Neue Vortragsreihe im Jubiläumsjahr: Das Gehirn – ein außergewöhnliches Organ

In der Auftaktveranstaltung „Ethische Implikationen der tiefen Hirnstimulation“ (Freitag, 20. Januar, 18:00 Uhr, Stadthaus Ulm) erörtert Professor Heiner Fangerau, Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die moralischen Fragen, die der Einsatz eines sogenannten „Hirnschrittmachers“ aufwirft.

Bei diesem neurochirurgischen Verfahren werden den betroffenen Patienten kleine Elektroden ins Gehirn „gepflanzt“, um durch elektronische Impulse Krankheiten wie Parkinson, Epilepsie oder Tourette-Syndrom zu lindern. Durch die tiefe Hirnstimulation kann aber auch Einfluss auf Stimmung und Verhalten genommen werden. Die Anwendung bei Depressionen befindet sich im experimentellen Stadium. Spätestens hier stellen sich Fragen nach moralischer Verantwortung. Besonders groß wird das Unbehagen, wenn es um die Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit geht, sogenanntes Neuroenhancement, oder um die Möglichkeit, Menschen sozial zu disziplinieren.

Medizinethiker Fangerau ist in Ulm kein Unbekannter. Von 2008 bis 2014 baute er als Gründungsdirektor das Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universität Ulm auf und steht nach einer Station an der Universität Köln, seit 2016 dem Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf vor. In seinem Gastvortrag in Ulm stellt er die unterschiedlichen Sichtweisen auf die moralischen Problemen und Fragen bei der tiefen Hirnstimulation seit dem ersten Einsatz in den 1930-er Jahren gegenüber. Zudem gibt er einen Überblick über den aktuellen Stand der Debatte.

Der Vortrag findet im Stadthaus Ulm statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist kostenlos!

Weitere Vorträge der Reihe „Das Gehirn – ein außergewöhnliches Organ“ im 1. Halbjahr:

Freitag, 17. Februar, 18:00 Uhr, Stadthaus Ulm:

Prof. Dr. Hartmut Wekerle, Max-Planck-Institut für Neurobiologie München, Fernauslöser: Darmflora und Multiple Sklerose

Freitag, 5. Mai, 18:00 Uhr, Stadthaus Ulm:

Prof. Dr. Christian Elger, Bonner Universitätsklinik für Epileptologie, Das „ökonomische“ Gehirn

Weitere Informationen:
Carolin Aßfalg, Sekretariat des Ärztlichen Direktors – Klinik für Neurologie; Tel.: 0731-177 1202; E-Mail: sekretariat.neurologie@rku.de

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