Neuer Impfstoffansatz gegen Malaria

Die Entwicklung eines Malaria-Impfstoffes ist aufgrund der komplexen Biologie des Plasmodium-Parasiten und seiner verschiedenen Strategien zur Verhinderung der Wirt-Immunantwort sehr schwierig. Bei Patienten mit Malaria wird keine Immunantwort ausgelöst, da durch die Infektion das immunologische Gedächtnis ausgeschaltet wird.

Für die Herstellung ihres Impfstoffes haben die Forscher Plasmodium-Stämme genetisch verändert: Sie haben das Gen, das das HRF-Protein (histamine releasing factor) kodiert, ausgeschaltet. Die mutierten Plasmodium-Stämme, die kein HRF mehr exprimierten, erwiesen sich bei der Auslösung der Immunantwort als sehr wirksam: In Experimenten an Tiermodellen haben die Forscher nachgewiesen, dass die Abwesenheit von HRF einen starken Anstieg der Zytokin-IL-6-Produktion verursacht, die für die Anregung der Immunantwort verantwortlich ist. Dieser Impfstamm löst sowohl eine Zellreaktion (CD4 und CD8-T-Zellen) als auch eine erhöhte Produktion von spezifischen Antikörpern aus, die die Parasiten-Antigene erkennen. Nach Verabreichung des Impfstoffes blieben die Tiere über mehr als ein Jahr vor Plasmodium, auch vor sehr virulenten Stämmen, geschützt. Darüber hinaus gilt dieser Schutz für jede Phase des Entwicklungszyklus des Parasiten.

Diese HRF-Mutanten sind die ersten genetisch veränderten Parasiten, bei denen die Mutation direkt die Immunantwort des Wirts steuert. Diese Genmodifizierung oder eine ähnliche Strategie könnten zur Herstellung von wirksamen und nachhaltigen Lebendimpfstoffen gegen Malaria führen.

Quelle: “Paludisme : une réponse immunitaire efficace et durable grâce à un parasite muté”, Pressemitteilung des Inserm, 18.07.2016 – http://presse.inserm.fr/paludisme-une-reponse-immunitaire-efficace-et-durable-grace-a-un-parasite-mute/24533/

Redakteurin: Rébecca Grojsman, rebecca.grojsman@diplomatie.gouv.fr

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