NCT Dresden etabliert Bildgebungsplattform für die Forschung im Wert von sechs Mio. Euro

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden, des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR).

Medizinische Forschung findet häufig abends oder am Wochenende statt. Ein Grund hierfür ist, dass nötige Geräte meist durchgehend im Klinikalltag im Einsatz sind. „Am NCT Dresden stehen Wissenschaftlern ab sofort verschiedene High-End-Bildgebungsgeräte für ihre patientennahe Forschung zur Verfügung, 24 Stunden, an sieben Tagen pro Woche. Dies ist eine wichtige Grundlage, um die Krebsforschung voranzutreiben“, sagt Prof. Mechthild Krause, Geschäftsführende Direktorin am NCT Dresden. Im Rahmen von Studien profitieren Patienten des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus unmittelbar von der neuen Bildgebungsplattform.

Sehr genaue Aufnahmen aus dem Körperinneren sind eine wichtige Grundlage, um Krebserkrankungen möglichst schonend mit minimalinvasiven Verfahren zu behandeln. Hierbei kann beispielsweise eine Sonde über einen kleinen Schnitt im Bauch zu einem Tumor in der Leber geführt werden. Mit hochfrequentem Strom wird das Krebsgewebe dann auf über 100 Grad Celsius erhitzt und abgetötet. Mittels exzellenter Bildgebung wollen die NCT-Wissenschaftler die Präzision minimalinvasiver Verfahren zukünftig weiter erhöhen. Zudem können durch exakte Planungsbilder CT-Kontrollaufnahmen während der Behandlung verringert und die Strahlenbelastung für die Patienten und das Personal minimiert werden.

Die integrierte MRT/PET-Bildgebung ermöglicht es, verschiedene Weichgewebe sehr genau zu unterscheiden und die Herkunft des PET-Signals exakt zu lokalisieren. NCT-Wissenschaftler in Dresden und Heidelberg wollen so beispielsweise den eigentlichen Primärtumor bei Patienten mit Prostatakrebs noch genauer ermitteln und davon ausgehend die Strahlentherapie noch präziser auf den einzelnen Patienten zuschneiden. Mithilfe der simultanen Aufnahmetechnik wollen die Forscher außerdem frühzeitig feststellen, wie mit einer Chemotherapie behandelte Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs auf die Behandlung ansprechen. Zudem sollen mithilfe des MRT/PET-Gerätes neue radioaktive Substanzen für die PET-Bildgebung – so genannte Radiotracer – getestet werden, die Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) entwickeln.

„Unser Ziel ist es, die Krebstherapien in Zukunft deutlich zu individualisieren, also auf die jeweiligen Patienten und ihre Erkrankungen zuzuschneiden“, erklärt Prof. D. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden. „Die neue Bildgebungsplattform ist ein wichtiges Instrument, um diese personalisierte Krebsmedizin voranzutreiben.“

Zum Geräte-Ensemble der Firma Siemens Healthineers zählen ein integriertes MRT/PET-Gerät mit simultaner Aufnahmetechnik (Typ „Biograph mMR“), ein Dual-Energy-CT (Typ „SOMATOM Definition Edge“) und zwei Ultraschall-Systeme (Typ „ACUSON S3000“). Das 3-Tesla-MRT/PET-Gerät zeichnet sich dadurch aus, dass es MRT- und PET-Daten nicht nacheinander erfasst und anschließend fusioniert, sondern beide Informationen simultan erheben kann. Dadurch erhalten die Wissenschaftler in vollständiger räumlicher Deckung Auskunft zu Gewebeeigenschaften sowie zum Stoffwechsel von Zellen. Das Dual-Energy-CT erzeugt gleichzeitig Aufnahmen mit zwei verschiedenen Röntgenenergien. Dabei erfasst es je Rotation 128 Körperschichten mit einer zeitlichen Auflösung von 140 Millisekunden.

„Im Rahmen unserer Forschungspartnerschaft erhält das NCT Dresden hochmoderne Bildgebungssysteme, wie sie so europaweit nur an wenigen Einrichtungen stehen. Gemeinsam mit dem NCT wollen wir nahe an der Praxis die Bildgebungstechnologien und Diagnosemöglichkeiten weiterentwickeln“, sagt Stefan Schaller, bei Siemens Healthineers Leiter der Deutschlandorganisation.

Die Plattform im Wert von rund sechs Millionen Euro wurde durch Mittel des NCT/Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) finanziert, die der Bund und der Freistaat Sachsen im Verhältnis von 90 zu 10 bereitstellen. Aktuell ist die NCT-Bildgebungsplattform in einem eigens hierfür konstruierten Container auf dem Gelände des Universitätsklinikums Dresden untergebracht. Ab 2020 wird sie im dann fertiggestellten, benachbarten NCT-Neubau untergebracht sein.

Zur Pressemitteilung steht ein Bild in druckfähiger Auflösung zur Verfügung:
https://www.nct-heidelberg.de/fileadmin/media/nct-dresden/das-nct/newsroom/NCT-Bildgebungsplattform.jpg

BU: „Am NCT Dresden profitieren Wissenschaftler von einer Bildgebungsplattform für die patientennahe Forschung. V.l.n.r. Prof. Ralf-Thorsten Hoffmann, Direktor Institut und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Dresden und Prof. Esther Troost, Leiterin Abteilung „Bildgestützte Strahlentherapie“ am Institut für Radioonkologie – OncoRay des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) und Stellvertretende Direktorin Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Dresden“
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Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden
Dresden ist seit 2015 neben Heidelberg der zweite Standort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT). Das NCT Dresden ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR).
Das NCT hat es sich zur Aufgabe gemacht, Forschung und Krankenversorgung so eng wie möglich zu verknüpfen. Damit können Krebspatienten in Dresden und Heidelberg auf dem jeweils neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse behandelt werden. Gleichzeitig erhalten die Wissenschaftler am NCT durch die Nähe von Labor und Klinik wichtige Impulse für ihre praxisnahe Forschung. Gemeinsamer Anspruch beider Standorte ist es, das NCT zu einem internationalen Spitzenzentrum der patientennahen Krebsforschung zu entwickeln.
Die jährliche Förderung des NCT Dresden beläuft sich nach der Aufbauphase ab 2019 auf 15 Millionen Euro. Diesen Betrag bringen Bund und Freistaat Sachsen im Verhältnis 90 zu 10 Prozent auf. Für die Errichtung eines NCT-Neubaus stellt der Freistaat Sachsen zusätzlich 22 Millionen Euro bereit.

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden bietet medizinische Betreuung auf höchstem Versorgungsniveau. Als Krankenhaus der Maximalversorgung deckt es das gesamte Spektrum der modernen Medizin ab. Das Universitätsklinikum vereint 20 Kliniken und Polikliniken, vier Institute und zehn interdisziplinäre Zentren, die eng mit den klinischen und theoretischen Instituten der Medizinischen Fakultät zusammenarbeiten. Mit 1.295 Betten und 160 Plätzen für die tagesklinische Behandlung von Patienten ist das Dresdner Uniklinikum das größte Krankenhaus der Stadt und zugleich das einzige Krankenhaus der Maximalversorgung in Ostsachsen. Rund 860 Ärzte decken das gesamte Spektrum der modernen Medizin ab. 1.860 Schwestern und Pfleger kümmern sich um das Wohl der Patienten. Wichtige Behandlungsschwerpunkte des Uniklinikums sind die Versorgung von Patienten, die an Krebs, an Stoffwechsel- und an neurodegenerativen Erkrankungen. Deutschlands größter Krankenhausvergleich des Nachrichtenmagazins „Focus“ bescheinigt dem Universitätsklinikum Carl Gustav Dresden eine hervorragende Behandlungsqualität. Die Dresdner Hochschulmedizin belegt deshalb seit mehreren Jahren hintereinander Platz drei im deutschlandweiten Ranking.

Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden
Die Hochschulmedizin Dresden, bestehend aus der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus und dem gleichnamigen Universitätsklinikum, hat sich in der Forschung auf die Bereiche Onkologie, metabolische sowie neurologische und psychiatrische Erkrankungen spezialisiert. Bei diesen Schwerpunkten sind übergreifend die Themenkomplexe Degeneration und Regeneration, Imaging und Technologieentwicklung, Immunologie und Inflammation sowie Prävention und Versorgungsforschung von besonderem Interesse. Internationaler Austausch ist Voraussetzung für Spitzenforschung – die Hochschulmedizin Dresden lebt diesen Gedanken mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus 73 Nationen sowie zahlreichen Kooperationen mit Forschern und Teams in aller Welt.

Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR)
Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) forscht auf den Gebieten Energie, Gesundheit und Materie. Folgende Fragestellungen stehen hierbei im Fokus:
• Wie nutzt man Energie und Ressourcen effizient, sicher und nachhaltig?
• Wie können Krebserkrankungen besser visualisiert, charakterisiert und wirksam behandelt werden?
• Wie verhalten sich Materie und Materialien unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen?
Zur Beantwortung dieser wissenschaftlichen Fragen betreibt das HZDR große Infrastrukturen, die auch von externen Messgästen genutzt werden: Ionenstrahlzentrum, Hochfeld-Magnetlabor Dresden und ELBE-Zentrum für Hochleistungs-Strahlenquellen.
Das HZDR ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, hat fünf Standorte (Dresden, Freiberg, Grenoble, Leipzig, Schenefeld bei Hamburg) und beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter – davon etwa 500 Wissenschaftler inklusive 150 Doktoranden.

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