Netzwerke steigern Energieeffizienz und Wettbewerbsfähigkeit von Krankenhäusern

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Erfahrungen mit Pilotprojekten haben gezeigt, dass Energieeffizienznetzwerke ihre Teilnehmer unterstützen, die Senkung von Energieverbrauch und Emissionen schneller und wirtschaftlicher umzusetzen, als dies im Alleingang der Fall ist. Der Energieaustausch mit anderen klinischen Einrichtungen stärkt den Ausbau des eigenen Energie-Know-hows. Durch die regelmäßigen Netzwerktreffen bleibt das Thema Energieeffizienz auf der Prioritätenskala der Krankenhaus-Geschäftsleitung. „Das Einsparpotential wird oft von der großen Masse der Krankenhäuser noch nicht ausreichend erkannt“, so Adalbert Meiszburger von der operativen Geschäftsleitung der Sozialstiftung Bamberg. „Problematisch dürfte die Vorfinanzierung von Einsparmaßnahmen sein, sowie die Unsicherheit, ab wann sich die Investition rechnet. Wichtig ist hierbei, dass diese Maßnahmen immer auch von der Geschäftsführung oder dem Vorstand unterstützt wird und diese Thematik in die gesamte Mitarbeiterschaft getragen wird“ so Meiszburger weiter. Aspekte, die für viele Akteure aus dem Klinikmanagement wichtig sind und die das „Branchen-Energieeffizienz-Netzwerk für Krankenhäuser“ aufgreift. „Ziel ist es, die Entscheidungsträger und Akteure, die in Kliniken für technische und kaufmännische Belange zuständig sind, umfassend über neuestes Wissen zu energietechnischen und betriebswirtschaftlichen Erkenntnissen informieren“, so Dr. Manfred Fenzl, Leiter der Koordinierungsstelle der BEEN-initiative bei der Bayern Innovativ.

Das „Wir-Denken“ unterstützt die Bereitschaft zum Erfahrungsaustausch

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In diesem „Branchen-Energieeffizienz-Netzwerk für Krankenhäuser“ erarbeiten idealerweise zwischen 8 bis 15 teilnehmende Krankenhäuser in ca. 2 bis 4 Jahren durch einen regelmäßigen, moderierten und systematischen Erfahrungsaustausch die möglichen Einsparpotenziale der einzelnen Krankenhäuser mit dem Ziel einer signifikanten Senkung der Energiekosten. „Es ist nicht unüblich durch Energieeffizienzmaßnahmen jährlich bis zu einer halben Million Euro einzusparen“, bewertet Wolfgang Köhler, Geschäftsbereichsleitung Technik des Leopoldina Krankenhauses der Stadt Schweinfurt GmbH, die Energieeffizienz als Erfolgsfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Krankenhäusern. „Mit diesem Geld können beispielsweise medizinische Großgeräte wie Computertomographen oder Magnetresonanztomographen beschafft werden. So bleiben Krankenhäuser durch eine moderne und hochwertige medizinische Ausstattung für Patienten attraktiv und dadurch wettbewerbsfähig“, so Köhler weiter.

Innerhalb der Netzwerkaktivitäten legt jedes Unternehmen für sich ein eigenes Einsparziel fest. Aus den kumulierten Zielen aller Unternehmen ergibt sich dann ein Einsparziel für das Netzwerk insgesamt. Auf dieser Grundlage beginnt der gemeinsame Erfahrungsaustausch. „Hier sollte kein Konkurrenzdenken herrschen, der Austausch zum gegenseitigen Lernen ist da viel wichtiger,“ betont Meiszburger. „Neue Ideen und Erfahrungswerte sollen dadurch entstehen. Diese kann man gegebenenfalls in sein eigenes Energiekonzept mit einarbeiten“.
So treffen sich die Energieexperten aus den beteiligten Krankenhäusern drei bis vier Mal pro Jahr, um untereinander und mit externen Fachleuten konkrete Themen und Entwicklungen der Energieeffizienz zu diskutieren. Oftmals berichten Teilnehmer bereits von erfolgreichen strategischen Maßnahmen, die die Chancen der Energiewende und deren Auswirkungen auf das Energiesystem in Krankenhäusern nutzen. „Aus meiner Erfahrung ist es wichtig, zum Beispiel mehrere Möglichkeiten der Energiebeschaffung zu haben. Aktuell erzeugen wir in Schweinfurt beispielsweise über eine PV-Anlage und ein Blockheizkraftwerk einen Großteil des Energiebedarfs. Um aber auf die Chancen überhaupt aufmerksam zu werden, können hier Netzwerke sehr hilfreich sein“, so der Energieexperte Köhler.

Neben dem Erfahrungsaustausch untereinander schaffen diese Netzwerktreffen damit auch die Grundlage für die einzelnen teilnehmenden Unternehmen konkrete Investitionen zur Energiekostenersparnis zu beschließen.

Die Bayerische EnergieEffizienz-Netzwerk-Initiative BEEN-i

Das Modell der Energieeffizienz-Netzwerke ist auch übertragbar auf andere Branchen. So sollen nicht nur Krankenhäuser von einem regen Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer profitieren sondern – so sieht es die BEEN-initiative vor – auch beispielsweise Brauereien oder Öffentliche Schwimmbäder. Zurzeit gibt es Bayern 27 Energie–Effizienz-Netzwerke. Diese Netzwerke sind branchenübergreifend, d.h. Firmen aus den unterschiedlichsten Bereichen arbeiten hier zusammen. Zugrundliegendes Ziel dieser Aktivitäten ist es, die Energieeffizienz der bayerischen Wirtschaft insgesamt durch die Initiierung von Energieeffizienz-Netzwerken flächendeckend zu verbessern. Bayerns Wirtschaft soll in Sachen Energieeffizienz als nationales und internationales Vorbild fungieren. Dies stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Unternehmen und empfiehlt Bayerns Betriebe als nachhaltige Geschäftspartner. Dazu wurde von Verbänden, Kammern und dem Freistaat Bayern, vertreten durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie (StMWi), die Bayerische EnergieEffizienz-Netzwerk-Initiative (BEEN-i) gegründet, dessen Koordinierungsstelle bei der Bayern Innovativ angesiedelt ist.

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Interessierte Entscheidungsträger und Akteure aus Krankenhäusern und Kliniken erhalten hier weitere Informationen über eine Netzwerk-Teilnahme: www.been-i.de.


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