Nationale VersorgungsLeitlinie „Diabetes – Strukturierte Schulungsprogramme“ veröffentlicht

Hilfe beim Selbstmanagement
Menschen mit Diabetes müssen die wichtigsten Maßnahmen zur Behandlung in ihrem Alltag selbstverantwortlich umsetzen. Deshalb hängen Therapieerfolg und Prognose des Diabetes erheblich von deren Selbstbehandlungsverhalten ab. Hierfür benötigen sie Kenntnisse und Fertigkeiten, die im Rahmen von strukturierten Schulungs- und Behandlungsprogrammen sowie Einzelschulungen vermittelt werden. Die Patientenschulung wird daher in der Diabetologie schon seit 1930 als ein wesentlicher Bestandteil der Diabetestherapie angesehen. Wer heute in ein Disease Management Programm zu Diabetes eingeschrieben ist, erhält die Schulung kostenlos. Dennoch nehmen bislang zu wenige diabeteskranke Menschen dieses Angebot wahr: Aktuelle Auswertungen aus Nordrhein-Westfalen zeigen, dass dort nur etwa zwei Drittel der Menschen mit Typ-2-Diabetes an einem strukturierten Schulungs- und Behandlungsprogramm teilgenommen haben. Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes waren es bislang mehr als vier Fünftel.

Um diese Versorgungslücke zu schließen, haben die Träger des NVL-Programms die Entwicklung einer Nationalen VersorgungsLeitlinie „Diabetes – Strukturierte Schulungsprogramme“ beschlossen. Ziel der NVL „Diabetes – Strukturierte Schulungsprogramme“ ist zudem die Verbreitung evidenzbasierter Empfehlungen, um die Versorgung von Menschen mit Diabetes zu verbessern und die Qualität der Schulungsprogramme zu steigern.

Modulares Konzept
Die NVL „Diabetes – Strukturierte Schulungsprogramme“ ist Bestandteil eines umfangreichen NVL-Konzepts zu Diabetes. Sie ist im Internet frei verfügbar unter . Bislang wurden NVL zu Fuß-, Netzhaut-, Nieren- und Nervenkomplikationen bei Diabetes veröffentlicht. Die NVL zur Therapieplanung bei Diabetes wird derzeit abschließend erarbeitet.

Auf finden Interessierte eine Übersicht über alle Diabetesleitlinien des NVL-Programms.

Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien
Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien steht unter der Trägerschaft von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Mit der Durchführung wurde das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin beauftragt. Zu ausgewählten Krankheitsbildern arbeiten Expertengruppen verschiedener Organisationen zusammen, um im Rahmen der strukturierten Versorgung chronisch kranker Menschen die angemessene und evidenzbasierte ärztliche Versorgung darzustellen.

Scroll to Top