Neue Datenbank macht Erkenntnisse und Patente der chemischen Forschung ab 1830 per Struktur suchbar

InfoChem hat den von FIZ CHEMIE digitalisierten Inhalt des Chemischen Zentralblattes, ein Datenvolumen von 2 Terabyte, mit moderner Data Mining Technologie struktursuchbar gemacht. Als erster und ältester Referatedienst der Chemie deckt das Zentralblatt alle von 1830 bis 1969 publizierten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Patente der Chemie und Pharmazie ab.

Professor Dr. René Deplanque, Geschäftsführer des FIZ CHEMIE, erklärt, warum die alten Informationen für die Forschung und Entwicklung in Wirtschaft und Wissenschaft noch immer relevant sind: "Das Chemische Zentralblatt ist nicht nur eine umfassende Quelle wertvoller Erkenntnisse aus der naturwissenschaftlichen Forschung, von denen viele heute noch Gültigkeit haben. Es ist auch die größte Sammlung abgelaufener Patente der Chemie und Pharmazie. Viele Patentinformationen aus dem 19. Jahrhundert sind heute nur durch ihre Veröffentlichung im Zentralblatt in einem Datenbestand verfügbar. Ein solcher Fundus alter Schutzrechte ist für Patentrecherchen essentiell". „Durch die gezielte Extraktion und Indizierung der in den Texten enthaltenen chemischen Namen entsteht ein völlig neuer Zugang zu hochrelevanten Sachverhalten“, fügt Dr. Peter Löw, Geschäftsführer der InfoChem GmbH hinzu. „Chemiker denken in chemischen Strukturen und durch die Möglichkeit, nach exakten Strukturen oder Teilstrukturen zu suchen, erhalten sie eine nie da gewesene Möglichkeit, an bislang schwer auffindbare Informationen zu gelangen.“

Durch die Kombination des Digitalisates aus circa 900.000 pdf-Seiten mit rund zwei Millionen Abstracts mit den technischen Möglichkeiten einer Strukturdatenbank können zur Informationsgewinnung alle Vorteile eines hoch entwickelten Retrievalssystems für chemische Fachinformation bereitgestellt werden. In der "Chemisches Zentralblatt Structure Database" ist kombinierte Volltext-, Struktur- und Substruktursuche möglich. Zur Informationssuche benutzte chemische Namen wandelt die Datenbank automatisch in computerlesbare Strukturen um, wodurch auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ohne Kenntnisse der deutschen Sprache detaillierte Recherchen in der deutschen Fachliteratur durchführen können. Im Suchergebnis sind die gesuchten Substrukturen hervorgehoben, die Treffer mit den entsprechenden Originaldokumenten verlinkt. Auch hier sind die gesuchten Strukturen farblich markiert.

Die "Chemisches Zentralblatt Structure Database" wird als Webanwendung und als Inhouse-Lösung angeboten. Die Webdatenbank liegt auf den Servern von InfoChem. Für den Zugang braucht man eine Lizenz. Beim Kauf der Inhouse-Lösung erhalten Kunden die Datenbank und die Original-pdf-Dateien zur Integration in ihr eigenes System. Maßgeschneiderte Firmenlösungen können hergestellt werden.

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Über FIZ CHEMIE
FIZ CHEMIE ist eine von Bund und Ländern geförderte gemeinnützige Einrichtung mit der primären Aufgabe, der Wissenschaft, Lehre und Industrie qualitativ hochwertige Informationsdienstleistungen im Bereich der allgemei¬nen Chemie, der chemischen Technik und angrenzender Gebiete zur Verfügung zu stellen. Es ist nach der Qua¬litätsnorm DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert. FIZ CHEMIE unterhält Beziehungen zu Forschungs- und Informati¬onseinrichtungen im In- und Ausland und hat Marketingabkommen mit Partnerorganisationen weltweit. Das Fachinformationszentrum engagiert sich für die Weiterentwicklung und Verknüpfung der nationalen und internati¬onalen chemischen Fachinformation. FIZ CHEMIE ist ein Institut der wissenschaftlichen Infrastruktur in der Leibniz-Gemeinschaft (WGL).

Über InfoChem
InfoChem ist ein führendes Unternehmen in der Entwicklung von Softwarelösungen für chemische Struktur- und Reaktionsdatenbanken. Kerngeschäft der 1986 gegründeten Münchner Firma sind die Produktion und Vermarktung von neuen Softwareprodukten für die Chemoinformatik und Chemieinformation. Das Angebotsspektrum umfasst Struktur- und Reaktionsdatenbanken sowie die Entwicklung von Werkzeugen für Chemierecherchen. Zentrale Produkte sind die InfoChem Fast Search Engine (ICFSE), die InfoChem Chemistry Cartridge for Oracle (ICCARTRIDGE), eine Reaktionszentrum-Erkennungssoftware (ICMAP) und ein Programm zur Reaktionsklassifizierung (CLASSIFY). Darüber hinaus vertreibt InfoChem eine der größten Struktur- und Reaktionsdatenbanken der Welt, SPRESI. Die Datenbank enthält derzeit rund 7 Millionen organische und metallorganische Verbindungen mit dazugehörigen Faktendaten sowie 4 Millionen Reaktionen. Diese Daten wurden manuell aus der nach 1974 publizierten Fachliteratur der Chemie erfasst. Springer-Verlag (Heidelberg) ist seit 1991 Hauptanteilseigner von InfoChem.
(idw, 08/2010)

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