Nachhaltige Ernährung lehren und lernen – Neue Förderung für Modellprojekte im Lebensmittelbereich

Ernährung ist inzwischen oft eng mit Gesundheit und Lifestyle verbunden. Die Beschäftigten im Lebensmittelbereich müssen die entsprechenden nachhaltigkeitsorientierten beruflichen Handlungskompetenzen über die berufliche Aus- und Weiterbildung erwerben. Dies betrifft neben Bäcker/-innen, Fleischer/-innen, Brauer/-innen, Süßwaren- oder Milchtechnologen und -technologinnen viele weitere Berufe, so beispielsweise Chemiker/-innen in der Lebensmittelindustrie. Beschäftigte müssen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg nachhaltigkeitsrelevante Aspekte erkennen und bewerten, nachhaltige Alternativen finden und diese den Kunden und Auftraggebern vermitteln können. Dazu gehören beispielsweise Kenntnisse über die sozialen Bedingungen der Rohstoffgewinnung, über umwelt- und ressourcenschonende Herstellungsverfahren, die Transportwege der Zutaten, eine gesundheitliche Verträglichkeit oder mögliche Abfallreduzierung.

Die neuen Modellversuche sind eine Erweiterung des aktuellen Förderschwerpunkts „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung 2015-2019“, der bereits zwölf Modellversuche in Zusammenarbeit mit Partnern aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen umfasst. Eine enge Verbindung der neuen Förderrichtlinie besteht besonders zu den laufenden Modellversuchen, die sich mit der Entwicklung von Kompetenzen in kaufmännischen Berufen beziehungsweise zum nachhaltigen Wirtschaften befassen. Die Ausweitung der Förderung trägt zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ für Deutschland von Juni 2017 bei, der als Ergebnis des Weltaktionsprogramms der Vereinten Nationen beschlossen wurde.

Die in den Modellversuchen entwickelten Maßnahmen und Produkte dienen vor allem der praktischen Anwendung in Betrieben und Unternehmen. Sie beinhalten unter anderem Umsetzungshilfen für die Gestaltung der Ausbildung, berufsspezifische Handreichungen oder digitale Lehr/-Lernmaterialien, die nach Abschluss der Modellversuche kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Um die Praxistauglichkeit der Produkte und Maßnahmen sicherzustellen, arbeiten betriebliche Praxis und Wissenschaft von Anfang an eng zusammen. In den bereits laufenden zwölf Modellversuchen sind neben verschiedenen Forschungseinrichtungen über 150 Betriebe, überbetriebliche Bildungszentren, Berufsschulen, Industrie- und Handelskammern, Berufsverbände und viele weitere Praxispartner engagiert.

Die Förderrichtlinie mit Informationen und Links zur Bewerbung und weitere Informationen zum Förderschwerpunkt „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung 2015 – 2019“ stehen im Internetangebot des BIBB unter zur Verfügung.

Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt: Bis zum 10. November 2017 können Projektskizzen beim BIBB eingereicht werden. Bei positiver Bewertung ist im zweiten Schritt nach Beratung durch das BIBB ein förmlicher Förderantrag bis Ende Dezember 2017 vorzulegen.

Ansprechpartner im BIBB: Christian Srbeny; E-Mail:

Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.

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