Neuer Name, neues Gesicht: Studiengang Inklusive Frühpädagogik erneuert

Kinder unter drei Jahre noch stärker in den Fokus der pädagogischen Arbeit rücken – das ist das Ziel der Neugestaltung des Studiengangs „Inklusive Frühpädagogik“ an der Hochschule Emden/Leer. Der Studiengang hat sich zum Wintersemester 2010/11 neu aufgestellt, aus einem integrativen wurde ein inklusiver Ansatz.
Mit der Umbenennung und Neustrukturierung des Studiengangs Frühpädagogik wird nun ein neuer Forschungsansatz gewählt: Die inklusive Pädagogik legt einen deutlichen Akzent auf die Wertschätzung der Verschiedenheit und Vielfalt der Menschen. Hier wird die Menschheit nicht in zwei Gruppen eingeteilt, von denen die eine in das bestehende System der anderen integriert werden soll. Beim inklusiven Ansatz herrscht das Bild von einer einzigen bunten Gruppe von Menschen, in der zwar große Vielfalt herrscht, aber in der jeder Mensch von Anfang an Teil der Gesellschaft ist. Übertragen auf die Frühpädagogik bedeutet dies, dass man bei Kindern individuelle Merkmale wie Lernschwächen oder eine Behinderung nicht als Problem sieht, sondern als Teil der Normalität und die Gesamtheit der Kinder mit ihren Unterschieden von Anfang an berücksichtigt.
Im Fokus der Frühpädagogik stehen Kinder im Alter bis zu sechs Jahren. Erschwerende Lebensbedingungen wie durch Scheidungen, alleinerziehende Mütter und Väter sowie ökonomische Belastungen für Familien machen es erforderlich, dass für Kinder bereits früh pädagogische Unterstützung und Hilfe zur Verfügung steht. „Je früher und intensiver eine pädagogische Betreuung bei Kindern beginnt, desto positiver und nachhaltiger kann die Entwicklung und Bildungskarriere der Kinder gefördert werden. Dies zeigen Forschungsergebnisse deutlich“, erläutert Professorin Dr. Andrea Caby.
Das Studium bereitet die Studierenden wissenschaftlich und praxisnah auf die komplexen und anspruchsvollen Aufgaben im späteren Berufsalltag vor. Wie können Kinder optimal in ihren Entwicklungs- und Bildungsprozessen begleitet werden? Wie schaffen wir ein inklusives Umfeld, in dem wir jedem Kind mit seinen Stärken gerecht werden und somit zu einer Chancengleichheit im Bildungswesen beitragen? Mit diesen grundlegenden Fragen beschäftigen sich die angehenden Frühpädagogen während ihres Studiums auch in empirischen Forschungsvorhaben.
Der Studiengang „Inklusive Frühpädagogik“ richtet sich an Erzieherinnen und Erzieher, sowie Fachkräfte mit einer vergleichbaren Fachschulausbildung, die sich auf akademischem Niveau weiterqualifizieren möchten. „Die Fachhochschule in Emden leistet mit dem Angebot im Studiengang Inklusive Frühpädagogik einen Beitrag zur Professionalisierung des frühpädagogischen Bereiches und würdigt die Bedeutung der frühen Kindheit als Weichenstellung für das gesamte weitere Leben“, betont Professorin Edita Jung die Bedeutung des Studiengangs für die Gesellschaft.

Kontakt:
Prof. Edita Jung
Hochschule Emden/Leer
Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit
Constantiaplatz 4
26723 Emden
Tel.: 04921-807-1232
E-Mail: edita.jung@fh-oow.de
(idw, 07/2010)

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