Nabelschnurblutbank: Treffen der „Blutsbrüder“ aus Deutschland und Brasilien

Die Spende war die einzige Heilungsmöglichkeit der angeborenen schweren Störung seines Immunsystems (SCID), an der zwei seiner älteren Geschwister bereits gestorben waren. Gabriel war das erste Kind in Lateinamerika, das gegen diese Erkrankung mit einer Stammzellspende erfolgreich behandelt werden konnte. Empfänger- und Spenderfamilien trafen sich nun am „Ausgangspunkt“ dieser besonderen Lebensgeschichte, in der Düsseldorfer Stammzellbank – dabei sind die beiden fast gleichaltrigen Jungen, die sich jetzt zum allerersten Mal getroffen haben.

Für das Transplantat, das Gabriels Leben rettete, wurden Stammzellen aus der Nabelschnurblutspende benutzt, die die Mutter des Spenders Julian Blinne aus Brüggen, Petra Blinne, nach Julians Geburt 1996 in der Düsseldorfer Stammzellbank kostenlos einlagern ließ. „Ich hätte mir damals nicht träumen lassen, dass wir damit ein Leben auf der anderen Seite der Welt retten können“, sagt Petra Blinne. Gabriel Belo-Santos hätte mit seiner Erkrankung unbehandelt eine Lebenserwartung von wenigen Monaten gehabt. Er hätte, um zu Überleben, abgeschirmt in einer mikrobiologisch sterilen Umgebung leben müssen. Heute ist er ein gesunder Junge mit einem normalen Leben, wie seine Altersgenossen auch.

Nach ihm erhielten inzwischen 190 Kinder im Clinical Hospital von Curitiba ebenfalls eine Stammzelltransplantation, darunter auch seiner kleiner Bruder André, der mit demselben Gendefekt auf die Welt kam. Im Jahr 2006 reiste Gabriels Mutter zum ersten Mal nach Deutschland, um der Familie Blinne zu danken. Der Kontakt kam über die José Carreras Stammzellbank des Universitätsklinikums zustande.

Kontakt: Prof. Dr. Gesine Kögler, José Carreras Stammzellbank, Universitätsklinikum Düsseldorf, Tel.: 0211 / 81-04343
(idw, 08/2010)

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