Neue Therapieoption für Bluthochdruck-Patienten mit diastolischer Herzinsuffizienz

Der Aldosteron-Antagonist Spironolacton ist eine Behandlungsoption für Bluthochdruck-Patienten mit diastolischer Herzinsuffizienz (HI), so der Leiter der Aldo-DHF-Studie von Prof. Dr. Burkert Pieske (MedUni Graz, AT) auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in München. Spironolacton verbessert die Herzfunktion und -struktur und reduziert den Blutdruck bei dieser Patientengruppe, bei der eine gestörte Füllung des Herzens bei unbeeinträchtigter Auswurffraktion vorliegt. Diese Form der Herzschwäche betrifft mehr als die Hälfte aller HI-Patienten und ist die bei älteren Menschen mehrheitlich vorkommende HI-Form. Betroffene leiden unter schlechter Lebensqualität, beeinträchtigter Leistungsfähigkeit, einer hohen Rate von Krankenhauseinweisungen und hoher Sterblichkeit. Trotz der großen Zahl betroffener Patienten hat bisher bei diastolischer HI noch keine Therapie einen Nutzen gezeigt. Diese Ergebnisse werden auch im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Die Aldo-DHF-Studie untersuchte jetzt die Aldosteron-Rezeptor-Blockade bei diastolischer HI. In der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Studie wurden 422 Patienten mit diastolischer HI mit Spironolacton (25 Milligramm pro Tag) oder mit Placebo behandelt. Primäre Endpunkte waren Veränderungen in der diastolischen Funktion und Veränderungen bei der maximalen Leistungsfähigkeit (maximaler Sauerstoffkonsum), gemessen durch Fahrrad-Spiroergometrie nach zwölf Monaten. Sekundäre Endpunkte waren unter anderem die Lebensqualität. Auch die Sicherheit einschließlich klassischer Nebenwirkungen wie Kalium-Anstieg im Blut oder Verschlechterung der Nierenfunktion wurden untersucht.

Es zeigte sich, dass Spironolacton die diastolische Funktion signifikant verbesserte, jedoch nicht die maximale Leistungsfähigkeit. Es verbessert die Anpassung des Herzens, es verringert linksventrikuläre Hypertrophie (Gewebevergrößerung des Herzmuskels der linken Herzkammer), eine bekannte nachteilige Konsequenz von Bluthochdruck, es reduziert Diabetes, NTproBNP (einen Blutmarker, der die Pumpschwäche kennzeichnet) sowie systolischen und diastolischen Blutdruck.

Aldosteron ist für potenzielle Faktoren bei der Entstehung von diastolischer HI verantwortlich. Bisher wurden die Wirkungen von Aldosteron-Antagonisten, die sich bei systolischer Herzinsuffizienz (krankhaft verminderte Pumpfunktion) bereits bewährt haben, noch nicht in größeren Doppelblind-Studien bei Patienten mit diastolischer HI untersucht.

Quelle:
ESC Hot Line: Late breaking trials on prevention to heart failure; The mechanistic effects of spironolactone in diastolic heart failure: the Aldo-DHF study

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