Neue Medizintechnik für den Operationssaal – rundum vernetzt und zentral gesteuert

Die Ergebnisse zeugen von einer revolutionären Zusammenarbeit zwischen sonst konkurrierenden Firmen zugunsten einer kostengünstigen und sicheren medizinischen Versorgung. Das Innovationszentrum für Computerassistierte Chirurgie (ICCAS) an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig lädt Medienvertreter zur Vorstellung des Leipziger Gesamtdemonstrators ein.

Termin: 16.12.2015, 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Ort: ICCAS, 1.OG, Semmelweisstr. 14, 04103 Leipzig

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit 2012 mit 15 Millionen Euro geförderte Großprojekt OR.Net ist ein bundesweiter Zusammenschluss von über 40 Kooperationspartnern, darunter Forschungseinrichtungen, Kliniken und Medizintechnikhersteller. Auch das Innovationszentrum für Computerassistierte Chirurgie zählt dazu. Die Beteiligten haben sich zum Ziel gesetzt, im Operationssaal die Grenzen zwischen der bislang bestehenden Vielzahl an unterschiedlichen Geräten zu überwinden, denn nur auf diese Weise können zukunftsweisende Fortentwicklungen entstehen. Dahinter steht die Idee vom komplett vernetzten Operationssaal, der ähnlich den Funktionen im Cockpit eines modernen Autos von einer zentralen chirurgischen Arbeitsstation aus bedienbar ist.

Kann der Autofahrer diverse Funktionen über das Lenkrad steuern, soll ein Operateur zukünftig beispielsweise im Mikroskop die Einstellungen anderer chirurgischer Arbeitsgeräte verfolgen und von dort aus verändern können, wie zum Beispiel die Drehzahl der Fräse. Oder der Blutdruckwert des Patienten, im Anästhesiegerät gemessen, erscheint sofort im Endoskopiebild. Eine zusätzliche technische Raffinesse ist, dass der Operationssaal an Arbeitsweise und Informationsbedarf des Chirurgen individuell angepasst werden kann. Auf der Grundlage von komplexen Prozessen wird die jeweilige OP-Situation automatisch erkannt. Zu den großen Fortschritten des Projekts zählt, dass die Daten und Bilder sämtlicher medizinischer Geräte aus dem Operationssaal in die Klinik-IT übertragen werden können und so eine wesentlich bessere Dokumentation von OP-Verläufen garantiert ist.

Das Leipziger ICCAS bringt sich bei OR.Net mit einer Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Thomas Neumuth ein, indem sie an Standardisierungsvorgängen sowie an der Architektur und Konzeption des zukünftigen Operationssaales arbeitet. Zum Ende der Projektlaufzeit werden nun im Leipziger Referenzoperationssaal, in dem alle Neuentwicklungen der beteiligten Partner zusammengetragen wurden, die Möglichkeiten im intelligent vernetzten Operationssaal praxisnah am Patientenphantom vorgestellt. Bevor die Neuerungen regulär in Operationssälen eingesetzt werden, stehen als nächstes Testläufe mit Klinikpartnern an. Auch dafür soll der Leipziger Demonstrator zukünftig genutzt werden. Mit den Ergebnissen aus dem Projekt OR.Net kann ein großer Schritt hin zu mehr Patientensicherheit, Behandlungsqualität und Gesundheitsversorgung gemacht werden.

Sehr geehrte Medienvertreter,

bei der Vorstellung des Leipziger Gesamtdemonstrators im Innovationszentrum für Computerassistierte Chirurgie (ICCAS) am 16. Dezember haben Sie während eines Rundgangs in Begleitung von Prof. Neumuth und zwei Informatikern die Möglichkeit, die Neuerungen von OR.Net zu erleben und mit Projektpartnern aus Industrie und Wissenschaft ins Gespräch zu kommen. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Zusagen und Anfragen richten Sie bitte an

Kathrin Scholz (ICCAS), Tel. (0341) 97-12035, Kathrin.Scholz@medizin.uni-leipzig.de

Weitere Informationen:

Dr. Thomas Neumuth
ICCAS
Telefon: +49 341 97-12010
E-Mail: Thomas.Neumuth@iccas.de
Web:

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