Nachhaltige Signale im Bereich Patientensicherheit

Hintergrund des Projektes sind die hohen Voraussetzungen an die Gesundheitsversorgung, um die Sicherheit der Patienten und Patientinnen zu gewährleisten. »Eine sichere Gesundheitsversorgung ist ein hohes und wichtiges Gut, welches in einem hochentwickelten Gesundheitssystem wie dem deutschen als selbstverständlich erachtet wird«, erklärt Prof. Dr. Birgit Babitsch von der Universität Osnabrück. Allerdings erschrecken in jüngster Zeit viele Berichte, die über Gesundheitsgefahren durch Behandlungsfehler informieren. Bei der Analyse wird der Blick meist auf Fragen gelenkt, die die Gründe dieser Fehler identifizieren sollen, wie denen nach den Ursachen, den Verantwortlichen oder warum eine Gefährdung nicht verhindert werden konnte.

In dem hochinnovativen und transdisziplinären Projekt wird bewusst ein anderer Blick auf die Patientensicherheit gelegt. Im Mittelpunkt soll dabei die Sicherheitskultur stehen. Nicht erst nach dem Eintritt von Fehlern soll reagiert werden, sondern vorab bereits das Auftreten von Fehlern vermieden werden. Entsprechend ist in der Einrichtung selbst wie auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Sensibilität für potenzielle Störungen und Fehler erforderlich. Auch mehr Flexibilität und Entscheidungskompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unabdingbar. »Lernen wird dabei als entscheidende Basis für die nachhaltige Sicherung von Verlässlichkeit in Organisationen gesehen«, so Prof. Dr. Andrea Braun von Reinersdorff und Prof. Dr. Ursula Hübner von der Hochschule Osnabrück.

Hier setzt das Forschungsprojekt an und entwickelt für den Bereich Krankenhaus eine interaktive Lernumgebung, in welcher das Krankenhauspersonal, die erforderlichen Kompetenzen für eine Sicherheitskultur erlernen können. Im Sinne des konsequenten Perspektivwechsels wird an Positivbeispielen gelernt. Hierzu werden in drei Fallstudien die Strukturmerkmale, mögliche Einflussfaktoren und sowie Mechanismen, die durch proaktives Verhalten bzw. einer Sicherheitskultur zustande kommen, als gelingende Beispiele für Patientensicherheit im Krankenhaus identifiziert und in komplexe Lernszenarien überführt.

»Insgesamt wollen wir neue Denk- und Lernmodelle zu erarbeiten, um Krankenhäuser zu hochzuverlässigen Organisationen zu entwickeln. Dazu passt das Konzept des Erwerbs von Gestaltungskompetenz in herausragender Weise«, erklärt Prof. Dr. Gerhard de Haan von der Freien Universität Berlin. Darüber hinaus geht es darum, neue Ansätze der Vermittlung von Patientensicherheit durch eine interaktive Lernumgebung nutzen zu können sowie die Patientensicherheit im Sinne einer Sicherheitskultur dauerhaft zu gewährleisten.

Alle Projektbeteiligten sind ausgewiesene Forscherinnen und Forscher, die ihre hohe Expertise in das transdisziplinäre Projekt einbringen. Weitere Kooperationspartner des Projektes sind die Schüchtermann-Schiller’sche Kliniken, Bad Rothen¬felde, das Aktionsbündnis Patientensicherheit und das Netzwerk Versorgungskontinuität in der Region Osnabrück. »Das Forschungsprojekt bringt wichtige und gewinnbringende Impulse in die Aktivitäten des Gesundheitscampus Osnabrück ein«, sind sich die Präsidien von Universität und Hochschule Osnabrück einig.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Oliver Schmidt, Dipl.-Psych., Universität Osnabrück
Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Neuer Graben/Schloss, D-49069 Osnabrück
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