Neue Helmholtz-Graduiertenschule zur Erforschung von Biomaterialien eröffnet

Sprecherin ist Professorin Beate Koksch vom Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität Berlin. Das Projekt wird mit 2,4 Millionen Euro durch die Helmholtz-Gemeinschaft gefördert und durch Eigenmittel der Partner ergänzt.

Der Staatssekretär des brandenburgischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Martin Gorholt, erklärte, Ausbildung und Nachwuchsförderung seien ein Garant für eine nachhaltige Zukunft. Dass dies in einer engen Kooperation der Universität Potsdam, der Freien Universität Berlin und des Standorts Teltow des Helmholtz-Zentrums Geesthacht in der Graduiertenschule für Macromolecular Bioscience einrichtungsübergreifend erfolge, sei ein Modell für die Zukunft.

Prof. Dr. Wolfgang Kaysser, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums Geesthacht, bezeichnete die Graduiertenschule als neuen Meilenstein der zunehmenden intensiven Zusammenarbeit zwischen den Kooperationspartnern. Die Kooperation sei zudem eine große Chance für die Doktoranden, die Welt der Wissenschaft und Forschung gleichzeitig aus der universitären und der außeruniversitären Perspektive kennenzulernen. Prof. Dr. Wolfgang Kaysser würdigte insbesondere auch Prof. Dr. Andreas Lendlein, den Institutsleiter am Helmholtz-Zentrum Geesthacht in Teltow, für seine Initiative und sein tragendes Engagement bei der Einrichtung und dem Aufbau der Helmholtz-Graduiertenschule. „Prof. Lendlein war und ist einer der maßgeblichen Protagonisten der Graduiertenschule“, so Prof. Dr. Wolfgang Kaysser.

Der Präsident der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Peter-André Alt, würdigte in seiner Ansprache diese Zusammenarbeit von universitären und außeruniversitären Institutionen als einen wichtigen Bestandteil der strategischen Netzwerksbildung im Sinne der Exzellenzstrategie der Freien Universität. Der Vizepräsident der Universität Potsdam, Prof. Dr. Robert Seckler, begrüßte die hohen Standards bei der Doktorandenbetreuung, die bereits in der Graduiertenschule angewendet würden.

Prof. Dr. Stefan Joos, Leiter des Bereichs Forschung der Helmholtz-Gemeinschaft, betonte, dass die Helmholtz-Gemeinschaft dieses Ausbildungsprojekt einerseits wegen seiner in einem international besetzten Gutachtenverfahren nachgewiesenen Exzellenz unterstütze; zugleich sehe er aber, dass die Graduiertenschule einen wesentlichen Beitrag für den absehbaren Bedarf an Fach- und Führungskräften in diesem interdisziplinären Feld darstellt.

Die Sprecherin der Graduiertenschule, Prof. Dr. Beate Koksch, erklärte: „Mit der Einrichtung der Helmholtz-Graduiertenschule ‚Macromolecular Bioscience‘ am Standort Teltow ermöglicht es die Helmholtz-Gemeinschaft, ein zukunftsweisendes Ausbildungsprogramm zu etablieren, das nicht nur die bestehenden, zahlreichen gemeinsamen Aktivitäten der drei Partnerinstitutionen weiter intensivieren wird, sondern auch maßgeblich zur internationalen Sichtbarkeit der Forschung an Biomaterialien in der Region Berlin-Brandenburg beitragen wird.“

Im Anschluss an die Festveranstaltung gaben ausgewiesene Forscher wie Prof. Dr. Kam W. Leong von der Duke University, Prof. Dr. Nicola Tirelli von der Universität Manchester und Prof. Dr. Nan Ma vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht Einblicke in das Forschungsfeld der Graduiertenschule. Sie forderten zugleich zu einer kritischen Diskussion auf, die von den ersten Doktorandinnen und Doktoranden der Graduiertenschule vehement und mit Begeisterung wahrgenommen wurde.

Die Helmholtz-Graduiertenschulen ergänzen das bestehende Ausbildungsangebot der Helmholtz-Gemeinschaft. Sie haben das Ziel, den Doktoranden eines Zentrums optimale Promotionsbedingungen mit exzellenter fachlicher Betreuung zu bieten. Sie sollen zudem als international sichtbare und integrative Einrichtungen die Vernetzung der Promovenden mit den Hochschulen fördern.

Das neue Ausbildungsprogramm umfasst Kolloquien, an denen neben den eingebundenen Wissenschaftlern auch renommierte Gastredner aus dem Ausland teilnehmen werden. Ein weiterer Kernaspekt sind die jährlich stattfindenden Sommerschulen, die zusammen mit internationalen Partnerinstitutionen organisiert werden. Dazu gehören unter anderem die Harvard University in Boston, die University of Tokyo, die National University of Singapore und die Universitäten in Moskau, Sankt Petersburg und Tianjin. Dieses neue, umfassende Betreuungskonzept ermöglicht die Begleitung von Doktoranden mit gezielter Unterstützung bei ihrer Karriereplanung. Absolventen der Graduiertenschule werden fachlich ausgewiesene Wissenschaftler mit Führungsqualitäten sein.

Biomaterialien haben ein hohes Anwendungspotenzial in der Medizin, sie sind beispielsweise Bestandteile von Implantaten wie künstlichen Blutgefäßen oder künstlichen Herzklappen. Die Entwicklung moderner Biomaterialien erfordert interdisziplinäres Denken und Forschen. Dieses ist nicht unbedingt Bestandteil bestehender Ausbildungsprogramme an den Universitäten, da dafür eine besondere wissenschaftliche Infrastruktur erforderlich ist. Mit den Mitteln aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft kann nun die Helmholtz-Graduiertenschule für Macromolecular Bioscience aufgebaut werden. Durch die Einrichtung der Helmholtz-Graduiertenschule wird den Promovenden anwendungsorientierte wissenschaftliche Forschung mit international und interdisziplinär ausgerichtetem Training in den Bereichen Makromolekulare Biowissenschaften und Biomaterialforschung geboten.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Beate Koksch, Sprecherin der Helmholtz-Graduiertenschule, Professorin am Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-55344, E-Mail: beate.koksch@fu-berlin.de
Dr. Anja Günther, Koordinatorin der Helmholtz-Graduiertenschule, Helmholtz-Zentrum Geesthacht, Institut für Biomaterialforschung, Telefon 03328 / 352-515, E-Mail: anja.guenther@hzg.de

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