionalen Pflegeschulen an. Sobald das neue Gesetz in Kraft tritt, wird das Studium weiterentwickelt. 2018 kommen voraussichtlich weitere Krankenpflegeschulen dazu. Ab 2019 wird für bereits ausgebildete Pflegekräfte die Möglichkeit geschaffen, berufsbegleitend verkürzt über sechs Semester den Bachelorabschluss in der Pflege zu erwerben. Zum Start des Studiums 2017/18 wird mit 30 bis 50 Studierenden gerechnet.

„Mittelfristig erwarten wir bis zu 1.000 Studierende in der Pflege. Die Hochschule Niederrhein kann somit zum treibenden Motor für eine leistungsstarke, professionelle Pflege in den verschiedenen Einrichtungen, Krankenhäusern und Altenhilfeeinrichtungen werden“, sagt Hochschulpräsident Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg.

Pressekontakt: Dr. Christian Sonntag, Referat Hochschulkommunikation der Hochschule Niederrhein: Tel.: 02151 822 3610; E-Mail: christian.sonntag@hs-niederrhein.de

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