Neue Studie zum Zusammenhang von Schlaganfall und Herzschädigung

Schlaganfälle und Herzerkrankungen treten häufig gemeinsam auf. Zum einen ist bekannt, dass Herzerkrankungen oder Herzrhythmusstörungen einen Schlaganfall verursachen können. Andererseits sind kardiale Komplikationen die zweithäufigste Todesursache nach einem Schlaganfall. Bei vielen Patienten mit akutem Schlaganfall ergeben sich bereits in den ersten Stunden und Tagen nach einem Schlaganfall Hinweise für eine begleitende Schädigung des Herzens. Dies wird beispielsweise durch die Messung des Blutwertes Troponin nachgewiesen, der standardmäßig in der Herzinfarkt-Diagnostik verwendet wird. Patienten mit erhöhtem Troponin-Wert erholen sich schlechter vom Schlaganfall und versterben häufiger.

„Bei rund 30 Prozent aller Patienten mit akutem Schlaganfall finden sich erhöhte Troponin-Werte im Blut. Bei ihnen ist die Sterblichkeit erhöht. Wie diese Patienten am besten versorgt werden können, ist aktuell jedoch völlig ungeklärt“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Matthias Endres, Direktor der Klinik für Neurologie der Charité und Leiter des Centrums für Schlaganfallforschung Berlin. Studienleiter Prof. Dr. Ulf Landmesser, Direktor der Klinik für Kardiologie am Campus Benjamin Franklin, fügt hinzu: „Aus Vorarbeiten wissen wir, dass bei rund 25 Prozent der Schlaganfallpatienten mit erhöhten Troponin-Werten eine akut behandlungsbedürftige Erkrankung der Herzkranzgefäße, das sogenannte akute Koronarsyndrom, vorliegt.“

Ziel der Studie PRediction of Acute coronary syndrome In acute ischemic StrokE (PRAISE-DZHK19/DZNE B001) ist die Etablierung eines klinischen Algorithmus, der die Vorhersage eines akuten Koronarsyndroms beziehungsweise eines Herzinfarktes bei Schlaganfallpatienten ermöglicht. Das Studienergebnis wird Einfluss auf die Leitlinien zur Behandlung des akuten Schlaganfalls und des akuten Koronarsyndroms haben.

Kontakt:
Manuela Zingl
Pressesprecherin
Charité – Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 570 400
pressecharite.de

Scroll to Top