Musikalischer Brückenschlag nach Prag

(djd). Unter dem Motto „Gluck, Prag und die Antike“ richtet das Staatstheater Nürnberg vom 20. bis 28. Juli 2012 die Internationalen Gluck-Opern-Festspiele in Nürnberg aus. Der berühmte Opernreformator Christoph Willibald Gluck erblickte im nahe gelegenen Erasbach und damit quasi vor den Toren Nürnbergs in einem Forsthaus das Licht der Welt. Von dort aus führte ihn sein Lebensweg nach Prag, Italien, Wien und Paris und vor allem in die musikalische Welt, die er eroberte und veränderte. Dass es die Festspiele überhaupt gibt, ist ein Verdienst von Hans-Peter Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzender der Nürnberger Versicherungsgruppe, der sich nicht auf die Förderung beschränkt, sondern die Festspiele als Ideengeber von Anfang an aktiv begleitet. Seit mehr als einem Jahrzehnt setzt sich das Unternehmen für eine Renaissance der Gluck’schen Werke ein.

Glucks Schaffen in Prag

Im Zentrum der Festspiele steht 2012 Glucks Wirken in Prag. Neben Paris war die tschechische Hauptstadt eines der großen europäischen Musikzentren des 18. Jahrhunderts. Hier nahm Glucks Schaffen seinen Anfang: Die Gluck’sche Opernreform rückte die Subjektivität ins Zentrum und stellte auf der Opernbühne individuelle Gestalten dar. Neben Glucks Werken stehen beispielsweise die seiner Zeitgenossen Jiri Antonin Benda, Josef Myslivecek und Antonin Reicha auf dem Programm. Stargäste der Festspiele sind die Mezzosopranistin Vivica Genaux und die Schauspielerin Martina Gedeck, die das Melodram „Medea“ von Jiri Antonin Benda zu neuem Leben erweckt.

Opernklänge in Hirsvogelsaal und Volksbad

Sympathisch ist auch, dass die Festspiele die Musik auch an ungewöhnlichen Stätten präsentieren und so in die Stadt Nürnberg hineintragen. Eine dieser Stätten ist das Nürnberger Volksbad, das als Höhepunkt der im Jugendstil gestalteten Badekultur gilt, wo nach der Premiere am 21. Juli 2012 auch am 23., 24. und 26. Juli die Gluck-Oper „Ezio“ aufgeführt wird. Ein Erlebnis ist auch der Hirsvogelsaal, in dem man sich unter dem prachtvollen Deckengemälde des Dürer-Schülers Georg Pencz am 22. Juli 2012 zu einer Matinee mit Kammermusik trifft.

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