Neu erschienen: Patienteninformation zum follikulären Lymphom

Das lymphatische System, oft auch nur Lymphsystem genannt, ist mit seinen Zellen und Organen für die Abwehr unseres Körpers gegen Krankheitserreger zuständig. Das follikuläre Lymphom beginnt in fast allen Fällen mit einer zufälligen Veränderung eines einzelnen B-Lymphozyten, der sich immer weiter teilt und den „Fehler“ an sämtliche Tochterzellen weitergibt. Die Lymphomzellen sammeln sich vor allem in den Lymphknoten, können sich aber auch im Knochenmark, seltener im Blut, in der Milz oder in den Schleimhäuten ausbreiten.

Typischerweise entwickelt sich das follikuläre Lymphom über Jahre schleichend, so dass die Diagnose oft zufällig gestellt wird. Wenn Krankheitszeichen auftreten, handelt es sich um meist schmerzlose Vergrößerungen von Lymphknoten, z.B. im Bauchraum, die manchmal andere Organe behindern. Etwa 20 Prozent der Patienten haben auch so genannte B-Symptome wie Fieber ohne erkennbare Ursache, eine Gewichtabnahme von mehr als 10 Prozent des Körpergewichtes innerhalb von sechs Monaten oder nächtliches Schwitzen.

Gerade in den letzten Jahren konnte die Behandlung des follikulären Lymphoms mit Hilfe klinischer Therapiestudien verbessert werden. Abhängig vom Erkrankungsstadium und dem körperlichen Allgemeinzustand des Patienten stehen eine Reihe verschiedener Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die die Krankheit häufig über Jahre zurückdrängen können. Die Behandlung sollte ausschließlich durch erfahrene Fachärzte für Hämatologie und Onkologie erfolgen – am besten im Rahmen klinischer Therapiestudien.

Follikuläre Lymphome gehören zu den seltenen Krebserkrankungen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 3 bis 4 von 100.000 Menschen neu an einem follikulären Lymphom – das sind bundesweit rund 3.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Das follikuläre Lymphom ist eine Erkrankung, die mit fortschreitendem Alter zunimmt. Betroffene, bei denen ein follikuläres Lymphom erstmals diagnostiziert wird, sind im Mittel um die 60 Jahre alt. Frauen erkranken geringfügig häufiger als Männer.

Das Konzept und der Text der Broschüre wurden vom Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. (Autor: Prof. Dr. med. Christian Buske, Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) des Universitätsklinikums Ulm) entwickelt. Besonderer Dank gilt der Deutschen Leukämie- & Lymphom-Hilfe e.V. für die Durchsicht des Textes und der Mundipharma Vertriebsgesellschaft mbH für die finanzielle Unterstützung bei der technischen Herstellung des Faltblattes. Das Unternehmen hatte keinen Einfluss auf den Inhalt.

Bestelladresse:
Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V., Uniklinik Köln, D-50924 Köln, Telefon +49 (0)221 478-7400, Fax: +49 (0)221 478-7406, E-Mail: , Internet:

Ansprechpartnerin für die Presse und Fachvertreter:
Silke Hellmich, KML | Information & Kommunikation, Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V., Uniklinik Köln, D-50924 Köln, Tel.: +49 (0)221 478-7405, E-Mail:

Im Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. (KML) haben sich deutschlandweit Wissenschaftler und Versorgungseinrichtungen zusammengeschlossen, die im Bereich der bösartigen Erkrankungen des lymphatischen Systems führend sind. Die Kooperation trägt dazu bei, die Kommunikation und den Wissenstransfer zwischen Wissenschaftlern, Ärzten und Betroffenen zu verbessern. Das Kompetenznetz Maligne Lymphome ist eines von inzwischen 21 Kompetenznetzen in der Medizin, die auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gegründet wurden.

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