Gutes Hören: Gefahren lauter Musik? Auf dem Ohr bin ich taub!

Gehör: Nachdem bei dem 23-jährigen Daniel Lalor ein Tinnitus diagnostiziert wird, startet er die groß angelegte Informationskampagne „Music to my Ears“

Live-Musik hat die Ohren von UQ Business School-Absolvent Daniel Lalor geschädigt, aber er beabsichtigt nicht, Bands oder Veranstaltungsorte, die dazu beigetragen haben, dafür verantwortlich zu machen. Stattdessen hat der aus Windsor stammende 23-Jährige eine Kampagne gestartet, die Musikfans auf die Bedeutung von Lärmschutz aufmerksam machen soll. Lalor wendet in der „Music to my Ears“-Kampagne Marketing-, Planungs- und Sponsoringwissen an, das er an der University of Queensland Business School erworben hat.

Die Kampagne will Musikfans dazu bewegen, ihre Ohren zu schützen. Ein weiteres Ziel ist es, Musiker und Konzertveranstalter dazu zu bewegen, diese Botschaft zu verbreiten.

Alles begann damit, dass Lalor einen Tinnitus bekam, nachdem er in einem Club in Darwin war und es Tage später immer noch in seinen Ohren rauschte. Nach eingängiger Recherche stellte Lalor fest, dass junge Musikfans nicht ausreichend über die Risiken aufgeklärt sind, die mit häufigen Konzertbesuchen verbunden sind. So stellte er dem australischen Gesundheitsministerium sein Projekt vor, das keineswegs zum Ziel hat, den Musikfans den Spaß an lauter Musik zu verderben. Vielmehr geht es Lalor darum, aufzuklären über die Risiken sowie über Möglichkeiten, sich zu schützen.

„Meine Idee war es, ein Papier für die Generation Y vorlegen. Eine Informationskampagne müsste gestartet werden, dachte ich mir. Schließlich habe ich mich dazu entschieden, die Kampagne selbst in die Hand zu nehmen und über mögliche Langzeitschäden aufzuklären. Denn die Leute sind sich der Risiken nicht bewusst – ganz so, wie beim Rauchen. Ihnen wird keine Alternative angeboten…", erklärt Lalor den Ansatz seines Projekts.

Dabei ziele die Kampagne nicht nur darauf ab, bewusst zu machen, wodurch Hörschaden eintreten und wie sie ihre Ohren schützen können, betont der junge Projektmanager. Gleichzeitig will er sich dafür einsetzen, dass sich Konzertveranstalter an sichere Lärmpegel halten.

Die Kampagne würde Konzertveranstalter nicht dazu verpflichten, die Lautstärke drastisch zu senken, doch sollte ein zu vertretender Pegel eingehalten werden. „Ich als großer Musikfan habe natürlich nichts gegen laute Musik – im Gegenteil. Es geht vielmehr darum vorzusorgen, an die Gesundheit zu denken und die Ohren zu schützen, damit Konzertbesucher noch lange ihre Musik genießen können.“

Seit er 18 ist, gehe er auf Konzerte, so Lalor – und wenn man etwa einmal in der Woche geht, rausche es am Ende in den Ohren. Zwar seien die Ohrgeräusche am nächsten Morgen in der Regel wieder verschwunden, so dass man nicht mehr darüber nachdenke, doch sei ebendieses Rauschen ein sicheres Warnsignal, dass man schädlichen Lärm ausgesetzt war.

„Der einfache Test, ob sie schreien müssen, um bei der Musik verstanden zu werden, gibt Aufschluss darüber, ob eine sichere Lautstärke überschritten ist und sie möglicherweise langfristige Schäden davontragen könnten." Lalor selbst verwendet Ohrenstöpsel, seit sein Ohrenarzt einen Tinnitus diagnostiziert hat. Daher muss er keinesfalls auf Konzerte seiner Lieblingsbands wie Sufjan Stevens, Jezebel und Jamie T verzichten.

Zwar wird Gehörschutz oftmals als uncool abgestempelt und besonders eitle Musikfans machen sich Sorgen über ihr Aussehen. Inzwischen gibt es aber spezielle Ohrenstöpsel für Musiker, die sehr diskret sind. „Der Musiker-Gehörschutz ist mittlerweile in der Konzert-Szene akzeptiert, denn auch die Musiker selbst verwenden ihn. Und in Nachtclubs ist es meist so dunkel, dass diese kleinen Stöpsel niemand bemerkt."

Eine solche Kampagne war offenbar längst überfällig – einer von sechs Australiern hat irreversible Hörschäden. Es ist zu erwarten, dass sich diese Rate bis 2050 auf jeden Vierten erhöht.

Für weitere Informationen:
http://www.musictomyearscampaign.org

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