Neue OP-Robotergeneration vereint Vorzüge der offenen und der minimal-invasiven Chirurgie

Die Chirurgie hat in den letzten 30 Jahren eine technische Revolution durchlaufen. Für viele Operationen stehen heute drei Operationsmethoden zur Verfügung:

1. Traditionelle offene Chirurgie: Die Bauchhöhle oder der Brustkorb werden mit einem größeren Schnitt eröffnet und während der OP offen gehalten. Der Chirurg steht am Operationstisch, hat von oben Einblick in das Operationsfeld und operiert gemeinsam mit Assistenten. Dabei benutzt er Instrumente wie Skalpell, Klemme, Laser- und Klammergerät etc.

2. Minimal-invasive Chirurgie: Über eine kleine Öffnung in der Bauchdecke wird ein Endoskop mit einer Kamera in den Bauchraum eingeführt, die das Operationsfeld auf einen Bildschirm überträgt. In weiteren kleinen Öffnungen des Bauchraums sind fixe „Rohre“, die feine Instrumente enthalten, platziert. Der Chirurg betätigt die Instrumente manuell von außen und verfolgt seine Operation dabei am Bildschirm.

3. OP-Roboter: Der Chirurg steht nicht mehr am OP-Tisch, sondern sitzt an einer Steuerkonsole. Wenige Meter von ihm entfernt liegt der Patient auf dem Operationstisch, über ihm der bewegliche vierarmige OP-Roboter „DaVinci“. Seine Greifarme mit einer endoskopischen Kamera und Operationsinstrumenten werden durch kleine Schnitte in der Bauchdecke in den Bauchraum eingeführt. Der Chirurg sieht auf dem Bildschirm das Operationsfeld im Körperinnern in 3D-Optik und in starker Vergrößerung. Seine Handbewegungen an der Konsole werden computergestützt auf die elektronischen Roboterarme übertragen und millimetergenau im Bauch ausgeführt. Gegenüber der minimalinvasiven Chirurgie hat die Roboter-Chirurgie den Vorteil, dass die Instrumente und die Freiheitsgrade an die menschliche Hand angepasst sind. Dadurch ist die Beweglichkeit erhöht, die Sicht verbessert und die operative Präzision gesteigert. Auch rekonstruktive Eingriffe sind möglich.

Kürzere Erholungsphase und weniger Komplikationen

„Die drei Operationsformen haben ihren Platz in der Chirurgie“ sagte Prof. Dr. Hubert Stein, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, und Thoraxchirurgie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität. “Aber wir setzen zunehmend auf die neuen schonenden Technologien, auch für komplexe Operationen, z.B. an der Speiseröhre, am Dickdarm und an der Bauchspeicheldrüse.” Die Patienten profitieren von kürzeren OP-Zeiten, geringerem Blutverlust, einer kürzeren Erholungsphase sowie besseren kosmetischen Ergebnissen. Auch die Komplikationsrate nach der Operation ist niedriger. „Der Roboter vereint die Vorteile der offenen und minimal-invasiven Chirugie“, so. Prof. Stein: eine sehr gute Sicht auf das OP-Feld und eine hohe Beweglichkeit der flexiblen Instrumente, die größere Freiheitsgrade als Hände haben.

Vierte Generation des OP-Roboters mit Vorteilen

Der OP-Roboter, der im Klinikum Nürnberg zum Einsatz kommt, gehört zur mittlerweile vierten Generation des US-Herstellers Intuitive Surgical; die ersten Geräte kamen vor ca. 20 Jahren in Deutschland zum Einsatz. Das neue Gerät hat u.a. folgende Vorteile:

• Bestmögliche 3D-Bildqualität mit hoher Auflösung, bis zu zehnfacher Vergrößerung und sehr guter Sicht ins Operationsfeld
• Einfache Bedienung: Leicht führbare Instrumente, reduziertes Gewicht der Roboterarme, geringere Ermüdung des Operateurs
• „Anti-Tremorwirkung“: Unwillkürliche Bewegungen werden ausgeglichen
• Geringe „Andockzeit“: Kürzere OP-Zeit und Narkose
• Beweglicher OP-Tisch: Der Patient kann während der Operation mehrfach umgelagert werden.

„Die hohe Bildqualität des neuen Roboter-Modells ermöglicht eine präzise Zuordnung von feinen Strukturen wie Nerven und Blutgefäßen“, sagte Prof. Dr. Sascha Pahernik. Der Chefarzt der Klinik für Urologie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, der bis Februar 2016 am Universitätsklinikum Heidelberg tätig war, hat viele Jahre mit den OP-Robotern der früherer Generation operiert.

Kontinenz und Potenz bei Prostata-Operation erhalten

Der neue OP-Roboter hat für ihn Vorteile, die dem Patienten zugute kommen. “Die Roboter-Arme sind einfacher zu bedienen, das Operationsfeld kann besser beurteilt werden”, so Prof. Pahernik. Die technischen Eigenschaften sind wesentlich ausgereifter und können mit anderen Geräten oder Bildgebung vernetzt werden. Dies ermögliche eine schnellere, effektivere und präzisere Chirurgie. So können wichtige anatomische Strukturen wie Nerven und Blutgefässe geschont werden, um die Funktion von Organen zu erhalten. Für den Erhalt der Kontinenz und Potenz bei der Entfernung der Prostata hat dies eine zentrale Bedeutung.

OP-Roboter wird auch in der Frauenheilkunde eingesetzt

Auch die Klinik für Frauenheilkunde am Klinikum Nürnberg setzt den Roboter ein. “Die neue Technologie soll unseren Patientinnen zugute kommen, u.a. bei der Entfernung der Gebärmutter oder der Behandlung der Endometriose”, so Prof. Dr. Cosima Brucker, Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, Klinikum Nürnberg. Künftig werden auch große Eingriffe bei gynäkologischen Tumorerkrankungen sowie Senkungsoperationen mit dem Da Vinci-Roboter durchgeführt.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Cosima Brucker
Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde, Klinikum Nürnberg
Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität
Tel: 0911 / 398 – 2222
Email: gynaekologie@klinikum-nuernberg.de
Web: http://www.klinikum-nuernberg.de/DE/ueber_uns/Fachabteilungen_KN/kliniken/frauenheilkunde/index.html

Prof. Dr. Sascha Pahernik
Chefarzt der Klinik für Urologie
Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität
Tel: 0911 / 398 – 2372
Email: urologie@klinikum-nuernberg.de
Web: http://www.klinikum-nuernberg.de/DE/ueber_uns/Fachabteilungen_KN/kliniken/urologie/index.html

Prof. Dr. Hubert Stein
Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, und Thoraxchirurgie, Klinikum Nürnberg
Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität
Tel: 0911 / 398 – 2979
E-Mail:allgemeinchirurgie@klinikum-nuernberg.de
Web: http://www.klinikum-nuernberg.de/DE/ueber_uns/Fachabteilungen_KN/kliniken/abdominal/index.html

Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität in Nürnberg wurde 2014 gegründet und ist zweiter Standort der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg. In Nürnberg wer-den jährlich 50 Medizinstudierende ausgebildet. Das Curriculum orientiert sich eng an der Ausbildung der amerikanischen Mayo-Medical School. Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität kooperiert zudem mit weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland.

Das Klinikum Nürnberg ist eines der größten kommunalen Krankenhäuser in Deutschland und bietet das gesamte Leistungsspektrum der Maximalversorgung an. Mit rund 2.370 Betten an zwei Standorten (Klinikum Nord und Klinikum Süd) und 6.200 Beschäftigten versorgt es 100.000 stationäre und knapp 100.000 ambulante Patienten im Jahr. Zum Klinikverbund gehören drei weitere Krankenhäuser im Landkreis Nürnberger Land.

Dr. Annette Tuffs
Leiterin Unternehmenskommunikation, Pressesprecherin Klinikum Nürnberg, Parcelsus Medizinische Privatuniversität in Nürnberg

Tel: 0911 / 398 – 5026
Handy: 0151 / 253 309 35
Email: Annette.Tuffs@klinikum-nuernberg.de

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