Neue Hoffnung für Patientinnen

Früher mussten Mediziner ihren Patientinnen mit PNH von einer Schwangerschaft eher abraten, da es häufig zu schweren oder sogar tödlichen Komplikationen für Mutter und Kind kam. Ein neuer Therapieansatz macht jetzt diesen Patientinnen mit Kinderwunsch Hoffnung. Bei dem Ansatz geht es um die Blockierung des Komplementsystems mit Hilfe des monoklonalen Antikörpers Eculizumab, an dessen klinischer Entwicklung die Klinik für Hämatologie – durch Teilnahme an Studien – wesentlich mitgewirkt hat.

Unter Beteiligung von PD Dr. Alexander Röth, Leiter der Ambulanz für PNH und Aplastische Anämie, konnte nun in der aktuellen Ausgabe des New England Journal of Medicine erstmals eine Auswertung von 75 Schwangerschaften bei 61 PNH-Patientinnen weltweit vorgestellt werden. Erfreulicherwiese zeigte sich, dass durch die Therapie mit Eculizumab die gefürchteten Komplikationen deutlich reduziert wurden. Dies stellt seit der Einführung der Therapie der PNH mit Eculizumab einen weiteren Fortschritt für die Behandlung der Erkrankung dar. Dies ist insbesondere für die über 140 Patienten von Bedeutung, die aktuell in der Essener Ambulanz für PNH und Aplastische Anämie betreut und behandelt werden.

Die PNH ist eine sehr seltene Erkrankung der blutbildenden Stammzellen. Durch einen Defekt der betroffenen Zellen kommt es durch die Zerstörung der PNH-Erythrozyten durch ein körpereigenes Abwehrsystem (Komplement) zur Blutarmut. Es können aber auch schwerwiegende und lebensbedrohliche Blutgerinnsel im ganzen Körper des Patienten auftreten.

Veranstaltungshinweis:
Auch dieses Jahr veranstaltet die Klinik für Hämatologie unter der Leitung von PD. Dr. Alexander Röth das nun 7. Seminar für Patienten- und Angehörige mit PNH und Aplastischer Anämie: am Samstag, den 19.09.2015, im Deichmann-Auditorium des Lehr- und Lernzentrums, von 9.30 bis 16.15 Uhr. Interessierte können gerne auch noch kurzfristig nach vorheriger Anmeldung daran teilnehmen. Weitere Informationen unter: www.uk-essen.de.

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