Neue integrierte Plattform: Handbücher aus den Lebenswissenschaften online publizieren

„Mit PUBLISSO Books können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einerseits ihre Forschungsergebnisse in der Tradition eines wissenschaftlichen Handbuchs veröffentlichen, andererseits profitieren sie von den Vorteilen einer Open-Access-Publikation“, fasst Dr. Ursula Arning, die bei ZB MED den Bereich Open-Access Publizieren und -Beraten leitet, die Vorteile der neuen Plattform zusammen. „Die Ergebnisse sind weltweit schnell und dauerhaft verfügbar, aber trotzdem qualitativ abgesichert. Außerdem ist die Publikation preiswerter und einzelne Kapitel können jederzeit aktualisiert werden, ohne dass das ganze Buch neu gedruckt werden müsste. Dabei bleiben alle Versionen durch die Vergabe persistenter Identifikatoren dauerhaft auffindbar.“

Ein wichtiger Aspekt bei der Entwicklung der Plattform war die Qualitätssicherung der Inhalte, die durch einen Peer-Review-Prozess sichergestellt wird. Dabei kann zwischen verschiedenen Optionen gewählt werden: Blind-, Double-Blind- und Open-Peer-Review Verfahren stehen zur Verfügung. Vom Schreiben über Peer Review bis zur Publikation findet alles im gleichen System statt, so dass sämtliche Schritte im Publikationsprozess an einer Stelle dokumentiert und somit jederzeit nachvollziehbar sind.

Veröffentlichungen auf PUBLISSO Books bieten außerdem alle Möglichkeiten einer sogenannten Enhanced Publication: Neben dem reinen Text können audiovisuelle Materialien, Tabellen und auch Forschungsdaten eingebunden werden. Damit die Inhalte auf allen Bildschirmen – egal ob Desktop-Computer oder mobiles Endgerät – optimal dargestellt werden, ist die Plattform, die im Content-Management-System Drupal erstellt wurde, mit responsivem Webdesign programmiert worden.

Im März diesen Jahres hat ZB MED zusammen mit der Arbeitsgruppe Cold-Chain-Management der Universität Bonn DFG-Fördermittel für die Entwicklung eines Online-Handbuches erhalten. Mit PUBLISSO Books ist nun eine erste Grundlage geschaffen worden, auf der das Handbuch aufgebaut werden kann. Innerhalb der Projektlaufzeit wird die Plattform sukzessive ausgebaut. In der Planung ist beispielsweise die Einbindung von Altmetrics.

„Am Tag des freien Buches, der jedes Jahr am 10.5. an die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten erinnert, setzen wir mit dem Start unserer neuen Open-Access-Plattform ein Zeichen. Seit mehr als zehn Jahren ist ZB MED in der Open-Access-Bewegung aktiv und setzt sich für den freien Zugang zu Informationen ein,“ stellt Dr. Ursula Arning fest.

Es ist geplant, in Kürze auch die Veröffentlichung von Zeitschriften und Kongressen aus allen Bereichen der Lebenswissenschaften auf der PUBLISSO-Plattform zu ermöglichen. Dabei baut ZB MED auf die über 10-jährige Erfahrung, die es im Bereich der Medizin mit German Medical Science (GMS) in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und dem Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) erworben hat.

Hintergrund-Information: ZB MED – Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften

ZB MED – Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften ist das zentrale Servicezentrum für Fachinformationen und Forschungsunterstützung in den Lebenswissenschaften. Es hat sich aus der weltweit größten Bibliothek der Fächerkombination Medizin, Gesundheitswesen, Ernährungs-, Umwelt- und Agrarwissenschaften entwickelt. Hauptziel von ZB MED ist es, die Forschenden und Studierenden in diesen Disziplinen sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in ihrer Arbeit zu unterstützen. Dazu bietet ZB MED Literatur und Fachinformation in digitaler und gedruckter Form vor Ort und über das semantikbasierte Suchportal LIVIVO an. ZB MED hat mit PUBLISSO ein eigenes Open-Access-Portal. Zur dauerhaften Auffindbarkeit von Aufsätzen und Forschungsdaten vergibt es Digital-Object-Identifier (DOI). ZB MED agiert an zwei Standorten in Köln und Bonn. ZB MED ist eine wissenschaftliche Informationsinfrastruktureinrichtung und ein unverzichtbarer Teil des Wissenschaftsstandorts Deutschland.

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