Nebennierentumor: neue molekulare Untersuchungen sollen Entstehung klären

Von besonderem Interesse dabei ist auch die Frage, wie es manchen Tumorzellen gelingt, ihre Hormonproduktion von der Steuerung durch die Hirnanhangdrüse unabhängig zu machen und eine autonome Hormonüberproduktion auszulösen. Um dies zu beantworten, analysieren die Würzburger Endokrinologen gutartige und bösartige Nebennierentumoren nun systematisch mithilfe moderner molekularbiologischen Methoden (Single Nucleotide Polymorphism Arrays, Exome Sequencing). Den Forschern kommt zugute, dass sie in Würzburg Zugang zu umfangreichem Tumormaterial haben.

Voruntersuchungen im endokrinologischen Labor haben bereits gezeigt, dass bestimmte Gene entweder eine Verdopplung aufweisen mit gesteigerter Genaktivität oder in den Tumoren ausgeschaltet sind (vgl. Abbildung). Die in diesen Voruntersuchungen identifizierten Gene charakterisieren die Forscher jetzt systematisch mit Blick auf deren Bedeutung für die Tumorentstehung. Das Erbmaterial einer bestimmten Krebsart – den Cortisol-produzierenden Tumoren – wollen die Würzburger sogar vollständig sequenzieren, um auch kleinste Genänderungen zu erfassen, die an der Tumorentstehung und der autonomen Hormonproduktion beteiligt sind. „Wir erwarten aus dem Verständnis der Tumorentstehung neue diagnostische Verfahren und Ansätze zu einer verbesserten Therapie“, erläutert Bruno Allolio.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 230.00 Euro. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung.
Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Kontakt (Projektleitung):
Prof. Dr. Bruno Allolio, Leiter des Schwerpunktes Endokrinologie, Medizinische Klinik und Poliklinik I
Tel. 0931/201-39020, E-Mail-Adresse: allolio_b@medizin.uni-wuerzburg.de
Dr. Cristina L. Ronchi, Schwerpunkt Endokrinologie, Medizinische Klinik und Poliklinik I
Tel. 0931/201-39704, E-Mail-Adresse: ronchi_c@medizin.uni-wuerzburg.de

Weitere Informationen zur Stiftung: http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

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