Nationale Eiweißpflanzenstrategie

Die Deutsche Agrarforschungsallianz (DAFA) hat am 14. Juni 2012 in Berlin ihre Forschungsstrategie „Ökosystemleistungen von Leguminosen wettbewerbsfähig machen“ vorgestellt. Die Plattform dafür war eine Diskussionsveranstaltung für die Entwicklung einer nationalen Eiweißpflanzenstrategie des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Kernaussage der DAFA-Forschungsstrategie, die nicht losgelöst von der Entwicklung der BMELV-Eiweißpflanzenstrategie gesehen werden kann, ist das Plädoyer für die Nutzung der gesellschaftlichen Leistungen des Leguminosenanbaus sowie eine Ausweitung des Anbaus von Leguminosen (Hülsenfrüchten) in Deutschland. Zur langfristigen Sicherung der Leistungen ist neben einer agrarpolitischen Unterstützung des Leguminosenanbaus als Sofortmaßnahme eine fokussierte und strategisch ausgerichtete Forschungsförderung unerlässlich.

Leguminosen können einen essentiellen Beitrag für eine nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft leisten: Durch ihren Anbau tragen sie zum Boden- und Klimaschutz, zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel und zur Erhaltung der biologischen Vielfalt bei, stellen wertvolle Rohstoffe für Wertschöpfungsketten zur Verfügung und eröffnen Perspektiven für eine gesunde und nachhaltige menschliche Ernährung. Diese umfassenden, gesellschaftlich wichtigen Ökosystemleistungen werden in Deutschland zurzeit jedoch kaum genutzt.

Die DAFA-Forschungsstrategie rückt sechs strategische Aufgabenschwerpunkte in den Fokus, um den Leguminosenanbau in Deutschland auszuweiten: In Züchtungsforschung und Züchtung investieren, pflanzliche Produktivitätspotenziale ausschöpfen, Ökosystemleistungen für den Landwirt und die Gesellschaft bewerten, regionale Chancen zur Entwicklung von Wertschöpfungsketten aktivieren, bestehende Barrieren für eine stärkere Nutzung der Leguminosen als Futtermittel aufheben und Ernährungskonzepte zur Ausschöpfung der Gesundheitswirkungen von Leguminosen entwickeln.

Die DAFA-Forschungsstrategie nimmt dabei die spezifischen Belange entlang der Wertschöpfungsketten im Ernährungs-, Futtermittel- bzw. Non-food-Sektor in den Blick. Im gleichen Maße und mit den Wertschöpfungsketten verzahnt stehen deren enge Wechselbeziehungen mit den übergreifenden Aspekten der Pflanzenproduktion, des Ressourcenschutzes und der Sozioökonomie.

An der Strategie haben Vertreter der konventionellen und der ökologischen Agrarwirtschaft, Landwirte, Berater, Verbände, Vertreter des Handels, der Politik und der Forschungsförderung mitgewirkt.

Die DAFA ist ein von Interessen Dritter unabhängiger Zusammenschluss von 55 Agrarforschungseinrichtungen, der 2011 gegründet wurde, um die Leistungsfähigkeit der Agrarforschung in Deutschland zu steigern und sie in die Lage zu versetzen, transdisziplinäre Lösungsvorschläge zu komplexen, gesellschaftlich relevanten Herausforderungen zu erarbeiten. Inhaltlich konzentriert sich die DAFA auf Fragestellungen, die eine langfristige Forschungsstrategie erfordern.

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