Neuer Schwerpunkt Essstörungen: MHH erweitert Angebot der psychosomatischen Tagesklinik

Die Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erweitert ihr Angebot bei psychosomatischen Behandlungsplätzen in der Tagesklinik von 20 auf 40 Plätze. Dabei wird insbesondere der Schwerpunkt der Behandlung essgestörter Patientinnen und Patienten erweitert. Behandelt werden zum Beispiel Patienten mit Bulimia nervosa, Binge-Eating-Störung und bestimmten Formen der Adipositas, zum Beispiel vor und nach Adipositaschirurgie. Dabei stehen verhaltenstherapeutische Maßnahmen im Vordergrund.

„Damit ist die MHH in Niedersachsen der größte Anbieter tagesklinischer akut-psychosomatischer Behandlung und in der Region Hannover die einzige Klinik mit diesem speziellen Angebot“, betont Professorin Dr. Martina de Zwaan, Direktorin der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie. Ziel ist es auch, die Wartezeit auf einen Therapieplatz für die Patienten deutlich zu verkürzen. Ausgenommen sind nur Patienten mit deutlichem Untergewicht oder ausgeprägter Essstörungssymptomatik, für die zunächst eine stationäre Behandlung nötig ist.

„Verhaltenstherapeutische Ansätze sind bei Essstörungen am besten untersucht und zeigen die größte Effizienz“, erklärt Dr. Michael Stephan, Oberarzt der Klinik. „Die Therapieelemente setzen sich aus unterschiedlichen Angeboten zusammen, die von Ärzten, Psychologen, Pflegepersonen und Spezialtherapeuten durchgeführt werden. So wird eine intensive Lernerfahrung ermöglicht, die bei rein ambulanter Therapie mit einem Kontakt pro Woche oder weniger nicht möglich ist.“ Die tagesklinische Behandlung ist ebenso intensiv wie eine stationäre Behandlung, sie besteht inhaltlich und zeitlich aus den gleichen Therapieelementen, die Patienten verbringen nur die Abende und die Wochenenden zu Hause in ihrer normalen Umgebung.

„Ein Vorteil ist unter anderem, dass Therapieschritte schnell im Alltag ausprobiert sowie Erfolge und Misserfolge zeitnah besprochen werden können. Gerade bei Essstörungen, deren Symptome besonders an auslösende Situationen im Alltag gekoppelt sind, zeigt die tagesklinische Behandlung gute Erfolge“, sagt Oberärztin Dr. Sophia Holthausen-Markou.

Das Angebot zielt aber auch auf stationäre Patienten, die nach einer mehrwöchigen Behandlung testen können, ob sie seelisch und körperlich für den Alltag ausreichend belastbar sind. „Daher kann es im Sinne eines ,Stepp-down-Ansatzes´ und Teil eines abgestuften Behandlungsplanes günstig sein, nach der stationären Behandlung eine tagesklinische anzuschließen, bevor der Patient entlassen wird“, erläutert Irmgard Kiegeland, stellvertretende Pflegeleitung in der Tagesklinik.

Die 40 Plätze ermöglichen es weiterhin, die bestehenden Schwerpunkte der Tagesklinik wie die Behandlung von Schmerzstörungen oder die Arbeit mit Patienten mit psychischen Traumatisierungen weiter auszubauen. Außerdem wird es ein niederschwelliges Angebot für organisch kranke Patienten mit psychischen Problemen geben, was insbesondere für die oft schwerkranken Patienten der anderen Kliniken der MHH eine wichtige Therapieergänzung darstellen kann.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professorin Dr. Martina de Zwaan, Direktorin der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie unter Telefon (0511) 532-6569.

Scroll to Top