Neue Gesundheitsfakultät erläutert Forschungsschwerpunkt

Offiziell wird sie am 4. Oktober gegründet, die erste Fakultät für Gesundheit in Deutschland. Sie setzt sich aus den Teilbereichen Humanmedizin, Zahnmedizin und Pflegewissenschaft zusammen und soll um weitere Gesundheitsberufe erweitert werden. "Wir möchten damit ein Zeichen setzen, dass wir die Gesundheit der Patienten und ihre gesamte medizinische Versorgung als unser Kerngeschäft sehen", erklären die Dekane der Fakultät für Gesundheit in Gründung, Prof. Dr. Eckhart G. Hahn und Prof. Dr. Stefan Zimmer das Zusammenrücken der bisher bereits bestehenden Einzelbereiche unter einem Dach. Mit dem Tag der Forschung am 8. und 9. Oktober 2010 präsentiert die Fakultät ihre Zielrichtung – Fragestellungen und Ergebnisse aus einigen der insgesamt 42 fremdgeförderten Forschungsprojekte aus dem Bereich der integrativen und personalisierten Gesundheitsversorgung stehen auf der Tagesordnung.

– Kann man vorhersagen, welche Personen von unerwünschten Nebenwirkungen bei Medikamenten betroffen sein werden?
– Welchem Herzinfarkt-Patienten hilft Koronarsport und welchem nicht?
– Welches schwer übergewichtige Kind spricht auf welche Behandlung an?
– Gibt es einen Zusammenhang zwischen Stress und Karies?
– Wann sollten Patienten mit Demenz von der häuslichen in die stationäre Pflege wechseln? Wie regeln das die europäischen Nachbarn?

"Wir wollen unsere Forschung noch stärker integrativ, personalisiert und vorsorgungsorientiert ausrichten", beschreibt Hahn den Schwerpunkt, der künftig alle Forschungsaktivitäten quer über alle Lehrstühle und Themen vereinigt. Integrativ bedeutet, dass alle Disziplinen und Formen der Medizin genutzt werden, die dem Patienten helfen können. Schulmedizin ebenso wie chinesische Medizin oder anthroposophische. Und um das herauszufinden, muss die gesamte Persönlichkeit des Patienten ebenso berücksichtigt werden wie neuste Forschungsergebnisse. "Mit personalisierter Medizin meinen wir einerseits die Tatsache, dass immer mehr Medikamente und Behandlungen die jeweils individuellen genetischen Besonderheiten des einzelnen Patienten berücksichtigen. Und das möchten wir andererseits erweitern, indem wir den angehenden Ärzten vermitteln, nicht nur die körperliche Seite der Patienten, sondern auch die psychologische, geistige, ökonomische oder spirituelle Dimension in der Krankengeschichte zu sehen", erläutert Hahn den zweiten Punkt. In dem Begriff Gesundheitsversorgung schließlich verbirgt sich das Bestreben, nicht nur Krankheiten einzelner Patienten zu erkennen und zu behandeln, sondern auch an die Förderung von Gesundheit insgesamt oder aber die Betreuung von sterbenden Patienten genauso wie an die Kosten der Gesundheitsversorgung zu denken. Und dazu müssen alle Gesundheitsberufe über die immer noch bestehenden Abgrenzungen hinweg zusammen arbeiten. "Wir leben in einer alternden Gesellschaft und das Geld ist knapp. Darauf müssen wir im Gesundheitssystem eine Antwort finden", ordnet Hahn die Überlegungen ein.

Weitere Informationen bei Weitere Informationen bei Prof. Dr. Eckhart Hahn, 02302/926-700, eckhart.hahn@uni-wh.de und Prof. Dr. Stefan Zimmer, 02302/926-660, stefan.zimmer@uni-wh.de

Mehr zur Definition der Forschungsschwerpunkte unter
<http://www.uni-wh.de/gesundheit/forschung-gesundheit/forschungsschwerpunkt/>

Das Programm des Tages der Forschung finden Sie hier
<http://www.uni-wh.de/fileadmin/media/u/veranstaltungen/10-2010/Gesundheitsforschung.pdf>
(idw, 09/2010)

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