Nachwuchspreis für originelle Multiple-Sklerose-Forschung vergeben

Ektopische B-Zell Follikel bilden sich häufig bei MS-Patienten mit chronisch progressivem Krankheitsverlauf unter den Hirnhäuten. Forscher vermuten, dass diese Strukturen den chronischen Entzündungsprozess im Gehirn vorantreiben. Peters und ihre Kollegen konnten anhand des Mausmodells der MS nachweisen, dass autoaggressive Th17-Zellen die Bildung ektopischer Follikel auslösen. „Aus dieser Erkenntnis lassen sich neue Ansätze für die Therapie ableiten, die auf die Hemmung von Th17-Zellen abzielen. Auch deshalb haben wir uns für die Arbeit von Frau Dr. Peters entschieden“, begründet Gold die einstimmige Wahl der Jury.

Peters, die zurzeit im Zentrum für Neurologische Erkrankungen der Harvard Medical School in Boston im Labor von Prof. Vijay Kuchroo forscht, freute sich über die Auszeichnung: „Es ist eine Ehre, den Multiple Sklerose Preis der Eva und Helmer Lehmann-Stiftung als Erste in Empfang nehmen zu dürfen und ich bin begeistert, dass meine Arbeit von so renommierten MS-Experten Anerkennung erfahren hat.“ Die gebürtige Dortmunderin begann ihre akademische Laufbahn an der Ruhr-Universität Bochum, wo sie 2006 den Master of Science in Biochemie ablegte. Bereits zu jener Zeit forschte sie in Harvard, wo sie auch ihre experimentell durchgeführte Doktorarbeit anfertigte, die sich ebenfalls mit Th17-Zellen befasst. 2010 promovierte Peters mit der Auszeichnung „summa cum laude“.

Der neue Nachwuchsforschungspreis wird ab sofort alle zwei Jahre gemeinsam vom Krankheitsbezogenen Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie vergeben. Jurymitglieder waren in diesem Jahr: Prof. Dr. Ralf Gold (Bochum), Prof. Dr. Christoph Heesen (Hamburg), Prof. Dr. Bernhard Hemmer (München) und PD Dr. Helmar Lehmann (Köln).

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