Nachhaltige Gesundheit durch Vermitteln von Präventionswissen

Zum 1. Juli 2015 hat Dr. Shoma Berkemeyer die Vertretungsprofessur Methodologie der Gesundheitsforschung mit dem Schwerpunkt Demographie und Nutzerorientierung an der hsg übernommen. Berkemeyers Schwerpunkte sind die Prävention über die gesamte Lebenspanne sowie ihre Orientierung auf den Menschen.

Zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen im Department of Community Health der hsg möchte Shoma Berkemeyer die Lehr- und Forschungsziele des Departments weiterentwickeln. „Ich bin der festen Überzeugung, dass es eine Selbstverständlichkeit sein muss den zukünftigen Generationen eine effektive, umfassende und angepasste Möglichkeit des Lernens zu bieten. Als Deutsche mit Migrationshintergrund lege ich besonderen Wert auf Interdisziplinarität und Zusammenarbeit, um Exzellenz zu erreichen. Es ist von besonderer Wichtigkeit, Wissen und Kompetenz in alle sozialen Schichten zu vermitteln, dafür müssen wir die Menschen gezielt und verständlich ansprechen. Alle Segmente der Gesellschaft müssen aktiv an der Gesunderhaltung mitwirken. Nur so können wir an das Ziel gelangen, durch Prävention für die ganze Gesellschaft eine nachhaltige Gesundheit zu erreichen“, sagte Berkemeyer.

Das Ziel des Studiengangs ‚Gesundheit und Diversity‘ im Department of Community Health ist die Nutzung der Gesundheitsleistung von allen Teilen der Gesellschaft, insbesondere durch sozial Benachteiligte. Berkemeyer: „Prävention ist besser als Heilung – dies ist zwar allgemein bekannt, aber in der Realität des Einzelnen, quer durch alle sozialen Schichten, ist das nur schwer umzusetzen.“ Durch das Setzen eines Schwerpunkts auf die Prävention soll den Studierenden des Departments of Community Health diese Kompetenz vermittelt werden.

Angesprochen auf den Studiengang ‚Gesundheit und Sozialraum‘, der ebenfalls im Department of Community Health angeboten wird und besonders in Gesundheitsberufen Tätige anspricht, sagte Shoma Berkemeyer: „Wir erhoffen uns durch diesen Studiengang einen beiderseitigen Wissenstransfer, also aus dem Praxisleben an die Hochschule und von der hsg in die Gesundheitsberufe. Neben der Lehre soll insbesondere die Forschung mit Ideen aus der Gesellschaft versorgt werden, um letztendlich nachhaltige Gesundheitssysteme für die Gesellschaft zu schaffen. Übergreifendes Ziel beider Studiengänge ist eine langfristige Verbesserung der Gesundheit der ganzen Gesellschaft, zum einen an der Basis, um möglichste viele Menschen zu erreichen, und zum anderen durch den Wissenstransfer an die zukünftigen Entscheider.“

Die neue Vertretungsprofessorin der hsg studierte Ernährungswissenschaften mit Schwerpunkt Community Nutrition an der Universität Delhi in Indien und erhielt für ihren Master-Studiengang ein Stipendium der Universität Delhi. Als internationale Stipendiatin des ‚Felix Scholarship‘ studierte sie Development Economics and Policy mit Schwerpunkt Projektanalyse an der Universität Reading in England. Ihre Promotion erfolgte in 2008 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn in Ernährungsepidemiologie.

Dr. Shoma Berkemeyer bringt eine über 10-jährige berufspraktische Erfahrung in den Themenbereichen Demographie, Nutzerorientierung und Lebensspanne mit. Sie arbeitete an der vom Land NRW finanzierten Donald-Studie zum Thema ‚Bewahrung der Gesundheit im Kindes- und Jugendalter‘ und an der Drittmittel finanzierten Studie ‚Gesundheit von älteren Menschen‘ am Forschungsinstitut für Kinderernährung der Universität Bonn mit. Während ihrer Tätigkeit an der Geriatrie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) arbeitete sie in dem vom Bundesforschungsministerium finanzierten ‚PRISCUS Gesundheit-im-Alter Projekt‘ an der Entwicklung eines Konzepts für die Gesunderhaltung der zunehmend alternden Bevölkerung mit. Außerdem koordinierte sie die HERAS II Cohort Studie zum Thema ‚Sturzprävention bei über 75-jährigen‘. Als Koordinatorin der Krebsepidemiologie am Universitätsklinikum Essen der Universität Duisburg-Essen wirkte sie in der Konzeptentwicklung und dem Aufbau des klinischen Krebsregisters mit. Während ihrer Tätigkeit für das für Nordrhein-Westfalen zuständige Mammographie-Referenzzentrum am Universitätsklinikum der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster leitete sie die Arbeitsgruppe ‚Medizinische Qualitätssicherung und Evaluation‘.

Ihre bisherige Forschungserfahrung umfasst die Themen Säuren-Basen Haushalt, Krebsepidemiologie mit Früherkennungsprogrammen sowie die Entwicklung von nachhaltigen Gesundheitssystemen für alle Segmente der Gesellschaft zur Gesundheitsgewährleistung beziehungsweise -verbesserung. Mit ihren Erfahrungen in der Lehre durch ihre Tätigkeiten an den Universitäten Bochum, Duisburg-Essen und Münster wird sie den Lehrkörper der hsg bereichern.

Shoma Berkemeyer hat bereits zahlreiche Gutachtertätigkeiten für peer-reviewed Veröffentlichungen in internationalen Journalen durchgeführt. Sie hat einen Sitz im Advisory Board des EuroMDNet (European Medical Network), eines europäischen Netzwerks für Gesundheitsförderung.

„Ich freue mich sehr, die Lehre und Forschung des Departments of Community Health der Hochschule für Gesundheit in Bochum gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen aktiv gestalten und interdisziplinär vermitteln zu können“, sagte Berkemeyer heute in Bochum.

Kontakt: Dr. Shoma Berkemeyer, Tel: +49(0)234 77727-720, E-Mail: shoma.berkemeyer(at)hs-gesundheit.de.

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