Neue Spitzen am UKR

Gleich zwei Personalwechsel finden Anfang April am UKR statt. Professor Dr. Karin Pfister folgt auf Professor Dr. Piotr Kasprzak und übernimmt die Leitung der Abteilung für Gefäßchirurgie. Auf den zuletzt kommissarisch durch Professor Dr. Philipp Beckhove geleiteten Lehrstuhl für Immunologie der Universität Regensburg wurde Professor Dr. Markus Feuerer berufen, der bisher im Deutschen Krebsforschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft in Heidelberg tätig war.

„Wir freuen uns, mit Frau Professor Pfister und Herrn Professor Feuerer zwei national und international anerkannte Experten auf ihren Fachgebieten gewonnen zu haben, die mit ihrer klinischen und wissenschaftlichen Arbeit das Universitätsklinikum sowie die Fakultät für Medizin der Universität Regensburg bereichern werden“, sagt Professor Dr. Dr. Torsten E. Reichert, Dekan der Fakultät für Medizin.

Der gefäßchirurgische Bedarf wird weiter steigen

Professor Pfister ist seit 1996 im Fachbereich Gefäßchirurgie am UKR tätig und war seit Gründung der Abteilung am 1. April 2015 deren stellvertretende Leitung und Leitende Oberärztin. Nun übernimmt sie die Abteilung von Professor Kasprzak, was gleichzeitig die Berufung auf eine W2-Professur für Gefäßchirurgie an der Universität Regensburg bedeutet. „Ich habe die Entwicklung der Gefäßchirurgie im UKR miterlebt und auch aktiv mitgestaltet. Nun bin ich stolz, die klinische und wissenschaftliche Leitung für diesen Fachbereich übernehmen zu dürfen“, so Professor Pfister. Professor Kasprzak, der bisherige Abteilungsleiter, steht der Abteilung mit seiner langjährigen Expertise weiterhin beratend zur Seite.

Professor Pfister möchte die klinische und wissenschaftliche Tätigkeit der Abteilung für Gefäßchirurgie fortführen und weiter ausbauen. Zur Behandlung von Patienten mit Gefäßerkrankungen stehen der Abteilung 31 stationäre Betten sowie eine Ambulanz mit modernster Ausstattung und zertifizierter Ultraschalldiagnostik zur Verfügung. Versorgt wird das gesamte Spektrum gefäßchirurgischer Krankheitsbilder wie Erkrankungen der Halsschlagader (Verhinderung des Schlaganfalls), die periphere Verschlusskrankheit (Raucherbeine), der diabetische Fuß und Venenerkrankungen (offene Beine).
Ein Klinik- und Forschungsschwerpunkt sind die Vorsorge, intraoperative Betreuung und Nachsorge von Patienten mit Aortenerkrankungen. Hierbei werden Faktoren untersucht, die zu einem lang anhaltenden Behandlungserfolg beitragen, wie zum Beispiel die Fixierung von Aortenprothesen sowie die Vermeidung von schweren Komplikationen wie der Querschnittlähmung. Wissenschaftlich beschäftigt sich die Abteilung für Gefäßchirurgie außerdem mit neuen Bildgebungsmethoden in der Ultraschalldiagnostik und der funktionellen Gefäßbeurteilung.

Ihr medizinischer und wissenschaftlicher Weg führte Professor Pfister über das Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München und die Frankenwaldklinik Kronach nach Regensburg. Sie ist Mitglied in allen bedeutenden deutschen Gesellschaften für Chirurgie, Gefäßchirurgie, Angiologie und Ultraschall. Zudem leitete sie die Ultraschallkommission der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin.

Das Universitätsklinikum Regensburg betreut derzeit pro Jahr etwa 1.100 Patienten mit Gefäßerkrankungen. Da sich das Risiko für Gefäßablagerungen im Alter erhöht, ist aufgrund des demografischen Wandels mit einem weiteren Anstieg der Patientenzahlen in den nächsten Jahren zu rechnen. Um den Patienten das gesamte Diagnose- und Therapiespektrum anbieten zu können, arbeitet die Abteilung eng mit den weiteren Fachbereichen im UKR, vor allem der interventionellen Radiologie des Instituts für Röntgendiagnostik, der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II (Kardiologie) und der Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und herznahe Gefäßchirurgie zusammen. Die perioperative Betreuung der Gefäßpatienten erfolgt gemeinsam mit der Klinik für Anästhesiologie.

Immunmedizin – ein wichtiges Thema unserer Zeit

Das menschliche Immunsystem ist nicht nur für die Abwehr von Krankheitserregern verantwortlich, sondern spielt sowohl bei der Entstehung und Ausbreitung als auch der Therapie von Krebs- und Autoimmunerkrankungen sowie in der Organ- und Stammzelltransplantation eine zentrale Rolle. Therapieansätze, die das Immunsystem berücksichtigen und gezielt in seine Funktionen, Prozesse und Interaktionen eingreifen, eröffnen völlig neue Perspektiven in der Transplantations- und Krebsmedizin. Weltweit wird auf diesem Gebiet intensiv geforscht; der Standort Regensburg ist mit seiner Expertise und Infrastruktur einer der Leuchttürme immunmedizinischer Forschung.
2010 wurde das Regensburger Centrum für Interventionelle Immunologie (RCI) als zentrale Einrichtung der Universität Regensburg gegründet, um darin alle universitären Forschungsbereiche zu bündeln, die an der Entwicklung neuer Immuntherapien arbeiten.

Professor Dr. Markus Feuerer übernimmt ab 1. April 2017 den am RCI angesiedelten Lehrstuhl für Immunologie. Im Lehrstuhl möchte er an grundlegenden Fragestellungen im Bereich der Immunregulation forschen. Ein weiteres Ziel des Lehrstuhls ist die Übersetzung von präklinisch gewonnenen Erkenntnissen in neue immuntherapeutische und diagnostische Ansätze. „Der Lehrstuhl für Immunologie wird sich besonders mit den Fragen, wie das Immunsystem reguliert ist und wie man diese Mechanismen therapeutisch beeinflussen kann, beschäftigen“, so Professor Feuerer. „Ein besseres Verständnis von Immunregulation ist von fundamentaler Bedeutung, da diese Mechanismen bei einer Vielzahl von medizinischen Herausforderungen eine zentrale Rolle spielen, beispielsweise bei Immuntherapien gegen Krebs, Autoimmunerkrankungen und Transplantatabstoßung.“ Dysregulierte Immunantworten existieren darüber hinaus auch bei nicht-klassisch immunassoziierten Erkrankungen, wie beispielsweise Fettleibigkeit oder kardiovaskulären Erkrankungen. „Solche Erkrankungen könnten möglicherweise ebenfalls durch diese Mechanismen therapeutisch beeinflusst werden“, so Professor Feuerer weiter.

Der Lehrstuhl für Immunologie wurde bis Oktober 2015 von Professor Dr. Daniela Männel und seit dem kommissarisch von RCI-Direktor Professor Dr. Philipp Beckhove geleitet. Das zugehörige Institut für Immunologie wird mit der Berufung von Professor Feuerer ins RCI überführt und erweitert dort das immunmedizinische Forschungsspektrum.
Der Lehrstuhl für Immunologie ist nach dem Lehrstuhl für Interventionelle Immunologie, der 2015 mit Professor Dr. Philipp Beckhove besetzt wurde, der zweite von insgesamt vier Lehrstühlen des RCI.

Professor Feuerer, 1973 in Trier geboren, begann seine medizinische und wissenschaftliche Laufbahn mit dem Studium der Medizin an den Universitäten Mainz und Heidelberg. Sein Weg führte ihn als wissenschaftlicher Mitarbeiter in den Bereichen Klinische Immunologie, Immuntoleranz und Tumorimmunologie über die Charité Universitätsmedizin Berlin an die Harvard Medical School in Boston, USA. Zuletzt leitete er die Forschergruppe Immuntoleranz im Deutschen Krebsforschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft in Heidelberg.

Kontakt:
Universitätsklinikum Regensburg
Franz-Josef-Strauß-Allee 11
93053 Regensburg

Katja Rußwurm
Pressesprecherin
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