Neue Professoren an der Hochschule Fresenius in Köln, Fachbereich Wirtschaft & Medien

Prof. Dr. Jan Dirk Kemming wurde zum Professor für Medienmanagement und Kommunikation berufen. In seiner Antrittsvorlesung ging er der Frage nach, ob mit „Cultural Branding – ein neues Markenparadigma in Sicht? sei. Den Begriff Cultural Branding prägte der US-amerikanische Autor Douglas Holt mit seinem Buch „How Brands become Icons“. Holts Theoriegebäude beschäftigt sich damit, wie Marken als kulturelle Symbole in die Markenstrategie von Unternehmen integriert werden können. So steht beispielsweise die Kultmarke Harley Davidson für die Verwirklichung des amerikanischen Traums nach Freiheit und Rebellion. In Deutschland fokussiere die Markentheorie noch stärker auf eine Mischung aus psychologischer und ökonomischer Theorie, so Kemming. Ein Mantra lautet, dass Marken sich eher nicht zu politischen Themen äußern. Anders sieht es aktuell in den USA aus: So reagiert die amerikanische Café-Kette Starbucks aktuell auf die politischen Pläne von Donald Trump mit dem Vorhaben, rund 10.000 Flüchtlinge einzustellen. Für Kemming eröffnen sich durch diesen Trend in den USA auch neue Chancen für die Markenforschung und die Entwicklung von Markenstrategien in Deutschland.

Der Titel der Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Thomas Teyke, Professor für Gesundheitsökonomie, lautete: „Was Sie schon immer über das Gesundheitswesen wissen wollten … aber bisher nicht zu fragen wagten“. Dabei erläuterte er, welche Auswirkungen der demographische Wandel sowie die steigenden Kosten für medizinische Innovationen auf das Gesundheitssystem haben. So erreiche man mit Innovationen bei Operationstechniken, Geräten oder Medikamenten zwar eine bessere Qualität, dieser technologische Fortschritt mache das Gesundheitswesen aber nicht günstiger. Ganz im Gegenteil: Er treibe die Kosten vielmehr in die Höhe, so Teyke. Er hinterfragte im Folgenden kritisch, ob manch neues Medikament überhaupt als Innovation bezeichnet werden dürfe. Häufig würden Pharmaunternehmen neue Medikamente auf den Markt bringen, die teuer für das Gesundheitswesen seien, aber wenig Nutzen für den Patienten hätten. „Der Patient ist ohnehin immer noch ein Fremdling im Gesundheitssystem, auch wenn es kaum ein Unternehmen gibt, das sich aktuell nicht „Patientenorientierung“, „Patient Centricity“ oder ähnliches auf die Fahnen geschrieben hat. Dies muss sich in Zukunft dringend ändern“, fordert Teyke abschließend.

„Die Zauberlehrlinge – über Sinn und Unsinn der Niedrigzinspolitik“: Mit diesem Thema beschäftige sich Prof. Dr. Carsten Wesselmann, der zum Professor für Ökonomie berufen wurde. Darin erklärte er die Risiken und Nebenwirkungen der stark expansiven Geldpolitik der Notenbanken rund um den Globus. Im Fokus standen die US-Notenbank und die EZB. Für ihn sei es dringend an der Zeit, die Notenbanken aus ihrer Rolle als Krisenmanager zu entlassen.

Gefordert seien nun die Politiker, neue Strukturreformen auf den Weg zu bringen, so Wesselmann. Die Erfahrungen der Geldpolitik der vergangenen Jahre zeigten allzu deutlich: Geld allein macht nicht glücklich! „Wir brauchen mehr Einkommen und nicht mehr Geld – und Einkommen entsteht im Zuge einer höheren Produktionsleistung und nicht durch das Anwerfen der Notenpresse“, beendete Wesselmann seine Ausführungen.

Zu den Personen:
Prof. Dr. Jan Kemming studierte zunächst Germanistik, Sozialwissenschaften und Philosophie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Im Anschluss folgten ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Fernakademie der Stiftung der Deutschen Wirtschaft sowie ein Master-Studium an der Bilkent University Business School in Ankara. 2009 promovierte Jan Kemming an der Justus-Liebig-Universität in Gießen zum Thema “nation brand image in political contexts – the case of Turkey’s EU accession“. Zu seinen beruflichen Stationen zählen: Division Manager Strategische Planung/Kreation bei BBDO Live in Bonn, Creative Director bei facts+fiction, Köln (Wunderman-/Y&R-Gruppe Germany), Chief Creative Officer bei Weber Shandwick.

Prof. Dr. Carsten Wesselmann hat VWL an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster studiert. Nach Abschluss des Studiums als Dipl. Volkswirt wechselte er an die Universität zu Köln, um dort Wirtschaftspädagogik und spezielle Wirtschaftslehre auf Lehramt zu studieren. 1996 nahm er an der Universität zu Köln sein Promotionsstudium auf und arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen volks- und betriebswirtschaftlich orientierten Lehrstühlen. 2001 promovierte er zum Doktor. In seiner Dissertation setzte er sich mit dem Thema Währungssysteme auseinander. Nach Abschluss seines Promotionsstudiums nahm Prof. Wesselmann seine Tätigkeit als Chefvolkswirt bei der Kreissparkasse in Köln auf. Die Unternehmens-, Finanzmarkt- und Konjunkturanalyse gehören dabei ebenso zu seinen Aufgabengebieten wie die Begleitung des Risikocontrollings und -managements. Zudem ist er in die strategische Beratung der Bereiche Treasury und Vermögensverwaltung eingebunden. An der Hochschule Fresenius ist Carsten Wesselmann als Studiendekan Betriebswirtschaftslehre (B.A.) – berufsbegleitend tätig.

Prof. Dr. Thomas Teyke blickt auf eine fast zehnjährige Forschungs- und Lehrtätigkeit an der Columbia University, New York, sowie an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz zurück. Weitere Stationen führten ihn zu internationalen Beratungsunternehmen wie Gemini Consulting, Arthur D. Little oder der von ihm gegründeten BTP GmbH. Neben seinem Engagement an der Hochschule ist Prof. Teyke auch weiterhin als selbstständiger Berater sowie als Netzwerkpartner anderer Beratungsunternehmen tätig. Seine Schwerpunkte liegen auf strategischen Themen der Gesundheitsindustrie, insbesondere im Bereich Pharma, Biotech und Diagnostik. Thomas Teyke verantwortet an der Hochschule Fresenius in Köln als Studiendekan die Studiengänge „Management und Ökonomie im Gesundheitswesen“ und Health Economics.

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