Neuer Herzkatheter-Messplatz bietet optimalen Einsatz für Diagnostik und Therapie

„Die Ausstattung unserer Hochschulen und Uniklinika mit modernen wissenschaftlichen Großgeräten ist wichtig für die medizinische Versorgung, für Forschung, Aus- und Weiterbildung und nicht zuletzt für die Attraktivität des Standortes. Der neue Herzkatheter-Messplatz am Uniklinikum Magdeburg ist eine Investition in die Zukunft, von der sowohl Patienten als auch Wissenschaftler enorm profitieren werden“, sagte Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Hartmut Möllring anlässlich der offiziellen Einweihung des neuen Herzkatheter-Messplatzes in der Universitätsklinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie heute in Magdeburg.

Die Versorgung von Patienten mit akuten und chronischen Herzerkrankungen in der Region kann künftig durch den Linksherzkatheter-Messplatz der Firma Siemens weiter verbessert werden. Das Hightech-Gerät bietet die Voraussetzungen für eine optimale Diagnostik, eine hochpräzise OP-Planung und einen schonenderen Einsatz von kardiologischen wie auch herzchirurgischen Therapieverfahren. Dazu gehören zum Beispiel die Behandlung von Herzrhythmusstörungen, Schrittmacherimplantationen sowie der kathetergeführte Einsatz von Herzklappen. „Die Zusammenführung der Untersuchung und Anwendung minimal-invasiver Techniken in einem Verfahren senkt die OP-Risiken“, erläutert Prof. Dr. Rüdiger C. Braun-Dullaeus, Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie. „In Sachsen-Anhalt ist der Versorgungsbedarf weiterhin sehr hoch.

Das neu eingerichtete Herzkatheterlabor ist mit einer biplanen Angiographie-Anlage ausgestattet sowie elektroanatomischen Mappingsystemen, die die Strahlenbelastung zum Beispiel bei Kathetereingriffen oder Herzklappenimplantationen minimieren. Diese Systeme sind während der Diagnostik und Therapie mit der neuesten Generation eines Ultraschalls in 3D-Echtzeit (real-time) verbunden. Durch die Integration dieser verschiedenen Bildgebungsverfahren lassen sich die Untersuchungszeiten und damit die Belastung für die Patienten noch weiter verringern. Auch eine Mini-Herz-Lungen-Maschine gehört zur Ausstattung.

Neben den geplanten Behandlungen steht das Herzkatheterteam in einem 24-Stunden-Dienst bereit, um bei Herzinfarktpatienten verengte oder verschlossene Herzkranzgefäße wiederzueröffnen und gegebenenfalls mit einer Gefäßstütze (Stent) zu versehen. Die Klinik für Kardiologie verfügt über zwei Herzkatheterlabore, wovon ein Messplatz nun neu ausgestattet und entsprechend umgebaut wurde.

Auch für die klinische Forschung auf kardialer, vaskulärer und rhythmologischer Ebene einschließlich Drittmittel-geförderter Projekte bieten die mit der Anlage verbundenen Verbesserungen eine gute Basis. Prof. Braun-Dullaeus: „Wir untersuchen hierbei hauptsächlich hämodynamische Veränderungen, also den Blutfluss durch Lunge, Herz und Körper bei hochspezifischen interventionellen Therapien, wie Dreikammerschrittmacher, Mitralklappeninterventionen (MitraClip) und Aortenklappeninterventionen (TAVI).“ Hierbei gibt es mehrere Investigator Initiated Trials, also von Klinikärzten initiierte klinische Prüfungen, sowie Drittmittel-geförderte Studien. Durch enge wissenschaftliche Kooperationen mit der Firma Siemens ist die Klinik für Kardiologie Teil des Forschungscampus STIMULATE und wird in dessen Direktorium von Prof. Braun-Dullaeus vertreten.

Der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Magdeburg, Dr. Jan L. Hülsemann, MBA, betont: „Mit dem Herzkatheter-Messplatz der neuesten Generation können Patienten zeitnah und effektiv auf höchstem medizinischen Niveau behandelt werden können. Damit kommen wir unserem Auftrag und der Erwartung an die Universitätsmedizin nach hoch innovativen und qualitativen Behandlungskonzepten nach.“

Finanziert wurde diese insgesamt 1,765 Mio. teure Maßnahme einschließlich Einbau vom Land Sachsen-Anhalt. Die Vergabe der Planungs- und Bauleistungen erfolgte überwiegend an regional ansässige Planungsbüros und Handwerksbetriebe. Im Zuge der Baumaßnahmen wurden rund sieben Tonnen Stahl benötigt, der überwiegend mit einem Kran über den Innenhof der Klinik angeliefert werden mussten. Zur Durchführung der Maßnahme wurden einschließlich der Demontage und Montage der medizintechnischen Geräte 13 Kalenderwochen benötigt.

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