Neue Forschungsgruppe für das Rudolf-Virchow-Zentrum Würzburg

Proteine sind essentielle Bestandteile aller bekannter Organismen und an praktisch jedem Prozess des Lebens beteiligt. Eine der großen Herausforderungen für die Biowissenschaften ist es, funktionell relevante Proteine zu identifizieren und zu charakterisieren, sowie dieses Wissen auch therapeutisch umzusetzen.

Werdegang

Hans Maric hat in Würzburg das klassische Chemie-Studium absolviert, um anschließend in der Strukturbiologie bei Prof. Schindelin zu promovieren. Die Lundbeck Stiftung ermöglichte es Ihm im Anschluss in der Gruppe von Prof. Strømgaard in Kopenhagen einem neuen Prinzip zur Beeinflussung der Gehirnaktivität durch pharmazeutisch aktive Peptide nachzugehen. Um seine patentierten, peptidischen Substanzen weitreichender zu testen, forschte er danach als Gastwissenschaftler im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf in der Gruppe von Prof. Kneussel im Zentrum für Neurogenetik. Fasziniert von der Mikroarray-Technologie, nahm Maric im Jahr 2015 den Ruf zum Assistant Professor im neu gegründeten Zentrum für Biopharmazeutika in Kopenhagen an. Hier gelang es ihm mit der Hilfe der Unterstützung der Hoerslev, der Brødrene Hartmanns sowie der Frimodts Stiftung eine bedeutsame Mikroarray-Plattform aufzubauen.

Entwicklung neuer Wirkstoffe ermöglichen

Seine Microarrays möchte er jetzt am RVZ anwenden. Unteranderem will er damit eine fundamental neue Klasse an Biomolekülen entwickeln, sogenannte „Protein Superbinders“. “Anfangs hatte ich mit einfachen Fragmenten eines Proteinbindungspartners gearbeitet, welche ich dann in einem iterativen Verfahren immer weiter verbessert habe. Mittlerweile arbeite ich auch mit Startmolekülen, die in silico vorhergesagt wurden“, erklärt Maric. „Protein Superbinders“ können hochspezifisch und gleichzeitig hochaffin an das gewünschte Zielprotein binden und erlauben es so neue therapeutische Prinzipien zu erproben, sowie die Entwicklung neuer Wirkstoffe anzuregen. Aufgrund ihrer vergleichbar geringen Größe und überlegenen Bindungseigenschaften sind die Moleküle außerdem ideal als Proteinmarkierungen geeignet. „Neue hochauflösende Mikroskopieverfahren erreichen Auflösungen bis in den niedrigen Nanometerbereich und profitieren daher enorm von Markierungsmethoden die, anders als konventionelle Antikörper, den Fluorophor wenige Nanometer nah an das Zielprotein heran bringen“, betont Maric.

Sein methodischer Schwerpunkt liegt in der organische Synthese und Proteinchemie, sowie in biophysikalischen Protein und Protein-Interaktions-Analysemethoden. Außerdem bringt Maric eine neue Expertise nach Würzburg: Die Quantifizierung von Protein-Proteininteraktionen im Hochdurchsatz sowie die Produktion ausgewählter peptidischer Wirkstoffkandidaten im Gramm-Maßstab.
Die Etablierung seiner Forschungsgruppe wird durch das Programm “Exzellente Ideen” der Universität Würzburg sowie das Nachwuchsgruppenleiter Programm des RVZ unterstützt. Die Forschungsgruppe Maric ist damit Teil des Lehrstuhls für Biomedizin sowie des Lehrstuhls für Biotechnologie und Biophysik des Biozentrums.
Mehr Informationen zum Rudolf-Virchow-Zentrum und zu der Arbeitsgruppe von Dr. Hans Maric erfahren Sie unter: http://www.rudolf-virchow-zentrum.de/en/research/research-groups/maric-group/research.html

Über das Rudolf-Virchow-Zentrum
Das Rudolf-Virchow-Zentrum gehört als Zentrale Einrichtung zur Universität Würzburg. Die Forschungsgruppen arbeiten auf dem Gebiet der Schlüsselproteine, die für die Funktion von Zellen und damit für Gesundheit und Krankheit besonders wichtig sind.

Kontakt
Dr. Hans Michael Maric (Rudolf-Virchow-Zentrum Würzburg)
Tel. 0931 31 85371, Hans.Maric@virchow.uni-wuerzburg.de

Dr. Daniela Diefenbacher (Pressestelle, Rudolf-Virchow-Zentrum Würzburg)
Tel. 0931 31 88631, daniela.diefenbacher@uni-wuerzburg.de

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